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Dow Jones, S&P 500, NasdaqZollpläne verunsichern die Wall Street

US-Präsident Donald Trump hat angewiesen, Pläne für gegenseitige Zölle auf alle Länder auszuarbeiten, die US-Importe besteuern. Den Märkten fehlt Klarheit. 14.02.2025 - 22:56 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Ein Straßenschild an der New Yorker Börse. Foto: Reuters

Frankfurt. Anleger an der Wall Street haben sich zum Wochenschluss zurückgehalten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging am Freitag 0,4 Prozent tiefer auf 44.546 Punkten aus dem Handel. Der technologielastige Nasdaq rückte dagegen 0,4 Prozent auf 20.026 Zähler vor. Der breit gefasste S&P 500 schloss kaum verändert bei 6114 Stellen. Alle Indizes verbuchten Kursgewinne im Wochenvergleich.

An den Nerven der Anleger zehrten jedoch die Einführung von Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte und ein stärker als erwarteter Anstieg der Verbraucherpreise im Januar. Den Märkten fehle auch Klarheit in Bezug auf die neuesten Zollpläne von Präsident Donald Trump, sagten Börsianer.

Trump hatte am Donnerstag sein Wirtschaftsteam angewiesen, Pläne für gegenseitige Zölle auf alle Länder auszuarbeiten, die US-Importe besteuern. Howard Lutnick, Trumps Kandidat für den Posten des Handelsministers, sagte, die Regierung werde sich nacheinander um jedes betroffene Land kümmern und kündigte an, die Untersuchungen dazu würden bis zum 1. April abgeschlossen sein.

„Die Märkte betrachten die Zölle wahrscheinlich eher als ein Verhandlungsinstrument denn als alles andere“, sagte Larry Tentarelli, Chefstratege des Blue Chip Daily Trend Report.

US-Produktion im Januar gestiegen

Am Freitag wurden Zahlen zur US-Produktion veröffentlicht. Demnach haben die US-Unternehmen im Januar mehr hergestellt als gedacht. Die Produktion von Industrie, Versorgern und Bergbau wuchs um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie die US-Notenbank Federal Reserve am Freitag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet. Im Dezember war die Produktion nach einer Aufwärtsrevision um 1,0 Prozent hochgefahren worden.

Betrachtet man nur die Fertigung in der Industrie, ging es im Januar um 0,1 Prozent nach unten. Fachleute hatten hier ein Plus von 0,1 Prozent vorausgesagt. Die Geschäfte der US-Industrie sind im Januar erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder gewachsen, wie aus der Firmenumfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht. Der Industriebereich macht in den USA gut zehn Prozent der Wirtschaftsleistung aus.

Dollar gibt nach

Die US-Währung reagierte mit Verlusten auf den ungewissen Handelskurs des Republikaners. Der Dollar-Index gab in der Spitze 0,5 Prozent auf 106,56 Punkte nach und fiel damit auf den tiefsten Stand seit knapp zwei Monaten. Der Euro stieg bis auf 1,0514 Dollar.

Am Anleihemarkt sanken die Renditen den zweiten Tag in Folge, nachdem die Einzelhandelsumsätze in den USA im Januar stärker als erwartet zurückgegangen waren. Sie sanken im letzten Monat um 0,9 Prozent. „In Bezug auf die Geldpolitik unterstützen diese Daten die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Zinssenkung im Jahr 2025“, sagte Quasar Elizundia, Stratege bei Pepperstone.

Momentan gehen Börsianer mehrheitlich von nur einer Zinssenkung der Fed im Jahr aus. Nach den fulminanten Preissteigerungen bei Gold machten die Anleger Kasse. Das Edelmetall vergünstigte sich um 1,6 Prozent auf 2882 Dollar je Feinunze. Anleger deckten sich aus Angst vor einem globalen Handelskrieg mit dem als Anti-Krisen-Währung genutzten Edelmetall ein.

Einzelwerte im Fokus:

Airbnb: Anleger griffen nach erfreulichen Zahlen bei Airbnb zu. Die Aktien stiegen um mehr als 14 Prozent, nachdem die Online-Plattform für Unterkünfte im Quartal dank einer starken Nachfrage nach internationalen Reisen mehr verdiente als erwartet.

Die drei großen US-Indizes treten vor dem Wochenende auf der Stelle. Die jüngsten Konjunkturdaten und die Zollpolitik der Trump-Regierung gleichen sich in ihrer Wirkung aus, sagt Patrick Dewayne. Dadurch rücke die Berichtssaison erneut in den Fokus.

Moderna: Hingegen fielen die Papiere von Moderna um sechs Prozent, nachdem der Impfstoffhersteller einen höheren als erwarteten Quartalsverlust gemeldet hatte.

DaVita: DaVita fielen dagegen um rund elf Prozent, nachdem das Dialyseunternehmen einen Jahresgewinn unter den Schätzungen prognostiziert hatte.

Applied Materials: Applied Materials verloren 8,1 Prozent, nachdem der Hersteller von Chipherstellungsanlagen für das zweite Quartal einen enttäuschenden Umsatz prognostiziert hatte.

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Dell: Dell verteuerten sich um 3,7 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen zur Begründung auf einen Medienbericht, wonach das Unternehmen kurz vor einem milliardenschweren Geschäft mit der KI-Firma xAI von Milliardär Elon Musk stehen soll. Dabei soll es um KI-Server gehen.

Am Montag bleiben die US-Märkte wegen eines Feiertags geschlossen.

rtr
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