Deutschland: Neue Schulden für die Verteidigung / USA: Handelskrieg gegen Nachbarländer
Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser!
Das, was diesseits und jenseits des Atlantiks gerade passiert, fühlt sich an wie eine Zeitenwende. Fast stündlich fallen Entscheidungen von historischer Dimension, sodass es kaum möglich erscheint, in der ganzen Aufregung noch den Überblick zu behalten. Doch gleichzeitig lässt sich über die vielen Einzelentscheidungen hinaus ein klares Bild erkennen. Es ist das Bild eines neuen Zeitalters, in dem der sogenannte Westen unter Mitgliedschaft der USA Geschichte ist.
Um das große Ganze zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die einzelnen Puzzlestücke der aktuellen Entwicklungen.
- Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat die Militärhilfe für die Ukraine vorerst eingestellt. Die Unterstützung solle erst wieder aufgenommen werden, wenn Trump sehe, dass die Ukraine sich zu Friedensverhandlungen mit Russland verpflichte, hieß es aus dem Weißen Haus. Außenpolitikexperte Dan Hamilton schätzt, dass die Ukraine etwa sechs Monate Zeit habe, bevor sich die fehlende US-Unterstützung auf dem Schlachtfeld bemerkbar machen werde.
- Nach der Abkehr der USA von Militärhilfen kündigte die EU einen neuen Fonds von bis zu 150 Milliarden Euro an, um Mitgliedstaaten schnell aufzurüsten und neue Waffenlieferungen an die Ukraine zu finanzieren. Ziel ist es, vor allem Mitgliedstaaten mit schlechten Ratings am Kapitalmarkt mit günstigen Krediten für die Verteidigung zu versorgen.
- In Deutschland haben sich Union und SPD in den Sondierungsgesprächen auf ein riesiges Sondervermögen für Investitionen geeinigt. Sämtliche Verteidigungsausgaben, die über einem Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) liegen, sollen künftig nicht mehr der Schuldenbremse unterliegen. CDU-Chef Friedrich Merz sagte, bei der Verteidigung gelte jetzt das Motto „whatever it takes“.
Neben der militärischen vollziehen die USA derzeit auch eine handelspolitische Kehrtwende und kündigten hohe Importzölle gegen Mexiko, Kanada und China an. Auch die EU rechnet damit, dass Trump schon am 12. März die angedrohten 25-Prozent-Zölle auf Stahl- und Aluminium-Importe gegen sie verhängen wird.
Der US-Präsident dürfte damit allerdings zuallererst der heimischen Wirtschaft schaden, denn die USA sind ökonomisch längst nicht so stark wie militärisch. „Anders als in militärischen Fragen, bei denen Trump dank der unangefochtenen Stärke Amerikas seinen Willen fast nach Belieben durchsetzen kann, ist der US-Präsident im Welthandel ein Scheinriese“, meint London-Korrespondent Torsten Riecke.
Der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau nannte die angekündigten Zölle eine „sehr dumme Sache“ und betonte: „Heute haben die Vereinigten Staaten einen Handelskrieg gegen Kanada begonnen, ihren engsten Partner und Verbündeten, ihren engsten Freund.“
Kanada wolle Gegenzölle in gleicher Höhe auf Produkte aus den USA anwenden. Auch China hat angekündigt, Importzölle auf bestimmte Güter aus den USA zu erheben – etwa auf Kohle und verflüssigtes Erdgas. Heute Nacht (deutsche Zeit) hat sich der US-Präsident in einer Rede an den Kongress gewendet. Lesen Sie hier alles über die Ansprache nach.
Was aber ist nun das große Bild, das sich aus dieser Nachrichtenflut ergibt? Es zeigt sich auf globaler Ebene vor allem eine tektonische Verschiebung von Prioritäten. In Washington verschieben sich die Prioritäten von Multilateralismus und Bündnistreue hin zu Protektionismus und offener Konfrontation. „Europa bleibt gar keine andere Wahl, als Konsequenzen daraus zu ziehen – geopolitische, finanzielle und auch institutionelle“, kommentiert Handelsblatt-Chefreporter Jens Münchrath.
Er rät Europa auch dazu, nach neuen Allianzen mit Gleichgesinnten zu suchen. „Japan, Südkorea oder Brasilien, oder die aktuellen US-Strafzoll-geschädigten Kanada oder Mexiko wären mögliche Mitstreiter im Kampf gegen eine Weltordnung der Einflusssphären“, schätzt er. Es sei höchste Zeit für einen europäischen Strategiewechsel.
Auch in Deutschland haben sich die Prioritäten beachtlich schnell verrückt. CDU-Chef Merz, der gerade noch als Hüter von Schuldenbremse und Haushaltsdisziplin galt, ist plötzlich zu einem Fan des „Deficit Spending“ geworden.
Einer Konjunkturpolitik also, bei der sich der Staat verschuldet, um eine höhere Nachfrage auszulösen und damit Wachstum zu generieren. „Die 180-Grad-Wende des Friedrich Merz vollzieht sich im Zeitraffer“, kommentiert Handelsblatt-Meinungschef Thomas Sigmund.
An den Börsen verschieben sich die Prioritäten hin zu einem Hauch von Kriegswirtschaft. Einerseits bereitet der beginnende Handelskrieg Anlegern Sorge und ließ die Kurse in Asien, Europa und den USA einbrechen. Gleichzeitig werden Rüstungshersteller an den Märkten immer gefragter. Während Rheinmetall nur leicht zulegte, zeigten die deutschen Hersteller Hensoldt und Renk zweistellige Kurssprünge.
Doch trotz aller Unsicherheit rechnen die Märkte laut der britischen Fondsgesellschaft Janus Henderson zurzeit weltweit mit Steigerungen der Unternehmensgewinne um etwa zehn Prozent. Ein Anker für Anlegerinnen und Anleger sind in Zeiten großer Unsicherheit die Dividenden – sie sind in der Regel stabiler als die Unternehmensgewinne, weil die Firmen die Aktionäre bei Laune halten wollen.
Im Jahr 2024 haben Firmen weltweit Dividenden im Rekordwert von insgesamt 1,75 Billionen Dollar ausgeschüttet – 5,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Wer auf laufende Erträge durch Aktienkäufe hofft, sollte besonders die Dividendenrendite im Blick halten, also die Ausschüttung im Verhältnis zum Aktienkurs. Aber Vorsicht: Vor allem sehr hohe Dividendenrenditen entstehen manchmal auch durch fallende Kurse. Schlaue Füchse am Aktienmarkt wissen daher, dass hohe Dividendenrenditen allein niemals ein gutes Kaufargument sind.
Wenn Sie eine gute Investition hätten tätigen wollen, hätten Sie vielleicht auf Erdbeeren setzen sollen. Das botanisch als Sammelnussfrucht bezeichnete Obst ist der neue Social-Media-Trend und wird mittlerweile zu astronomisch hohen Preisen angeboten. Für die Tochiaika-Erdbeere aus Japan zahlen Promis bis zu 17 Euro – für eine einzige Frucht.
Auch das deutsche Model Heidi Klum hat sich eine solche Tochiaika-Erdbeere einfliegen lassen und vier Tage auf die Lieferung gewartet. Den ersten Bissen dokumentierte sie für ihre Fans auf Tiktok.
Ihr Fazit:
Na immerhin.
Ich wünsche Ihnen einen guten Tag, der Ihre geschmacklichen Erwartungen vollumfänglich erfüllt.
Es grüßt Sie herzlich
Ihre
Teresa Stiens