Handelspolitik: So stark treffen Trumps Zölle VW, BMW und Mercedes
Düsseldorf, San Francisco. US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch seine Zollankündigungen wahr gemacht: Ab diesem Donnerstag gelten Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Auto-Importe in die USA. Schon jetzt ist klar, dass damit der stärkste deutsche Industriezweig erheblich geschwächt wird. Deutschland ist der mit Abstand größte Autoexporteur der Europäischen Union in die USA.
Die Aufschläge auf „wichtige Autoteile“ in gleicher Höhe sollen demnach spätestens am 3. Mai wirksam werden, wie aus dem Amtsblatt der USA hervorgeht. Die deutschen Autokonzerne haben damit Klarheit: Die Zölle kommen – und werden die Branche aller Voraussicht nach empfindlich treffen.
Wie die Unternehmensberatung Deloitte berechnet hat, hätte schon ein 15-Prozent-Zoll die deutschen Autoausfuhren um ein Fünftel einbrechen lassen. Bei 30 Prozent wäre es schon ein Drittel gewesen – die jetzigen 25 Prozent haben entsprechend deutliche Folgen.
„Hohe Handelshemmnisse in die größte Volkswirtschaft der Welt setzen die Branche weiter unter Druck, zumal sie bereits heute unter Gewinneinbrüchen in Europa und China, Personalabbau und drohenden Werkschließungen leidet“, sagt Harald Proff, Leiter des Automobilsektors bei Deloitte.
Experten des US-Analysehauses Bernstein schätzten die Nettokosten der Zölle nach Trumps Ankündigung vergangene Woche für die drei großen deutschen Autokonzerne Volkswagen, BMW und Mercedes auf etwa elf Milliarden Euro. Wenn die Maßnahmen längere Zeit Bestand haben, dürften auch die Gewinnmargen deutlich sinken, so die Analysten.
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Die meisten Automanager zögern, öffentlich zu machen, wie sie reagieren werden – vor allem weil sie Vergeltungsmaßnahmen Trumps fürchten, etwa wenn sie die Zölle über Preiserhöhungen an die Käufer weitergeben wollen. „Wir müssen warten und sehr vorsichtig sein“, betonte ein Entscheider eines der drei großen Autokonzerne im Vorfeld.
Doch welche Szenarien sind denkbar – und wen treffen die Zölle besonders hart? Antworten auf die wichtigsten Fragen: