Minuszinsen: Marktanalyse zu Negativzinsen: 14 Banken berechnen höhere Strafzinsen als die EZB
Die Zahl der Banken mit Minuszinsen auf Giro- und Tagesgeldkonten steigt zusehends. Einige verlangen höhere Strafzinsen als die EZB.
Foto: imago/Christian OhdeFrankfurt. Immer mehr Banken und Sparkassen veranschlagen Negativzinsen auf Tagesgeld- sowie Girokonten. In vielen Fällen gelten gerade für Neukunden nur noch geringe Freibeträge, ein Teil der Geldhäuser schraubt auch den Minuszins nach oben. 14 Kreditinstitute veranschlagen dem Vergleichsportal Verivox zufolge inzwischen Minuszinsen von 0,55 Prozent und darüber – also mehr, als ihnen die Europäische Zentralbank (EZB) berechnet.
So registriert Verivox inzwischen zwei Banken, die Minuszinsen von einem Prozent erheben. Die genossenschaftliche PSD Bank Rhein-Ruhr aus Düsseldorf hatte ihren Strafzins für neues Tagesgeld oberhalb von 500.000 Euro Mitte März auf diesen Satz erhöht. Daneben gibt es eine Bank, die einen Negativzins von 0,7 Prozent berechnet, zehn Häuser setzen 0,6 Prozent an und ein Kreditinstitut verlangt 0,55 Prozent.
Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich, sagte dazu: „Das sind Abwehrkonditionen, mit denen die Kreditinstitute den Zufluss neuer Spargelder unterbinden wollen.“ Auch die PSD Bank Rhein-Ruhr bezeichnete den vergleichsweise hohen Strafzins als „Abwehrkondition“.
Maier sieht einen ungebrochenen Trend zu Negativzinsen: Verivox zählt 345 Kreditinstitute mit per Preisaushang ausgewiesenen Negativzinsen, was einem Viertel der untersuchten Geldhäuser entspricht. Damit hat sich die Zahl seit Anfang dieses Jahres mehr als verdoppelt.