Finanzzentren: Nach dem Brexit: Die schleichende Erosion des Finanzplatzes London
Banker erwarten eine schleichende Verlagerung von Arbeitsplätzen aus London in die EU.
Foto: BloombergFrankfurt, London. Londons Banker sind festlich gestimmt, eine lukrative Bonussaison steht bevor. Laut dem Finanzdienst Bloomberg soll der Bonuspool bei der britischen Großbank Barclays um mindestens 25 Prozent höher liegen als im vergangenen Jahr. Bei den US-Banken JP Morgan und Goldman Sachs sollen es für die Dealmaker sogar 40 bis 50 Prozent mehr werden.
Auch bei der Deutschen Bank können sich die Banker, die an der Anbahnung von Übernahmen und Wertpapierplatzierungen mitgearbeitet haben, wohl über ein Plus von 20 Prozent freuen.
Auf den ersten Blick scheint in der City alles in Ordnung zu sein. Das erste Jahr nach dem Brexit war gekennzeichnet von Rekord-Börsengängen, einer Flut von Fusionen und Übernahmen (M&A) und einem ausgesprochen schwunghaften Aktienhandel.
„Das Jahr war sehr rege und geschäftig“, meint Catherine McGuinness, Cheflobbyistin der City of London Corporation. „Der Finanzsektor hat den Brexit gut verkraftet.“
Und doch mischt sich in die Zufriedenheit bei manchem Banker die Sorge um die Zukunft. Denn das gute Jahr 2021 ist nur eine Momentaufnahme. Die Skeptiker fürchten, dass die Spätfolgen des Brexits zu einer Art schleichender Erosion führen werden.