1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. So sehr können sich Dienstfahrräder lohnen

MobilitätskonzepteSo sehr können sich Dienstfahrräder lohnen

Die Leasingbranche kann von neuen Mobilitätskonzepten profitieren. Und der Chef spart mehrfach, wenn Mitarbeiter zur Arbeit mit dem Dienstrad kommen.Anke Brillen 14.11.2018 - 11:58 Uhr Artikel anhören

Seit 2012 erlaubt der Gesetzgeber die Gehaltsumwandlung für Diensträder.

Foto: Imago

Als vor zehn Jahren die ersten Leasingangebote für Fahrräder auf dem Markt waren, schüttelten die Chefs über dieses Ansinnen den Kopf. Fahrrad? Leasen? Nur um Mitarbeiter fit zu halten? Eher nicht.

An dieser Meinung hat sich bis heute im Grundsatz nicht viel geändert. Um ein vom Arbeitgeber geleastes Fahrrad auch privat fahren zu dürfen, haben Mitarbeiter meist keine andere Wahl, als auf einen kleinen Teil ihres Gehalts zu verzichten. Ein kleiner Teil des Gehalts wird dabei zur Finanzierung der Leasingraten einbehalten. Das Nettogehalt sinkt, und für den Arbeitgeber sinken damit die Sozialabgaben.

Das „Tandem“ aus Gehaltsverzicht und Arbeitgebervorteil wird allerdings angenommen. 200.000 geleaste Dienstradler sind laut Schätzungen mit dem Vehikel Entgeltumwandlung unterwegs. Marktführer ist Jobrad, mittlerweile ziehen Wettbewerber wie Bikeleasing-Service oder Eurorad Bikeleasing nach.

Sie fungieren als Mittler zwischen Fahrradhandel, Arbeitgeber und Leasinggesellschaften. Die Refinanzierung übernehmen Spezialisten wie Mercator Leasing, Würth Leasing, IKB-Leasing, Hofmann Leasing Bank und Glinicke Leasing. Sie alle haben ihr Geschäftsmodell und die Prozesse auf das Modell Entgeltumwandlung getrimmt.

Andere Optionen gibt es derzeit nicht. Dabei bietet ein Mobilitätsbudget im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements für Fahrradleasing Experten zufolge riesiges Potenzial. Die Chance wird aber nicht genutzt – weder vom Gros der Unternehmen noch von den großen Leasingfirmen, die bislang für das Konzept „Mobilitätsbudget“ noch keine Angebote parat haben.

Worauf man beim E-Bike-Kauf achten sollte
E-Bikes sollte man nur beim guten Fachhändler mit eigener Werkstatt kaufen. Nicht nur wegen der Beratung, sondern auch, weil der Fachhändler das Rad repariert. Pedelecs sind Hightech-Produkte, die man nur noch schwer selbst reparieren kann.
Defekte Akkus darf man nicht per Post zurückschicken. Umso mehr ist man auf einen Fachhändler angewiesen.
Ein Tipp der für Bikes und E-Bikes gleichermaßen gilt: Eine Kettenschaltung benötigt mehr Wartungsaufwand als Nabenschaltungen.
Beim Kauf sollten Sie einen Blick auf Antriebseinheit und Akku werfen. Wenn Sie längere Wochenendtouren planen, sollte der Akku eine entsprechende Reichweite haben.
Auch die Position von Motor und Akku ist zu bedenken. Nichts falsch machen kann man beim Mittelmotor, da er die Gewichtsverteilung beim Fahrrad nicht verändert.
Wer sein Rad zum Einkaufen nutzt, achtet darauf, dass der Akku nicht auf dem Gepäckträger sitzt. Wird nämlich darauf noch der Einkaufskorb gesetzt, dann liegt der Schwerpunkt relativ hoch, was wiederum der Fahrstabilität nicht zugute kommt.
Die weit verbreiteten Lithiumionen-Akkus vertragen auch problemlos Teilladungen. Sie können den Akku beispielsweise also auch dann aufladen, wenn er noch zu 30 Prozent geladen ist.
Ein Tipp des ADFC: Wenn Sie das E-Bike über längere Zeit nicht nutzen, dann sollten Sie den Akku kühl lagern (zwischen zehn und 15 Grad Celsius) und den Ladestatus etwa bei 60 Prozent halten.
Wie alle Batterieprodukte mögen auch die Lithiumionen-Akkus weder extreme Kälte noch starke Hitze. Wenn Sie das Bike auch im Winter bei Temperaturen unter null nutzen, sollten Sie den Akku nach beendeter Fahrt mit ins Haus nehmen.
Auch die Radtour an einem heißen Sommertag kann für den Akku zur Belastung werden. Parken Sie das Fahrrad deshalb nicht in der prallen Sonne, stellen Sie es in den Schatten.
Pedelecs oder E-Bikes wiegen wesentlich mehr als Fahrräder. Die meisten bringen zwischen 22 und 25 Kilo auf die Waage. Wer sein Bike also täglich in den Fahrradkeller oder in die Wohnung schleppen muss, sollte das Gewicht bedenken.
Pedelecs sind meist schneller als Fahrräder. Deshalb bitte einen Helm tragen - und Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer sollte selbstverständlich sein.

