Infografik der Woche: Dürre und ihre Folgen: Diese Grafiken dokumentieren den Kampf ums Wasser
Düsseldorf. Die Zahl der Naturkatastrophen hat seit der Jahrtausendwende zugenommen. Vor allem die wetterbedingten Ereignisse – Überschwemmungen und Stürme – sind zahlreicher geworden. Die Vereinten Nationen listen von 1980 bis 1999 weltweit 1389 Überschwemmungen auf, im Zeitraum von 2000 bis 2019 waren es mehr als doppelt so viele: 3254. Bei den Stürmen zählten die Forscher 1457 in den 1980er- und 90er-Jahren und 2043 ab 2000. Experten führen das auf den Klimawandel zurück.
Doch die Katastrophe, von der die meisten Menschen betroffen sind, ist Wassermangel. Weltweit haben schon heute zwei bis drei Milliarden Menschen mindestens einen Monat im Jahr zu wenig Wasser zur Verfügung, heißt es im Weltwasserbericht 2023. Dürren treffen große Gebiete, und sie dauern nicht selten Monate oder gar Jahre. Die Produktion von Lebensmitteln geht zurück. Laut Welthungerhilfe ist die Landwirtschaft mit durchschnittlich 70 Prozent weltweit der größte Wasserverbraucher. Aber auch andere Wirtschaftszweige leiden.
So hat auch die Zahl der Konflikte zugenommen, in denen Wasser eine Rolle spielt. Wasserknappheit und -übernutzung führen zu Konflikten etwa zwischen Viehhirten und Farmern oder zwischen Stadt- und Landbevölkerung.
Gewalt richtet sich gegen Infrastruktur, aber auch gegen Menschen. Staudammprojekte führen zu grenzüberschreitenden Konflikten, etwa zwischen Äthiopien und Ägypten um das Wasser des Nils. Oft verschärft die Konkurrenz ums Wasser ethnische oder religiöse Differenzen, die teilweise seit Generationen bestehen.
Auch als Waffe wird Wasser eingesetzt. So sind Wasseraufbereitungsanlagen, Entsalzungsanlagen und Bewässerungskanäle im Krieg in Jemen immer wieder Ziel von Angriffen. Ihre Zerstörung erschwert die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung und führt zu Krankheiten.
Dürren gehören inzwischen zu den teuersten Naturkatastrophen. Vor allem in den industrialisierten Ländern der Nordhalbkugel richten sie große wirtschaftliche Schäden an. Denn nicht nur die Landwirtschaft ist betroffen, auch die Industrie wird behindert, etwa weil Kühlwasser für Kraftwerke fehlt oder Flüsse zu wenig Wasser führen, um die Güter wie gewohnt darauf zu transportieren.
In Deutschland etwa werden jährlich fast 200 Millionen Tonnen Güter von Binnenschiffen befördert, das meiste auf de Rhein. Durch das anhaltende Niedrigwasser im Jahr 2018 zum Beispiel war die Industrieproduktion nach IfW-Schätzungen in der Spitze um 1,5 Prozent geringer als zu normalen Zeiten.