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Börse am 9. MärzSechs Punkte, die für Anleger heute wichtig sind

Dem Dax droht zum Handelsstart ein massiver Kurssturz. Die Ölpreise fallen wegen des Machtkampfs zwischen Saudi-Arabien und Russland ins Bodenlose.Tom Körkemeier 09.03.2020 - 07:11 Uhr

Blick auf die Anzeige an der Frankfurter Börse.

Foto: dpa

Düsseldorf. Die Folgen der Coronakrise und der Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland am Ölmarkt erschüttern zu Wochenbeginn die Börsen rund um den Globus. Der Dax dürfte nach Berechnungen von Brokern zum Handelsstart am Montag über fünf Prozent verlieren und unter die Marke von 11.000 Punkten fallen.

Vor knapp drei Wochen hatte er noch ein Rekordhoch von 13.795 Punkten markiert. In der vergangenen Woche war der deutsche Leitindex bereits um fast drei Prozent abgesackt. Auch die asiatischen Aktienmärkte verzeichneten am Montag herbe Verluste.

Die Furcht vor einer Rezession der Weltwirtschaft mischte sich mit den massiven Verwerfungen am Ölmarkt. Konjunkturdaten wie die deutsche Handelsbilanz und Industrieproduktion für Januar dürften die Anleger wenig beindrucken, da die Daten die Zeit vor der Ausbreitung des Coronavirus abbilden.

Auch gute US-Arbeitsmarktdaten hatten am Freitag keinen Effekt gezeigt. Die US-Notenbank hatte in Reaktion auf die Coronakrise bereits die Zinsen gesenkt – auch dieser Effekt verpuffte. Die Renditen für US-Staatsanleihen fielen auf ein Rekordtief.

Die Finanzmärkte hätten mittlerweile eine deutliche wirtschaftliche Abschwächung eingepreist, wenn nicht mehr, schrieb Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank. Selbst ein starker US-Arbeitsmarktbericht für Februar vermochte die Anleger vor diesem Hintergrund nicht aus der Deckung zu locken.

1 – Ölpreise im freien Fall

Der von Saudi-Arabien losgetretene Preiskrieg hat die Rohölpreise zum Handelsstart in der Nacht zu Montag weiter einbrechen lassen. Der wichtigste Referenzpreis, die Nordseesorte Brent fiel in der Spitze um 30 Prozent Prozent auf unter 35 Dollar pro Barrel (rund 159 Liter). Der Preis für die US-Sorte WTI rutschte ebenfalls um mehr als 22 Prozent auf weniger als 32 Dollar pro Fass. Seit ihrem Jahreshoch von Mitte Januar hat sich Rohöl um 50 Prozent verbilligt.

Die Ölmärkte reagieren mit dem Ausverkauf auf die Ankündigung des saudischen staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco vom Wochenende, sein Öl mit hohen Rabatten von vier bis zehn Dollar pro Fass gegenüber den Referenzpreisen in den Markt zu drücken. Zudem hatte Saudi-Arabien angekündigt, ab April die Ölproduktion von derzeit 9,7 Millionen Barrel pro Tag auf über elf Millionen Barrel pro Tag hochzufahren.

Mit der Ölschwemme zielen die Saudis auf Russland: Ende vergangener Woche hatte der russische Ölminister Alexander Nowak seinen saudischen Amtskollegen Prinz Abdulaziz bin Salman bei einem Gipfeltreffen in Wien mit Forderung nach einer Drosselung der Ölproduktion abblitzen lassen. Damit ist auch die 24 Staaten umfassende Allianz der Ölexporteure, genannt „Opec+“, de facto am Ende.

2 – Handel in Asien

Auch in Asien ging der Ausverkauf an den Aktienmärkten weiter. Der Shanghai Composite Index sackte im Morgenhandel um 2,8 Prozent ab, der südkoreanische Kospi-Index, der singapurische Straits-Times-Index und der Hongkonger Hangseng-Index sogar um mehr als vier Prozent. Doch der Verlierer des Tages war der japanische Nikkei-225-Index, der bis zur Mittagspause um 6,2 Prozent auf 19.473,07 Punkte sank. Damit fiel der Nikkei erstmals seit Januar 2019 unter die Marke von 20.000 Punkten.

Mit der globalen Ausbreitung des Coronavirus wächst nicht nur die Angst vor einem Einbruch der Geschäfte für die japanische Wirtschaft im In- und Ausland. Gleichzeitig schießt der Wechselkurs des Yen in die Höhe und verdüstert damit die Gewinnaussichten der japanischen Exportindustrie. Allein über das Wochenende sackte der Dollar bis Montagfrüh (MEZ) um 2,6 Prozent auf 102,65 unter die Marke von 103 Yen ab.

3 – Vorgaben aus den USA

Die Börsen in den USA werden mit einem dicken Minus in die neue Woche starten. Die Dow Jones Futures lagen Stunden vor Handelsbeginn bereits knapp 4,7 Prozent im Minus. Die Futures vom S&P 500 sogar mit knapp 4,9 Prozent. Auch der Nasdaq-Composite wird die Panik der Anleger zu spüren bekommen. Die Futures des Nasdaq lagen ebenfalls mit mehr als 4,8 Prozent im Minus. Am Freitag hatten die drei wichtigsten US-Indizes ihre Verluste zum Handelsschluss noch eingrenzen können.

4 – Weitere Entwicklungen in der Coronakrise

In den vergangenen Wochen hat das Virus den Märkten weltweit zugesetzt. Nachdem der Dax im Februar unter dem Strich zwölf Prozent verloren hatte, fiel der deutsche Leitindex in der ersten Märzwoche um 2,9 Prozent. Derweil verbreitet sich das Virus immer weiter. Inzwischen gibt es weltweit über 110.000 bestätigte Fälle. In Deutschland über 1000 Infizierte.

5 – Beschlüsse in Berlin

Am Sonntagabend hatten sich Koalitionsspitzen in Berlin getroffen. Sie beschlossen unter anderem eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes. Die Auszahlung von Kurzarbeitergeld soll erleichtert und länger ermöglicht werden.

Zudem will die Regierung besonders betroffenen Unternehmen finanziell unter die Arme greifen: Sie kündigte Vorschläge für entsprechende Liquiditätshilfen und ein Gespräch mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft und den Gewerkschaften dazu an.

6 – Das statistische Bundesamt veröffentlicht Exportdaten für Januar

Ende 2019 war das derzeit vom Coronavirus stark gebeutelte China das vierte Jahr in Folge der wichtigste deutsche Handelspartner. Zwischen den Staaten wurden Waren im Wert von 205,7 Milliarden Euro gehandelt. Wegen des Coronavirus ist ein Rückgang des Handelsvolumens zu erwarten.

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