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Handelsblatt-Musterdepots: Das Dynamik-DepotKapitalmärkte im Krisenmodus: Panik bleibt bisher aus

Trotz starker Schwankungen an den Kapitalmärkten gibt es bisher keine wirkliche Panik. David Wehner von Do Investment stellt sich auf weitere Kursausschläge ein, baut auf Europa und sichert sein Portfolio mit Gold ab.David Wehner 17.03.2022 - 18:00 Uhr Artikel anhören

Die Strategen (v. l.): Laetitia-Zarah Gerbes (Acatis Investment), Gabriele Hartmann (Perspektive Asset Management) sowie David Wehner (Do Investment)

Foto: privat

München. Der Krieg in der Ukraine dauert nun seit gut drei Wochen an – und es ist erstaunlich, dass sich die Verwerfungen an den Kapitalmärkten bisher in einem einigermaßen überschaubaren Rahmen halten. Die letzten 20 Jahre waren von zahlreichen Krisen geprägt – von der Dotcom-Blase über die Finanz- und Euro-Krise bis hin zur Covid-19-Pandemie. Letztere hat zu den stärksten Verwerfungen seit der Lehman-Pleite 2008 geführt.

Der Ukrainekrieg bringt zwar auch einem Volatilitätsanstieg an den Kapitalmärkten mit sich; die Aktienmärkte haben im Durchschnitt seit Jahresanfang zwischen zehn und 20 Prozent verloren. Aber eine länger anhaltende Panik ist bisher ausgeblieben.

Gleiches gilt auch für die Rohstoff- und Anleihemärkte. Die Renditen für Premium-Staatsbonds sind mittlerweile wieder dort angelangt, wo sie vor Beginn des Ukrainekriegs standen. Die Preise für Öl und Gas bewegen sich auf einem hohen Niveau, allerdings unterhalb ihrer jüngsten Hochs.

Dabei ist ein Krieg in Europa meines Erachtens ein Worst-Case-Szenario. Weitgreifende Sanktionen, der Ausschluss Russlands aus dem SWIFT-System, Nahrungsmittelknappheit, Lieferkettenprobleme und Energiesicherheit sind unmittelbar mit dem Ukrainekrieg verbunden und wichtige Einflussfaktoren für die Konjunktur und die Entwicklung von Unternehmen.

Keine Rezession im Jahr 2022!

Von einer globalen Rezession gehe ich in diesem Jahr nicht aus – solange sich der Konflikt auf die Ukraine und Russland begrenzt. Eine politische Intervention von weiteren Großmächten wie China und damit verbundene Sanktionen würden das Szenario hingegen weiter trüben.

Extreme Anspannung in den Lieferketten werden uns das gesamte Jahr begleiten. Kurzfristige Besserung ist nicht in Sicht. Die Inflationsrate wird mindestens bis Sommer auf dem derzeitig hohen Niveau verbleiben und in den nächsten Monaten wahrscheinlich weiter ansteigen, da Unternehmen die höheren Energiekosten auf ihre Produktkosten umlegen.

Erst in der zweiten Jahreshälfte würden Basiseffekte zu einer Reduktion der Inflationsrate führen. Allerdings zeichnen sich Versorgungsengpässe im Energiesektor für den Winter in Europa ab. In Summe gehe ich von einem weltwirtschaftlichen Wachstum von 3,5 Prozent und einer Inflationsrate von 6,2 Prozent für 2022 aus.

Die global wichtigen Zentralbanken werden sich in diesem Umfeld schwertun, ihren geldpolitischen Kurs aggressiv anzupassen. Sie haben den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik letztes Jahr regelrecht verschlafen. Ich rechne mit maximal vier Zinsschritten bei der US-Fed in diesem Jahr. Der EZB wird wahrscheinlich nur der Ausstieg aus ihrem Anleihekaufprogramm gelingen.

