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ArktisBundeswehr prüft Verlegung von Eurofightern nach Grönland

Weil die Trump-Drohungen nicht abreißen, erkunden mehrere EU-Staaten, wie sich Grönland militärisch sichern ließe. US-Politiker beider Parteien reisen unterdessen nach Kopenhagen.Reuters 16.01.2026 - 15:14 Uhr Artikel anhören
Bundeswehr-Transporter: Die Bundeswehr hat 13 Soldaten nach Grönland entsandt. Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Kopenhagen, Berlin. Im Streit um die US-Ansprüche auf Grönland zeichnet sich keine Lösung ab. Teil der Erkundungsmission der 13 Bundeswehrsoldaten auf der Insel sei die Prüfung, wie man die Arktis gemeinsam mit Nato-Partnern sicherer machen könne, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums am Freitag.

Dabei gehe es darum, Übungen mit einem möglichen Einsatz von Seefernaufklärer-Flugzeugen zu planen. „Auch der Einsatz von Fregatten oder anderen Marineeinheiten zur Seeraumüberwachung ist denkbar – theoretisch auch die Verlegung von Eurofightern“, fügte er hinzu. Hintergrund sind US-Forderungen, die Kontrolle über Grönland sei von entscheidender Bedeutung für die nationale Sicherheit.

Eine überparteiliche Delegation von US-Parlamentariern sicherte Dänemark und Grönland angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump unterdessen die Unterstützung des Kongresses zu. Die elfköpfige Delegation unter Leitung des demokratischen Senators Chris Coons wollte am Freitag in Kopenhagen mit der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen und ihrem grönländischen Amtskollegen Jens-Frederik Nielsen zusammentreffen.

Der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump für Grönland, Jeff Landry, erneuerte dagegen die amerikanischen Ansprüche auf die Insel und erklärte, er plane, das dänische Territorium im März zu besuchen. Er glaube, dass dann eine Einigung erzielt werden könne. „Der Präsident meint es ernst. Ich denke, er hat die Weichen gestellt. Er hat Dänemark mitgeteilt, was er erwartet“, fügte Landry hinzu. Dagegen hatten Grönland und Dänemark mehrfach den US-amerikanischen Annexionsanspruch zurückgewiesen.

Die europäischen EU- und Nato-Verbündeten haben Dänemark Hilfe zugesagt, auch wenn sie wie die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni betonten, dass man eine Lösung im Rahmen der Nato finden müsse. Dies lehnt Trump aber bisher ab.

Mehrere EU-Staaten entsenden einige Soldaten

Der US-Präsident hatte erklärt, Grönland sei wegen seiner strategischen Lage und seiner großen Mineralienvorkommen für die Sicherheit der USA von entscheidender Bedeutung. Den Einsatz militärischer Gewalt zur Übernahme der Insel schloss er nicht aus. Deshalb entschlossen sich etliche EU-Regierungen, Soldaten nach Grönland zu schicken – auch wenn diese vorerst nur die Voraussetzungen für gemeinsame Nato-Missionen erkunden sollen.

Der Kreml erklärte am Freitag, Russland betrachte Grönland als dänisches Territorium. Die Sicherheitslage rund um die Insel sei aus völkerrechtlicher Sicht „außergewöhnlich“, sagte ein Sprecher.

Kommentar

Die Bundeswehr betreibt in Grönland Symbolpolitik

Frank Specht

Erstmals zeigte sich mit der Reise der US-Kongressmitglieder nach Dänemark größerer Widerstand in den USA selbst gegen Trumps Grönland-Politik. „In einer Zeit zunehmender internationaler Instabilität müssen wir uns unseren Verbündeten annähern und sie nicht vergraulen“, erklärte Senator Chris Coons Anfang der Woche. Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen sagte, die Rhetorik zu einer Übernahme Grönlands untergrabe die Nato und spiele Russland und China in die Hände. „Ich weiß, dass es hier in Dänemark und in Grönland echte, tiefe Besorgnis gibt“, sagte sie. „Aber ich glaube, dass sich vernünftigere Köpfe durchsetzen werden.“ Der Delegation gehören zwar überwiegend Demokraten an. Aber auch die republikanischen Senatoren Thom Tillis und Lisa Murkowski sind dabei.

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Der Besuch der Kongressabgeordneten folgt auf ein Treffen im Weißen Haus am Mittwoch, bei dem der dänische Außenminister Lars Lokke Rasmussen und die grönländische Außenministerin Vivian Motzfeldt mit US-Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance zusammengekommen waren. Rasmussen wies danach eine Behauptung des Weißen Hauses als falsch zurück, dass eine gemeinsame Kommission zum Erwerb Grönlands eingesetzt worden sei.

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