Autohersteller: Mehr Elektroautos für Europa: „Green Deal“ zwingt Toyota zur Strategieanpassung
Ein wasserstoff-betriebenes Auto, produziert in Japan, das in Europa auf absehbare Zeit eine Randerscheinung bleiben wird. Der zweitgrößte Autohersteller der Welt braucht in der EU vor allem Elektroautos.
Foto: ReutersDüsseldorf. Toyota gilt als ein Autokonzern, der bei neuen technologischen Entwicklungen meist vorn mit dabei ist. Schon vor mehr als 20 Jahren, als noch niemand so recht an den Durchbruch der teilelektrischen Autos glauben wollte, brachten die Japaner mit dem Prius ihren ersten Hybrid-Pkw auf den Markt.
Auch bei der Brennstoffzelle war Toyota der Konkurrenz voraus: Seit fünf Jahren ist der wasserstoffbetriebene Mirai rund um den Globus auf den Straßen unterwegs.
Bei den rein elektrisch angetriebenen Autos dagegen hat sich der zweitgrößte Autohersteller der Welt Zeit gelassen. So sieht es auch Volkswagen, die Nummer eins und der global größte Toyota-Konkurrent. „Das ansonsten sehr profitable und innovative Unternehmen Toyota ist bei der Elektrifizierung deutlich später dran als wir“, sagte VW-Konzernchef Herbert Diess in der vergangenen Woche in einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“.
Toyota hat inzwischen reagiert und will sich nicht mehr nur auf die teilelektrischen Hybride und den Brennstoffzellenantrieb verlassen, vor allem mit Blick auf den europäischen Markt. Im nächsten Jahr startet der japanische Autohersteller in Europa mit dem Verkauf seines ersten eigenen vollelektrischen Modells. „Wir brauchen den Mix aus Hybrid, Plug-in-Hybriden und vollelektrischen Fahrzeugen“, sagt Toyota-Europa-Chef Johan van Zyl im Gespräch mit dem Handelsblatt.