Dow Jones, S&P 500, Nasdaq: US-Börsen schließen im Plus – Furcht vor einer Unterbrechung der Ölversorgung lässt nach
New York. Der Iran hat einen US-Luftwaffenstützpunkt in Katar mit Raketen angegriffen. Die Angriffe sind eine Vergeltung für die Bombardierung der iranischen Atomanlagen durch die USA am Wochenende. Nach eigenen Angaben setzte der Iran dieselbe Zahl von Bomben ein, wie die USA bei dem Bombardement am Wochenende.
In Katar unterhält das US-Militär den größten eigenen Stützpunkt im Nahen und Mittleren Osten. Die Al-Udeid Air Base ist der zentrale Stützpunkt der Amerikaner („US Central Command“) für die gesamte Region. Etwa 10.000 US-Soldaten sind dort stationiert.
Die abflauende Furcht vor einer Unterbrechung der Ölversorgung ließ die Ölpreise deutlich fallen. Nordseeöl Brent und US-Öl WTI verbilligten sich jeweils um 8,5 Prozent auf bis zu 70,50 beziehungsweise 69,50 Dollar je Barrel (159 Liter). Für Erleichterung sorgte, dass der Öl- und Gastankerverkehr durch die Straße von Hormus zunächst ungestört blieb.
Kurz nach der Bombardierung durch den Iran drehten auch die wichtigsten Indizes an der US-Börse Wall Street ins Plus.
- Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit 42.582 Punkten aus dem Handel, Plus 0,9 Prozent.
- Die Technologiebörse Nasdaq schloss ebenfalls 0,9 Prozent höher bei 19.631 Zählern.
- Der breit gefasste S&P 500 gewann ein Prozent hinzu und beendete den Handel bei 6025 Punkten.
Noch in den frühen Handelsstunden hatten die wichtigsten Aktienindizes an der Wall Street über weite Strecken im Minus gelegen.
Sorge vor Ölpreis-Schock
Ökonomen hatten bereits zuvor vor erheblichen wirtschaftlichen Folgen im Falle einer Blockade Teherans der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus gewarnt. Durch die Meerenge entlang der Südküste des Irans werden etwa 19 Millionen Barrel Öl täglich transportiert.
Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent könne dann binnen kurzer Zeit auf 120 Dollar pro Barrel (159 Liter) klettern, schrieben die Ökonomen Robin Winkler und Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research in einer am Montag veröffentlichten Kundennotiz.
Für Volkswirtschaften in Europa und Asien würde ein Ölpreisschock einen stärkeren konjunkturellen Gegenwind als für die USA bedeuten, die seit einem Jahrzehnt ein Nettoölexporteur seien. „Doch auch in den USA würde die Inflation in diesem Risikoszenario wieder spürbar anziehen“, betonten Winkler und Schattenberg.
US-Präsident Donald Trump rief „alle“ dazu auf, den Ölpreis niedrig zu halten. Auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social schrieb er in Versalien: „An alle, haltet die Ölpreise niedrig, ich sehe das! Ihr spielt dem Feind in die Hände, tut das nicht!“ Anschließend forderte er in einem zweiten Posting das US-Energieministerium zu sofortigen Bohrungen für Öl- und Erdgas auf mit seinem Wahlslogan „drill, baby, drill“ und dem Zusatz: „Damit meine ich jetzt“. Nach den US-Angriffen auf Atomziele im Iran wurde befürchtet, dass die Regierung in Teheran Öl-Einrichtungen in der Region angreifen oder wichtige Transportwege blockieren könnte.
Blick auf die Einzelwerte
Tesla: Der Start selbstfahrender Taxis in Texas erfreut Tesla-Anleger. Die Aktien des US-Elektroautobauers legten acht Prozent zu, nachdem Tesla am Sonntag mit dem lange angekündigten Einsatz fahrerloser Taxis auf den Straßen der Stadt Austin begonnen hat. Die Fahrten wurden für eine Pauschalgebühr von 4,20 Dollar in einem begrenzten Gebiet angeboten. Der Erfolg des Versuchs ist für Tesla Analysten zufolge von entscheidender Bedeutung. Tesla-Chef Elon Musk hat seine Pläne für eine Dominanz auf dem Massenmarkt für Elektroautos angesichts der chinesischen Konkurrenz ad acta gelegt und den Fokus auf selbstfahrende Autos und Roboter verlagert.
Hims & Hers Health: Die Titel des Telemedizin-Unternehmens Hims & Hers Health fielen um 35 Prozent. Anleger zeigen sich enttäuscht darüber, dass der dänische Arzneimittelhersteller Novo Nordisk die Zusammenarbeit mit dem US-Konzern beim Vertrieb des Blockbuster-Abnehmmittels Wegovy beendet. Novo-Nordisk-Aktien geben in Kopenhagen um rund fünf Prozent nach.
Mit Agenturmaterial.