Neues Führungsteam: Cedrik Neike wird Industrievorstand von Siemens
Der Siemens-Vorstand übernimmt im kommenden Jahr als Industrievorstand eine Schlüsselrolle im Konzern.
Foto: SiemensMünchen. Cedrik Neike übernimmt eine der wichtigsten Positionen im Siemens-Konzern: Der Aufsichtsrat berief den 47-Jährigen am Mittwoch zum künftigen Industrievorstand. Er soll ab Oktober die Verantwortung für die Digitalen Industrien übernehmen. Amtsinhaber Klaus Helmrich geht im Frühjahr nach 35 Jahren im Unternehmen in den Ruhestand.
Damit formt der zukünftige Siemens-Chef Roland Busch sein Führungsteam für die kommenden Jahre. Der Konzernvize und Technologievorstand übernimmt in den kommenden Monaten immer mehr Aufgaben des scheidenden CEOs Joe Kaeser und wird im Februar Vorstandsvorsitzender. Vor einigen Wochen war bereits Judith Wiese zur Personalchefin ernannt worden.
„Mit den heutigen Entscheidungen vollziehen wir einen weiteren Schritt in der strukturierten Nachfolgeplanung für den Vorstand der Siemens AG“, sagte Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe. Er betonte zudem: „Schon heute möchte ich Joe Kaeser ganz besonders für seine aktive Unterstützung im Nachfolgeprozess danken.“
Über den bevorstehenden Aufstieg Neikes hatte das Handelsblatt bereits exklusiv berichtet. Der frühere Cisco-Manager ist derzeit für das Geschäftsfeld Smart Infrastructure verantwortlich, zu dem unter anderem die Gebäudetechnik gehört. Nach der Aufspaltung des Konzerns – im Herbst geht die Energietechnik unter dem Namen Siemens Energy an die Börse – gelten die Digitalen Industrien mit der Vorzeigeeinheit „Digitale Fabrik“ als wichtigstes Standbein der neuen Siemens AG.
Als Verantwortlicher für die Smart Infrastructure wird Matthias Rebellius in den Siemens-Vorstand aufrücken, der bereits als Chief Operating Officer die operativen Geschäfte der Einheit führt und CEO Siemens in der Schweiz ist. Der 55-Jährige gilt als Vertrauter von Busch.
Neike machte eine Ausbildung bei Siemens und arbeitete dann lange für Cisco. Daher gilt er als Digitalisierungsexperte. Bei der Automatisierung von Fabriken, in der Siemens Weltmarktführer ist, spielen Software und die Anbindung an das Internet der Dinge eine immer wichtigere Rolle.
In den vergangenen Jahren hatte CEO Kaeser den Konzern radikal umgebaut. Die Medizintechnik wurde verselbstständigt und an die Börse gebracht, Ende September folgt Siemens Energy. Damit wird Roland Busch eine kleinere, fokussierte Siemens AG führen.
Die Teilkonzerne sollen nun auch durch Übernahme in ihren Kerngeschäften gestärkt werden. Den Anfang machten die Siemens Healthineers vor wenigen Tagen mit der Übernahme des Strahlentherapie-Spezialisten Varian für mehr als 16 Milliarden Dollar.