Verschuldeter Immobilienkonzern: Sorge vor Chinas „Lehman-Moment“: Drohende Pleite von Evergrande alarmiert die globalen Finanzmärkte
Ein gewaltiger Absturz: Evergrande-Aktien haben seit Jahresanfang mehr als 80 Prozent an Wert verloren.
Foto: Stringer/laifPeking. Das Drama um den hochverschuldeten chinesischen Immobilienentwickler Evergrande führt zu einer immer größeren Nervosität an den internationalen Finanzmärkten. Die Börsen in Asien stehen seit Tagen unter Druck.
Bei Evergrande läuft in der nächsten Woche eine wichtige Zahlungsfrist ab. Zunehmend machen sich deshalb auch Investoren in Europa und den USA Sorgen, dass die chinesische Regierung das Unternehmen womöglich unkontrolliert in die Pleite rutschen lässt.
Die immer wieder geäußerte Befürchtung: Dann hätte China seinen eigenen „Lehman-Moment“. Die Pleite der gleichnamigen US-Bank verursachte 2008 einen Dominoeffekt bei anderen Banken und gilt als einer der Auslöser der weltweiten Finanzkrise.
Am Freitag erhöhte China seine kurzfristigen Geldspritzen für das Finanzsystem. Die People's Bank of China (PBOC) stellte am Freitag über sieben- und 14-tägige Reverse-Repo-Geschäfte netto 90 Milliarden Yuan (14 Milliarden Dollar) zur Verfügung, so viel wie seit Februar nicht mehr. Es war das erste Mal in diesem Monat, dass die Behörden dem Bankensystem an einem einzigen Tag mehr als zehn Milliarden Yuan an kurzfristiger Liquidität zuführten.