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Hyundai NexoWeiter mit Wasserstoff – Hyundai zeigt die neue Nexo-Generation

Hyundai versucht es noch einmal. Die zweite Generation des Nexo kommt erneut mit Brennstoffzelle. Einem Antrieb, der bei uns ein Leben in der Bedeutungslosigkeit führt.Tomas Hirschberger 12.11.2025 - 07:11 Uhr Quelle: SpotpressArtikel anhören
Die Preisliste für den Wasserstoff-Hyundai startet bei 68.000 Euro. Foto: Hyundai

Seoul. Wasserstoff-Autos sollten eigentlich gefeierte Helden der Mobilitätswende werden: Der saubere Antrieb weist zu batterieelektrischen Fahrzeugen zwar einen vergleichsweise geringen Wirkungsgrad auf, aber am Ende tropft trinkbares Wasser aus dem Auspuff.

Doch die Welt für Pkw mit Brennstoffzelle ist nicht perfekt. Zumindest nicht in Deutschland. Die Realität hat längst die großen Hoffnungen in die grüne Technologie aufgefressen. Wasserstoff, energieintensiv hergestellt, ist teuer und muss nach Prognose der Bundesregierung zu 50 bis 70 Prozent importiert werden, um den steigenden Bedarf, vor allem für die Industrie, zu decken. Das macht den Betrieb im Pkw unwirtschaftlich. Durchschnittlich etwa 18,30 Euro kostet das Kilogramm aktuell an den nur noch rund 100 öffentlichen Wasserstoff-Tankstellen, von denen gerade weitere 20 dichtmachen.

Anders sieht es in Südkorea aus. Auf einem Drittel der Fläche von Deutschland gibt es immerhin rund 200 Tankstellen, Wasserstoff wird stark subventioniert und kostet pro Kilogramm umgerechnet etwa fünf Euro. Zur Förderung und zum Ausbau einer Wasserstoffwirtschaft unterstützt der Staat den Kauf von Brennstoffzellen-Autos mit bis zu 23.500 Euro.

Treibende Kraft im Lande ist der übermächtige Multi-Konzern Hyundai, dessen Autosparte in diesen Tagen den neuen Nexo auf die Straße bringt. Im nächsten Frühjahr kommt der Wasserstoff-SUV für rund 68.000 Euro auch zu uns. Er wird neben dem Toyota Mirai einparken, dem in Deutschland aktuell einzigen Serien-Pkw mit Brennstoffzelle. Im Jahr 2024 wurde die Limousine hier gerade mal 148-mal verkauft.

Auch den Nexo erwartet bei uns ein Leben als Exot. Doch Hyundai leistet sich diesen exklusiven Luxus und stellt die zweite Nexo-Generation sogar auf eine eigene Plattform. Die Koreaner sehen den 4,75 Meter langen Wasserträger eher als rollendes Forschungsprojekt, um die Brennstoffzelle allgemein zukunftsfähig zu machen und um zu zeigen, dass man das Thema beherrscht. Der Nexo ist Teil einer lang angelegten Wasserstoff-Strategie, die sich auf Sicht vor allem auf den Nutzfahrzeugbereich, Züge und den stationären Betrieb in Großanlagen wie Häfen oder Industriekomplexen konzentrieren wird.

Abgeschottete Komfortkapsel

Bereits seit 27 Jahren forschen die Koreaner an der Brennstoffzelle im Auto und schöpfen aus einem Erfahrungsschatz von 2,2 Milliarden Kilometern auf der Straße. Entsprechend ausgereift zeigt sich der verfeinerte Antrieb. Extrem vibrationsarm, leise und perfekt eingespielt. Das aktive Geräuschdämmungs-System ANC-R sowie Doppelverglasung rundum verstärken den Eindruck, in einer abgeschotteten Komfortkapsel zu reisen, die Wind- und Straßenlärm größtenteils aussperrt.

Der Innenraum ist sympathisch hell, modern und wohnlich eingerichtet. Foto: Hyundai

Die Systemleistung steigt auf 190 kW/258 PS, der Frontmotor liefert 150 kW/204 PS und treibt die Vorderräder an. Völlig ausreichend für den etwa 2,1 Tonnen schweren SUV, dessen Beschleunigung entspannend linear und für die Leistung überraschend kraftvoll erfolgt. Die Batteriekapazität verdoppelt sich von 40 auf 80 kW, das Motormanagement arbeitet nun schneller und effizienter.

