Devisen: Euro auf höchstem Stand seit mehr als einem Jahr – diese Faktoren treiben die Währung an
Höhere Zinsen stärken tendenziell den Wert einer Währung.
Foto: ReutersDüsseldorf. Es sind erst fünf Monate vergangen, seit der Wert des Euros unter der Parität zum US-Dollar und auf dem tiefsten Stand seit 20 Jahren lag. Davon ist die europäische Gemeinschaftswährung mittlerweile weit entfernt: Die veränderte Marktsituation und die angepassten Erwartungen treiben immer mehr Investoren in den Euro.
Der Euro-Kurs lag am Freitag bei bis zu 1,1076 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit März 2022. Die Devise stärkt damit den positiven Trend der vergangenen Wochen. Eine Reihe von Faktoren spricht dafür, dass die Währung schon bald die Marke von 1,11 Dollar überschreiten könnte.
Haupttreiber sind die Aussicht auf eine weniger restriktive Geldpolitik in den USA und der damit verbundene Effekt auf den Dollar. Höhere Zinsen stärken tendenziell den Wert einer Währung, weil es für ausländische Kapitalanleger attraktiver wird, in den jeweiligen Währungsraum zu investieren.
Angesichts der Bankenkrise ist es möglich, dass die Notenbank Federal Reserve (Fed) nach der schnellsten Zinswende der Historie fortan behutsamer vorgeht als ursprünglich angenommen. Die Protokolle der letzten Fed-Sitzung von Mitte März zeigen, dass die Währungshüter selbst von einer „milden Rezession“ im Jahresverlauf ausgehen. Eine zu starke Erhöhung der Zinsen würde den Druck auf die Konjunktur noch verstärken.