Aktienmarkt Europa: Jede Krise bietet Chancen

In der Vergangenheit boten Krisen und Kriege neben allen Verwerfungen auch Chancen – sowohl ökonomisch als auch politisch. Der Ukrainekrieg trifft Europa ins Mark. Die steigenden Energiekosten, die Abhängigkeit von russischem Öl und Gas, die gestörten Lieferketten und die Angst vor einer Ausweitung des Konflikts auf die Europäische Union haben die Aktienmärkte stark belastet.

Die europäischen Aktienindizes haben in den letzten Wochen die stärksten Kapitalabflüsse seit der Euro-Krise verzeichnet. Die Kurse von BASF, Schneider Electric, Volkswagen, ASML und Siemens sind in den ersten beiden Wochen des Ukrainekriegs stark gefallen.

Die genannten Unternehmen sind Bestandteil des Dynamik-Depots; ich halte weiterhin an den Aktien fest. Europa war aufgrund der Covid-19-Pandemie schon vor dem Ukrainekrieg günstig bewertet und handelte mit einem erheblichen Abschlag im Vergleich zu den US-Aktienmärkten. Die letzten Wochen haben diesen Bewertungsunterschied noch einmal verstärkt.

Zudem scheint die europäische Politik ihre Zurückhaltung abgelegt zu haben und sich den Kernproblemen der Gegenwart zu widmen: innere und äußere Sicherheit und Energiesicherstellung. Der Ukrainekrieg hat Europa stärker zusammengeschweißt. Die gemeinschaftliche Finanzierung der Rüstungsausgaben und der Energiewende ist ein klares Anzeichen dafür. Es wird spannend sein zu beobachten, ob dies auch Auswirkungen auf die Nachhaltigkeitsklassifizierung einiger Rüstungsunternehmen haben wird.

Die Musterdepots
Die Manager der Musterdepots schreiben im wechselnden Wochenrhythmus über ihre Sicht auf die Märkte. Die Beiträge der Expertinnen und Experten stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen lediglich einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben. >> Hier geht es zur Musterdepot-Seite
Leserinnen und Leser können den Profis quasi live über die Schulter schauen: Es gibt das „Zukunfts-Depot“ von Laetitia-Zarah Gerbes (Acatis Investment), das „Nachhaltigkeits-Depot“ von Gabriele Hartmann (Perspektive Asset Management) und das „Dynamik-Depot“ von David Wehner (Do Investment).
Hier gelangen Sie direkt zur Musterdepot-Seite:>> www.handelsblatt.com/boerse/musterdepots

Die Kapitalmärkte preisen Erwartungen ein, und die aktuelle Schwäche Europas ist am Währungsverhältnis Euro gegenüber US-Dollar gut ablesbar. Solange Krieg in der Ukraine herrscht, wird das Verhältnis Euro zu Dollar unter 1,10 Dollar je Euro notieren. Bei einer Entspannung der Situation rechne ich mit einem stärkeren Euro Richtung 1,15 bis 1,20 Dollar je Euro.

Gold – ein „sicherer Hafen“ im Dynamik-Depot

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Krisen bieten Chancen, allerdings ist Diversifikation wichtig und bei hoher Unsicherheit spielt Gold seine Stärke aus. Das Dynamik-Depot ist zu etwa 92 Prozent in globale Aktien investiert. Die Goldminen-Aktien Newmont und Barrick Gold sind mit je fünf Prozent gewichtet. Das physische Gold, abgebildet durch Xetra-Gold, macht rund acht Prozent des Portfolios aus.

Diese Werte, also Gold und Goldminen, haben das Dynamik-Depot in den vergangenen Wochen vor höheren Verlusten geschützt. Zwar haben sie einen Teil der Gewinne in den vergangenen Handelstagen abgegeben, aber diese Entwicklung ist nach der Rally gesund und sinnvoll. Ich halte weiterhin an den Gold-Positionen im Dynamik-Depot fest, denn sie sind in Phasen der Unsicherheit sozusagen das Federkissen des Dynamik-Depots. Ich stelle mich in den nächsten Wochen und Monate auf erhöhte Unsicherheit mit jeweils nur kurzfristigen Entspannungsphasen ein.

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