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MedienberichtSoftbank könnte sich noch einen Hedgefonds anschaffen

Der Softbank Vision Fund steht seit dem WeWork-Desaster in der Kritik. Nun könnte der Technikinvestor einen weiteren Hedgefonds auflegen.Martin Kölling 17.02.2020 - 17:55 Uhr aktualisiert

Bei der Bilanzpressekonferenz vergangene Woche brachte Softbank-Chef Son einen „Brückenfonds“ ins Gespräch.

Foto: Reuters

Tokio. Masayoshi Son umgibt sich gerne mit Managern, die die Initiative suchen. Der Chefmanager von seinem 100 Milliarden Dollar schweren Softbank Vision Fund (SVF), Rajeev Misra, tut sich dabei gerade ganz besonders hervor. Misra habe von Investoren mehrere Milliarden Dollar für ein neues Hedgefonds-ähnliches Anlageprojekt eingesammelt, berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf interne Quellen.

Dem Bericht zufolge hat Misra, der Softbanks in London ansässiges Fondsmanagement Softbank Investment Advisers leitet, bereits Abu Dhabis Staatsfonds Mubadala als Interessenten gewonnen. Der Ölstaat will dem Vernehmen nach zusätzlich Geld von der kasachischen Regierung mobilisieren. Der „Financial Times“ zufolge will Misra die Gelder dann in börsennotierte Unternehmen investieren.

Damit würde ein derartiger Fonds eine Abkehr von Sons bisheriger Investitionsstrategie darstellen. Sons Softbank Vision Fund zielt auf hohe Investitionen in schon schnell wachsende Startups ab, die mit Künstlicher Intelligenz oder Internettechnologien arbeiten. Durch diese Wetten auf mögliche neue Weltkonzerne will Son sein Unternehmen zum global führenden Konzern im Digitalzeitalter aufbauen. Aber angesichts der jüngsten Probleme beim SVF käme Misras Initiative nicht ganz überraschend.

Son selbst hatte vergangene Woche auf der Bilanzpressekonferenz für Softbanks drittes Quartal einen „Brückenfonds“ zwischen dem ersten und dem geplanten zweiten SVF angekündigt. Mit dem will Son das Vertrauen der möglichen Geldgeber zurückgewinnen, das durch das Debakel beim Bürovermittler WeWork gelitten hat.

Zwar handelt es sich bei dem neuen Hedgefonds nicht um Sons Brückenfonds. Aber Son muss vermehrt nach alternativen Angeboten an seine möglichen Partner suchen. Denn nach dem Absturz von WeWork musste er die bereits im vorigen Herbst versprochene Neuauflage seines SVFs verschieben. Die möglichen Geldgeber zögern bisher, Son noch mehr Geld zur Verfügung zu stellen.

Hohe Verluste durch WeWork-Debakel

Anlass zur Sorge bietet ihnen derzeit der erste SVF. Bereits Ende 2018 wurde Kritik von Sons Hauptinvestor, dem saudischen Staatsfonds PIF, an den zu aggressiven Investitionen des Fonds und Sons zu hohem Einfluss auf Investitionsentscheidungen öffentlich. Dann erlitt der SVF nach dem Absturz von WeWork hohe Wertverluste – und Softbank daher hohe Verluste.

Nachdem Anfang Februar auch noch die Rücktrittsabsichten von Michael Ronen, dem Chef der amerikanischen Investitionen des SVF, bekannt wurden, wird offen über Spannungen bei Softbanks Fondsmanagement spekuliert. Laut der „Financial Times“ ist auch Misras Hedgefonds ein Ausdruck von Meinungsverschiedenheiten. Softbank habe versucht, Misra von einer Veröffentlichung der Pläne abzubringen, berichtet die britische Zeitung. Das Handelsblatt konnte dies bisher nicht bestätigen.

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Allerdings scheint Misras Initiative schon weit gediehen zu sein. Der Hauptsitz des Fonds wird dem Bericht zufolge in Abu Dhabi angesiedelt werden. Selbst ein Fondsmanager wird schon kolportiert: Es handelt sich um Akshay Naheta, einen engen Vertrauten Misras. Der frühere Hedgefondsmanager gilt als treibende Kraft hinter Softbanks Investment in das deutsche Fintech-Unternehmen Wirecard. Auch dieses Unternehmen ist bereits an der Börse notiert.

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