PCE-Index: US-Inflationsmaß steigt stark an – Neue Trump-Attacke auf Powell
Düsseldorf. In den USA steigt der Preisdruck weiter. Der PCE-Index, ein von der US-Notenbank viel beachteter Inflationsindikator, ist im Juni um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Dies geht aus am Donnerstag veröffentlichten Daten des US-Handelsministeriums hervor. Im Mai war die anhand des Index ermittelte Inflation noch auf 2,3 Prozent gestiegen.
Der Index misst die Konsumausgaben der US-Haushalte. Sein Wachstum wird von der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) als bevorzugtes Inflationsmaß verwendet. Der private Konsum gilt als Antrieb der US-Wirtschaft.
Auch die anhand des Kern-PCE-Index berechnete Inflation steigt wieder geringfügig an. Sie liegt bei 2,8 Prozent. Die Kerninflation zog im Mai noch auf 2,7 Prozent an. Die Kerninflation klammert die schwankungsanfälligen Preise für Lebensmittel und Energie aus und gilt als verlässlicher Indikator für die langfristigen Inflationstrends.
Sollte sich der Trend bei der Kerninflation fortsetzen, könnte dies den Druck auf die Fed erhöhen, die Zinsen erneut anzuheben, um das Zwei-Prozent-Ziel mittelfristig zu erreichen. Das Niveau strebt die Notenbank an, es soll Preisstabilität und Wirtschaftswachstum miteinander vereinbaren.
US-Wirtschaft legt zu
Die anhand des Verbraucherpreisindex ermittelte Inflationsrate stieg im Juni bereits. Laut den vor einigen Wochen vom US-Arbeitsministerium veröffentlichten Daten erhöhte der Preisdruck auf Jahressicht auf 2,7 Prozent.
Die US-Wirtschaft wuchs indes stärker, als von Experten erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg auf das Jahr hochgerechnet um drei Prozent. Dies geht aus der ersten Schätzung des US-Handelsministeriums vom Mittwoch hervor. Ökonomen hatten im Vorfeld einen BIP-Anstieg von nur 2,4 Prozent, auf das Jahr gerechnet, erwartet. Von Januar bis März hatte es noch ein Minus von 0,5 Prozent gegeben.
Viele Importeure hatten die Zeit vor dem von US-Präsident Donald Trump im April ausgelösten Zollstreit mit vielen wichtigen Handelspartnern genutzt, um Waren in die Vereinigten Staaten einzuführen. So versuchten sie, steigenden Preisen für ausländische Waren infolge höherer Zölle zuvorzukommen.
Fed lässt Leitzins unverändert
US-Notenbankchef Jerome Powell sieht dennoch Schwäche in der Wirtschaft. Dies sagte er bei der Sitzung der Fed am Mittwoch. Gleichzeitig sei der Arbeitsmarkt jedoch solide und die Inflationsentwicklung ungewiss.
Daher entschied sich die Notenbank, die Leitzinsen in den USA unverändert zu lassen, bis klar wird, wie sich die Zollpolitik auf die Preise auswirkt. Die Währungshüter beließen den Leitzins entsprechend in der Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent.
Dies könnte sich bei der kommenden Sitzung der Fed im September ändern. Zinshändler prognostizieren laut Daten der Terminbörse CME mit einer Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent, dass der erste Zinsschritt in dem Monat kommen werde. US-Präsident Trump fordert bereits seit Langem eine Senkung der Zinsen.
Die Notenbank ist jedoch angesichts der Zollpolitik der Regierung im Wartemodus und will zunächst die Auswirkungen auf die Wirtschaft abwarten.
Am Donnerstag wütete Trump indes wieder gegen den Fed-Chef. Auf seiner Plattform „Truth Social“ schrieb Trump, dass Powell nicht in der Lage sei, um den Posten des Fed-Chefs zu bekleiden. „Er ist ZU SPÄT und eigentlich ZU BÖSE, ZU DUMM und ZU POLITISCH, um den Posten des Fed-Vorsitzenden zu bekleiden. Er kostet unser Land Milliarden von Dollar und führt außerdem eine der inkompetentesten oder korruptesten Gebäudesanierungen in der Baugeschichte durch!“
Dabei nannte Trump Powell erneut „Mr. Too Late“. „;Too Late' ist ein TOTALER VERLIERER, und unser Land zahlt den Preis dafür!“, schrieb Trump weiter.
Mitte April nannte Trump den Fed-Chef „Mr. Too Late“ in Anspielung darauf, dass Powell bereits nach der Pandemie zu spät reagiert habe. Damals sei er zu langsam bei den Zinserhöhungen gewesen. Nun sei Powell laut Trump zu spät dran, die Zinsen zu senken.
Zum Thema Gebäudesanierungen hatte Trump in der vergangenen Woche den Unmut des Fed-Chefs auf sich gezogen. Trump warf Powell vor, die Kosten für eine Renovierung des Notenbank-Gebäudes von 2,7 auf 3,1 Milliarden Dollar zu überziehen. Powell korrigierte den Präsidenten vor laufenden Kameras und erklärte, Trump beziehe bei seiner Berechnung ein Gebäude ein, das längst renoviert sei.