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Dax aktuellDax schließt im Minus – Türkische Lira auf Rekordtief

Den Anlegern fehlt es derzeit an Zuversicht, der Dax notiert uneinheitlich. Zumindest die Aktien von Siemens und Adidas waren am Donnerstag aber gefragt.Michael Brächer 06.08.2020 - 18:08 Uhr aktualisiert

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

Foto: dpa

Düsseldorf. Der Dax ist am Donnerstag schwächer aus dem Handel gegangen. Er schloss 0,5 Prozent im Minus bei 12.591 Punkten. Den Anlegern fehlt es derzeit an Zuversicht: Die weiter grassierende Corona-Pandemie, die Verzögerung in den USA bei einem weiteren Hilfspaket und die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und China belasten die Stimmung.

Bei den Einzelwerten gab es viel Bewegung: Das lag an einer ganzen Reihe von Quartalsergebnissen, die von der Coronakrise bestimmt werden. So schreibt etwa der Sportwarenhersteller Adidas erwartungsgemäß einen Verlust, stellte aber eine Rückkehr in die Gewinnzone in Aussicht. Anleger griffen zu, die Aktie ging 1,9 Prozent höher aus dem Handel.

Auch die Papiere von Siemens waren gefragt und schlossen 1,6 Prozent höher. Der Technologiekonzern zeigt sich gegen die Coronakrise vergleichsweise robust. Und der Pharmakonzern Merck hob seine Prognose sogar etwas an: Er erwartet für das laufende Jahr einen bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) von 4,45 bis 4,85 Milliarden Euro. Die Aktie ging 1,6 Prozent höher aus dem Handel.

Ermutigende Signale kommen aus der deutschen Industrie. Dort haben sich die Auftragseingänge nach dem Einbruch im Juni unerwartet stark erholt. Nachdem das Ordervolumen im Mai bereits um 10,4 Prozent im Monatsvergleich gestiegen war, habe es im Juni einen Zuwachs um 27,9 Prozent gegeben, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Die Erwartungen der Analysten wurden damit übertroffen.

Impfstoff als Risiko?

In den USA bewegen sich die Märkte an diesem Donnerstag nur wenig. Unterdessen warnen die Analysten der US-Investmentbank Goldman, dass sich ein Corona-Impfstoff für Investoren auch als Risiko erweisen könnte. Denn viele Anleger könnten auf dem falschen Fuß erwischt werden. 

Eine ganze Reihe von Firmen sucht fieberhaft nach Corona-Impfstoffen – auch in Deutschland. Eine erfolgreiche Zulassung könne zu Verwerfungen am Markt führen, so die Analysten. Dann wären Staatsanleihen etwa weniger gefragt. 

Am Aktienmarkt würde es wohl zu einer Verschiebung weg von Technologieaktien zu zyklischen Werten kommen. Die Zulassung könne „die Annahmen des Marktes über Zyklikalität und endlos negative Realzinsen auf die Probe stellen“, schreiben Goldman-Analyst Kamakshya Trivedi und sein Team. 

Weiter aufwärts ging es für den Goldpreis: Die Feinunze kostete zuletzt rund 2048 US-Dollar, das Allzeithoch von 2055 Dollar scheint damit in greifbarer Reichweite. Auch Silber war weiter gefragt. Manchem Analysten wird die Rallye langsam unheimlich. 

„Auch wenn es mit dem schwachen US-Dollar, negativen Realzinsen und der ultralockeren Geldpolitik der Zentralbanken weiterhin gute Gründe für steigende Gold- und Silberpreise gibt, nimmt die Dynamik mittlerweile exzessive Ausmaße an“, schreibt Commerzbank-Rohstoffexperte Carsten Fritsch.

Türkische Lira fällt auf Rekordtief zum US-Dollar

Am Devisenmarkt setzte sich die Schwäche der türkischen Lira fort: Sie fiel auf ein Rekordtief zum US-Dollar. Der Dollar stieg im Gegenzug in der Spitze bis auf 7,2850 Lira. Dies ist der höchst jemals erreichte Kurs. Der letzte Rekordstand war im Mai erreicht worden. Am Donnerstag stieg der Kurs um rund drei Prozent. Auch der Eurokurs legte zur Lira deutlich zu und erreichte mit 8,6692 Lira für einen Euro einen neuen Höchststand.

