Immobilienkredite: Geschäft mit Baufinanzierung bricht so stark ein wie noch nie
Das Neugeschäft mit privaten Immobilienkrediten ist im Februar eingebrochen. Der Rückgang auf Jahressicht ist noch stärker als im Januar.
Foto: mauritius images / Rupert OberhŠuserFrankfurt. Das Geschäft mit Baufinanzierungen ist im Februar noch weiter zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat brach das Neugeschäft mit privaten Immobilienkrediten in Deutschland um 54 Prozent ein – der stärkste Einbruch jemals, wie das Analysehaus Barkow Consulting auf Basis von Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) ermittelte.
Das Neugeschäft betrug im Februar zwölf Milliarden Euro. Das ist der niedrigste Wert seit Anfang 2010. „Trotz der Halbierung gegenüber dem Vorjahr scheint sich das Neugeschäft aktuell auf sehr schwachem Niveau zu stabilisieren“, sagte Geschäftsführer Peter Barkow.
Im Januar hatte das Neugeschäft bei 12,7 Milliarden Euro gelegen. Es war Barkow Consulting zufolge der schwächste Jahresstart seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2003.
Grund für den Einbruch sind die mit der Zinswende deutlich gestiegenen Bauzinsen, höhere Materialpreise und die allgemeine Unsicherheit. Durch die höheren Bauzinsen und die kaum gesunkenen Immobilienpreise wächst die Belastung der Kreditnehmer.
Nicht nur die Nachfrage nach Baudarlehen sinkt daher, viele Geldhäuser dürften auch vorsichtiger bei der Kreditvergabe werden. Die aktuelle Nervosität am Bankenmarkt könnte das Geschäft zusätzlich dämpfen.