Bislang stellt Kai Gebhardt deshalb eine Ausnahme dar. Der Personalchef von ebm Papst, einem Hersteller von Elektromotoren und Ventilatoren in Mulfingen, hat irgendwann die Krankenstatistik der „Job-Radler“ im Betrieb mit der radelabstinenten Gesamtbelegschaft verglichen. Der Krankenstand der Gesamtbelegschaft ohne Jobradler betrug 5,94 Prozent. Die Jobradler kamen auf nur 3,67 Prozent.

Die Konsequenz daraus: ebm Papst kooperiert seit 2013 mit Jobrad. Die Leasingfirma verleast Fahrräder als Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) an ebm Papst. Jobrad ist einer der Ersten, die BGM mit Diensträdern kombinieren. „Die besten Gesundheitsangebote bringen nichts, wenn niemand Interesse daran hat. Fahrräder sind ein Selbstläufer. Und das Beste: Die Mitarbeiter sagen es den anderen weiter“, so der Personaler.

Solche innovativen Leasingangebote bringen für die Unternehmenskunden messbare Einsparungen. Laut einer Studie der Ecolibro GmbH sind Mitarbeiter, die täglich zur Arbeit radeln, rund zwei Tage im Jahr weniger krank als der Durchschnitt der „radlosen“ Belegschaft. Bei einem durchschnittlichen Fehlkostensatz von 280 Euro je Werktag errechnen sich bei zwei Fehltagen bei Lohnfortzahlung bereits Kostenersparnisse für Unternehmen in Höhe von 560 Euro pro Mitarbeiter.

Ein Pedelec mit einem Anschaffungswert von etwa 1800 Euro kostet bei einem effektiven Jahreszins von 8,5 Prozent und einer Laufzeit von vier Jahren 525,60 Euro pro Jahr, hat das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg errechnet.

Nicht eingerechnet sind die 10.000 bis 12.000 Euro Kosten pro Parkplatz, die Firmen für die Pkw ihrer Mitarbeiter vorhalten müssen. Angesichts dieser Kalkulation stellt sich die Frage, warum die Arbeitgeber Fahrradleasing nicht einfach als BGM-Investment verbuchen, sondern die Arbeitnehmer die Leasingraten „abstrampeln“ lassen. Zumal die Entgeltumwandlung mit hohem Verwaltungsaufwand verbunden ist.

(Mikro)-Mobilitätsbudget

Experten raten daher für die Zukunft lieber zu einem (Mikro)-Mobilitätsbudget für alle Mitarbeiter, das den sparsamen Umgang mit Mobilität – also das Abstrampeln statt Auto oder Taxi – monetär belohnt. „In Zukunft wird es darum gehen, alle Mitarbeiter abzuholen, auch die, die dem Fahrrad bisher nichts abgewinnen können“, sagt Gunter Glück, Vorsitzender Netzwerk intelligente Mobilität.

Ein weiterer wichtiger Parameter bei der Akzeptanz neuer Angebote ist die Wahlfreiheit. Ein zeitgemäß ausgestaltetes Mobilitätsbudget ermöglicht daher nicht nur ein Fahrrad, sondern schließt beispielsweise auch Carsharing und die Nutzung des ÖPNV mit ein.

Fahrradfahren im Winter ist zudem nicht jedermanns Sache. Zwar besagt die Ecolibro-Studie, dass Sommerradler im Schnitt zwei Tage länger „erkältet“ sind als „Ganzjahresnutzer“. Doch unterm Strich dient jeder Tritt in die Pedale der Gesundheit und zahlt in die betriebliche und volkswirtschaftliche Kasse ein.

Erfolgsvoraussetzung ist nach Beobachtungen von Experten, dass der Arbeitnehmer keine Maßnahme aufgedrängt bekommt, sondern freiwillig, flexibel, stressfrei und monetär zu seinen Gunsten wählen kann. Das heißt aber auch, dass er eigenverantwortlich und privat über sein Budget verfügen kann.

Selbst die „Fahrradspezialisten“ unter den Leasingfirmen stellt ein solches Konzept allerdings vor Herausforderungen. Sie müssen ihre Geschäftsmodelle komplett umstellen, wollen sie in dem neuen Segment mitmischen. Bisher wurden die Leasingverträge vorwiegend mit einem Unternehmen als Leasingnehmer über Hunderte Fahrräder und mit einer Bonitätsprüfung, einem einheitlichen Vertragswerk und automatisierten Prozessen geschlossen.

Verwandte Themen
Grenke
Würth
Fit ins Büro

Wie sehr sich ein Dienstrad lohnt

Das würde sich ändern. Bislang werden einzelne Fahrräder zum Beispiel über die Grenke AG in Baden-Baden über Fachhändler vor Ort an Privatpersonen verleast. Auf ein kleinteiliges Geschäft mit vielen Bonitätsabfragen für Tausende privater Kunden sind die Kapazitäten der meisten Leasinggeber nicht eingestellt.

Gute Marktchancen haben daher Anbieter, die zukünftig einen effektiven Algorithmus für das Privatleasing im kleinteiligen und tendenziell margenschwachen Segment der Mikromobilität entwickeln. Denn nach E-Bikes, Pedelecs und elektrisch betriebenen Lastenrädern steht schon das „nächste große Ding“ vor der Tür: Tretroller mit E-Motor.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt