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  5. Helaba: Landesbank Hessen-Thüringen erzielt weniger Gewinn als Konkurrenz

LandesbankHelaba bleibt hinter Konkurenz zurück – Fokus auf Immobilien

Die Bank hat 2022 weniger Gewinn gemacht als BayernLB und LBBW. Zum ihrem großen Immobilienportfolio tauscht sie sich intensiv mit der EZB aus.Andreas Kröner, Elisabeth Atzler 09.03.2023 - 16:00 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Das Institut erwartet im laufenden Jahr einen Vorsteuergewinn von mehr als 700 Millionen Euro.

Foto: dpa

Frankfurt. Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hat im vergangenen Jahr den höchsten Gewinn ihrer Geschichte einfahren. Das Vorsteuerergebnis kletterte dank steigender Zins- und Provisionseinnahmen um elf Prozent auf 633 Millionen Euro.

Damit blieb die Helaba jedoch hinter der Entwicklung anderer Großbanken zurück. Die Stuttgarter LBBW beispielsweise erzielte operativ ein Vorsteuerergebnis von 901 Millionen Euro. Inklusive eines Sondereffekts stieg der Gewinn der größten deutschen Landesbank sogar auf fast 1,9 Milliarden Euro.

Die Münchner BayernLB hat ein Vorsteuerergebnis von mehr als einer Milliarde Euro erzielt, wie Finanzchef Markus Wiegelmann kürzlich der „Börsen-Zeitung“ sagte. Rund 300 Millionen Euro steuerte dazu der Verkauf von Immobilien in München bei.

Da es bei der Helaba keine derartigen Einmalgewinne gab, ist Vorstandschef Thomas Groß mit dem Abschneiden zufrieden. „Wir haben ohne wesentliche Sondereffekte das beste Ergebnis der Helaba erzielt“, sagte er. Groß findet deshalb nicht, „dass wir irgendjemandem hinterherhinken“.

Im laufenden Jahr geht er von einem Vorsteuerergebnis von 500 bis 700 Millionen Euro aus, obwohl es zahlreiche Herausforderungen gebe. „Dazu gehören die unsichere geopolitische Lage, die unklare Energiepreisentwicklung, die anhaltende Lieferkettenproblematik, der Fachkräftemangel sowie die weiterhin hohe Inflation und der damit einhergehende Kostendruck.“

„Fragedichte“ der EZB hat zugenommen

Besonders intensiv schauen sich das Management und die EZB-Finanzaufsicht das gewerbliche Immobiliengeschäft an, das wegen steigender Bau- und Zinskosten unter Druck geraten ist. Die Helaba zählt hier unter den deutschen Banken mit einem Engagement von 38,8 Milliarden Euro zu den größten Anbietern.

„Die EZB schaut sich das an. Die Fragedichte dort hat zugenommen“, sagte Risikovorstand Detlef Hosemann. „Natürlich sind wir bezüglich der Immobilienrisken in diesem neuen Umfeld mit einem Zinsanstieg in einem sehr intensiven Austausch.“

Er finde dies nicht ungewöhnlich, schließlich sei durch den Zinsanstieg Druck auf Immobilienwerte entstanden, sagte Hosemann. Auch der Abschlussprüfer und der Vorstand blickten deshalb noch intensiver auf das Immobilienportfolio.

Große Risiken sieht die Helaba aber nicht. Das Portfolio sei diversifiziert und konservativ finanziert, sagte Hosemann. Die Bank habe Immobilienkunden bereits seit 2021 dazu verpflichtet, sich gegen steigende Zinsen abzusichern. Das wirke sich nun positiv auf.

Insgesamt machten Finanzierungen mit einem erhöhten Refinanzierungsrisiko nur einen sehr geringen Teil des Portfolios aus. „Akute Ausfallrisiken sehen wir aktuell noch nicht.“

Auch mit einem Einbruch des Neugeschäfts wie in der privaten Baufinanzierung rechnet Hosemann in der gewerblichen Immobilienfinanzierung nicht. „Wir erwarten auch für das Jahr 2023 ein gutes Neugeschäft.“

Umbau der IT wird noch Jahre dauern

Kürzlich sorgte die Helaba für Schlagzeilen, weil sie von der EZB zu einer Strafe von 6,8 Millionen Euro verdonnert wurde. Der Grund: Die Bank hat aus Sicht der Finanzaufsicht während der Coronapandemie unzulässige Eingriffe in ihre Risikomodelle vorgenommen.

Aufgrund dieser Eingriffe meldete die Helaba der EZB drei Quartale lang ein zu geringes Risiko. Das ist ein Problem, weil der Eigenkapitalbedarf einer Bank vom Risikogehalt der von ihr eingegangenen Geschäfte und Investments abhängt.

Bei dem Vorfall habe es sich um einen „einmaligen Fehler“ gehandelt, sagte Vorstandschef Groß. Es gebe keine strukturellen Probleme bei den Kontrollsystemen und keine Implikationen für den laufenden IT-Umbau.

Schon in der Vergangenheit hatte die EZB die Helaba kritisiert. 2018 monierte die Finanzaufsicht, dass der Verwaltungsrat des Geldhauses mit damals 36 Mitgliedern zu groß sei. Inzwischen gehören dem Kontrollgremium nur noch 27 Personen an.

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2017 stoppte Landesbank die geplante Erneuerung ihres Kernbankensystems, weil die EZB Mängel bei der Helaba-IT festgestellt hatte, die zunächst abgestellt werden mussten. „Die Themen sind weitestgehend abgearbeitet“, sagte Groß. Deshalb habe die Bank nun genug Spielraum, um eine grundlegende Modernisierung ihrer IT-Systeme voranzutreiben.

Die Bank will für dieses Großprojekt insgesamt einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in die Hand nehmen. „Wir sind in der Umsetzung jetzt im ersten Drittel“, sagte Groß. Das Institut komme dabei gut voran. „Aber es ist noch ein längerer Weg.“

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