Neuemissionen: Das Ende des Spac-Booms: Börsenmänteln fehlen Investoren und Übernahmeziele
Im Moment notieren fast alle Spacs im Minus, an neuen Vehikeln haben Investoren kaum mehr Interesse.
Foto: ReutersFrankfurt. Das Start-up Tado hat eine App entwickelt, mit der sich Heizung und Klimaanlage intelligent steuern lassen. Im Januar kündigte die Münchener Firma an, durch die Fusion mit einer leeren Firmenhülle, einem sogenannten Spac, an die Börse gehen zu wollen. Doch an diesem Freitag wurde der Deal abgesagt.
Das zeigt: Spac-Deals sind aktuell kaum noch möglich. Es wäre die erste Fusion einer Firma mit einem bereits börsennotierten Spac in Deutschland seit November 2021. Der Markt sendet auch sonst kaum noch Lebenszeichen.
Ganz anders die Situation im Frühjahr 2021. Da herrschte Euphorie rund um das Thema Spacs. Das Kürzel steht für Special Purpose Acquisition Company, eine Zweckgesellschaft, die es Firmen erlaubt, ohne den umständlichen Prozess eines Börsengangs quasi durch die Hintertür an die Börse zu gehen. Dabei wird zunächst der Spac – eine leere Firmenhülle zumeist von prominenten Investoren oder Ex-Bankern aufgesetzt – an der Börse gelistet.
Dann sucht sich der Spac ein Übernahmeziel. Weitere Investoren werden geworben, um im Vorfeld der Akquisition eine Pipe genannte Kapitalerhöhung zu zeichnen. Nach der Fusion mit dem gelisteten Vehikel ist das Übernahmeziel an der Börse notiert und kann in Folge über die Ausgabe von Aktien weiteres Wachstumskapital einwerben.