Kommentar: Herbert Diess hat sich und VW in die Sackgasse gelenkt
Der 63-Jährige hat viele Projekte beim Autobauer angestoßen, bis zum Ende umgesetzt hatte er sie zu selten.
Foto: BloombergDer am Freitag vollzogene Rausschmiss von Ex-Volkswagen-Chef Herbert Diess hat sich in der Rückschau betrachtet lange abgezeichnet: Schritt für Schritt wurde der 63-Jährige nach Querelen mit den Arbeitnehmern, offenkundigen Managementfehlern, ungeschickten Äußerungen und Provokationen gegen den Aufsichtsrat vom Kontrollgremium des größten europäischen Autobauers entmachtet. Zuletzt blieb ihm nur noch die Verantwortung über die Software-Einheit Cariad.
Diess wollte das Gesicht von Volkswagen sein, doch das hatte er zuletzt wohl zu wörtlich genommen. Am Ende war Volkswagen mehr eine Art Ich-AG des polarisierenden Managers. Eine Basis für die Zusammenarbeit habe es angesichts von Diess' Alleingängen nicht mehr gegeben, hieß es am Ende in Wolfsburg.
Die kritische Phase wurde erreicht, als der raue Ton zwischen Audi-Chef Markus Duesmann, Porsche-Chef Oliver Blume und Diess angesichts massiver Probleme in der Software-Entwicklung in gegenseitige Schuldzuweisungen kippte. Spätestens da hatte Diess sich und den Konzern in eine Sackgasse manövriert. Der Aufsichtsrat musste die Blockade in Wolfsburg lösen.