Regulierung: Absurder Wohnungsmarkt: Die schädlichen Nebenwirkungen des Berliner Mietendeckels
Viele Berliner Vermieter müssen vorerst die Mieten senken.
Foto: picture alliance / imageBROKERBerlin, Frankfurt, Düsseldorf. Post vom Vermieter sorgt in deutschen Haushalten normalerweise für Frust. Nicht so bei Familie K. aus Berlin: Der Eigentümer ihrer Vierzimmerwohnung im Zentrum der Hauptstadt teilte im November mit, dass er die Nettokaltmiete senkt – um immerhin knapp 230 Euro monatlich.
Familie K. ist nur einer von schätzungsweise 340.000 Berliner Mieterhaushalten, die ähnliche Schreiben bekamen. Allein 30.000 Briefe mit Mietkürzungen verschickte der Dax-Konzern Deutsche Wohnen. Zumeist sei es um zweistellige Euro-Beträge gegangen, sagte eine Unternehmenssprecherin.
Die Bochumer Vonovia, Nummer eins unter den deutschen Wohnungsvermietern und ebenfalls Mitglied im deutschen Aktien-Leitindex, senkte bei rund einem Drittel ihrer 42.430 Wohnungen in der Region Berlin die Miete. Pro Quadratmeter variiere die Spanne der Kürzungen zwischen einigen Cent und mehreren Euro pro Monat, hieß es.
Der Grund für die unverhoffte Post: Die rot-rot-grüne Landesregierung hatte beschlossen, dass Eigentümer von Wohnungen, die vor 2014 gebaut wurden, ihre Mieten absenken müssen, wenn diese mehr als 20 Prozent über den vom Senat festgelegten Obergrenzen liegen. Ob dies der Fall ist, kann jeder Berliner leicht selbst überprüfen: Ein eigens entwickelter und vom Senat offensiv promoteter „Mietendeckelrechner“ im Internet macht’s möglich.