Auf dem Datenblatt des neuen Nexo stehen 7,8 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h und eine Spitze von 179 km/h. Das europäische Modell darf erstmals 1.000 Kilo Anhängelast ziehen. Auch die Vehicle-to load-Funktion (V2L), mit der sich externe Geräte wie Lautsprecher oder E-Fahrräder extern laden lassen, ist jetzt serienmäßig verfügbar.

Als Alternative zu batterieelektrischen Stromern – aber auch zu Dieseln - bietet sich der Nexo vor allem wegen seiner Reichweite von bis zu 826 Kilometer (WLTP) und dem schnellen Nachtanken an. Schon nach fünf Minuten fährt der Nexo wieder vollständig aufgefüllt weiter. Möglich machen es unter anderem die drei Tanks aus neuem Material, die jetzt mehr Wasserstoff schneller speichern können. Die Kostenbilanz bei den aktuellen Wasserstoff-Preisen fällt im Vergleich zu reinen E-Fahrzeugen allerdings signifikant schlechter aus. Mit einem Kilo Wasserstoff kommt der Nexo gerade rund 100 Kilometer weit.

Nicht sonderlich dynamisch, aber modern

Optisch verkneift sich Hyundai die Peinlichkeit, den Nexo als technischen Sonderling zu brandmarken. Dabei folgt der Nexo Hyundais aktuellem „Art of Steel“-Design. Skulptural und klar. Die Front eher kantig, das Heck kuppelartig. Bei der Länge hat der Neue zum ersten Nexo sieben Zentimeter zugelegt und bietet reichlich Platz.

Der Kofferraum (510 bis 1630 Liter) profitiert vom großen Radstand (2,79 m), ebenso die Passagiere, die vorne und hinten luftig verstaut sind. Der Innenraum ist sympathisch hell, modern und wohnlich eingerichtet, die zumeist geschäumten Oberflächen wirken qualitativ hochwertig, die Bedienung folgt bewährten und logischen Strukturen.

Die Brennstoffzelle erzeugt aus Wasser- und Sauerstoff Strom Foto: Hyundai

Zwei 12,3 -Zoll-Displays verschmelzen zu einem breiten Curved-Screen, flankiert von digitalen Außenspiegeln, die das, was sie sehen auf kleinen Extra-Monitoren abbilden. Die Sprachsteuerung lernt per KI ständig dazu, Updates fliegen Over-the-Air ins Auto, Handys lassen sich nicht nur im Doppelpack induktiv aufladen, sondern auch als Digital Key nutzen. Bei der Serienausstattung gibt sich Hyundai spendabel, kaum eine Handvoll Extras lassen sich noch gegen Aufpreis ordern. Auch das Aufgebot an Sicherheitsassistenten ist komplett.

Beim ersten Gleiten über tempolimitierte koreanische Autobahnen mit maximal 120 km/h parierte das Fahrwerk nicht jeden Frostaufbruch trittsicher. Überwiegend erwies sich der Nexo aber als höflicher und gut erzogener Reisebegleiter, dessen Stärken sicherlich mehr auf der Komfortseite liegen. Ein Chefdynamiker ist der Wasserstoff-SUV nicht, dafür aber ein insgesamt gut gemachtes und technisch raffiniertes Auto, das mehr verdient als ein Leben unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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Der Kofferraum (510 – 1630 Liter) profitiert vom großen Radstand (2,79 m), ebenso die Passagiere, die vorne und hinten luftig verstaut sind Foto: Hyundai

Technische Daten – Hyundai Nexo

  • Fünftüriger SUV mit Brennstoffzelle
  • Länge: 4,75 Meter
  • Breite: 1,86 Meter
  • Höhe: 1,64 Meter
  • Radstand: 2,79 Meter
  • Systemleistung 190 kW (258 PS)
  • maximales Drehmoment 350 Nm
  • Kofferraum 993 bis 1719 Liter (SAE-Norm)
  • Automatikgetriebe
  • Batterie 80 kW
  • max. Reichweite 826 Kilometer
  • 0-100 km/h: 7,8 s
  • Vmax: 179 km/h
  • voraussichtlicher Verbrauch 0,95 kg/100 km.
  • Preis: ab rund 68.000 Euro
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