„Die Ursachen des Abwärtsdrucks auf die Lira sind zuvorderst fundamentaler Natur: die mangelnde Inflationsbekämpfung der Zentralbank und ein Realzins im tiefroten Bereich“, kommentierte Antje Praefcke, Devisenexpertin von der Commerzbank. „Wir gehen deshalb davon aus, dass die Lira tendenziell weiter unter Druck bleiben wird.“

Die türkische Notenbank hatte zuletzt erfolglos versucht, die Währung durch Interventionen am Devisenmarkt zu stützen. Die Notenbank verfügt nur noch über geringe Devisenreserven und steht unter hohem politischen Druck. Die Inflation hat sich zuletzt beschleunigt und lag im Juni bei fast 13 Prozent.

Blick auf die Einzelwerte

Adidas: Der Sportwarenhersteller ist im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Nettoverlust summierte sich auf 306 Millionen Euro, wie Adidas mitteilte. Die Aktie schloss 1,9 Prozent höher.

Beiersdorf: Auch bei dem Konsumgüterhersteller schrumpfte der Gewinn wegen der Coronakrise. Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen fiel in der ersten Jahreshälfte um fast ein Viertel auf 441 Millionen Euro, wie der Kosmetikhersteller am Donnerstag mitteilte. Die Aktie war mit einem Minus von 5,6 Prozent größter Verlierer im Dax.

Covestro: Die Aktien des Leverkusener Werkstoffherstellers waren gefragt, sie legten 3,7 Prozent zu. Die Analysten der Investmentbank Morgan Stanley hatten zuvor ihr Kursziel für die Papiere von 40 auf 43 Euro erhöht. 

Glencore: Der umstrittene Rohstoffkonzern mit Sitz in der Schweiz kassiert angesichts der Coronakrise seine 2,6 Milliarden Dollar schweren Dividendenpläne. Stattdessen wolle man die Schulden senken, so das Unternehmen. Die Aktie verbuchte ein Minus von acht Prozent.

Henkel: Bei dem Konsumgüterkonzern haben die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise für deutliche Rückgänge von Umsatz und Gewinn gesorgt. Eine neue Prognose geben die Düsseldorfer nicht: "Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten können wir derzeit keinen neuen und belastbaren Ausblick für das Gesamtjahr geben“, sagte Konzernchef Carsten Knobel. Die Papiere des Konzerns gaben um 0,6 Prozent nach. 

Lufthansa: Die Airline weist trotz massiver Kostensenkungen im zweiten Quartal einen Betriebsverlust von 1,7 Milliarden Euro aus. Firmenchef Spohr spricht angesichts der Coronakrise von einer „Zäsur“ im Luftverkehr. Die Aktie gab um 1,2 Prozent nach. 

Merck: Der Pharmakonzern hat seine Ergebnisprognose trotz der Coronakrise angehoben. Für 2020 rechnet Merck nun mit einem bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) von 4,45 bis 4,85 Milliarden Euro. Die Aktie notierte 1,6 Prozent stärker.

Munich Re: Der Münchener Rückversicherer verdient im zweiten Quartal deutlich mehr als die Konkurrenz. Die Tochter Ergo fällt dabei besonders positiv auf. Die Aktie verlor aber 1,9 Prozent.

Shop Apotheke: Die Aktien stiegen um 5,3 Prozent. Investoren greifen Händlern zufolge wegen eines höher als erwarteten Betriebsergebnisses im zweiten Quartal bei der Online-Apotheke zu.

Siemens: Bei dem Technologieunternehmen sank der Umsatz in der Coronakrise nur leicht, der Gewinn halbierte sich allerdings nahezu.  Als Ursache gelten höhere Steuern und die Verluste bei der Windkrafttochter Gamesa. Die Aktie konnte sich gegen den Negativtrend behaupten und stieg um 1,6 Prozent..

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