Auktion bei Artcurial: Eleganter Stil-Mix begeistert die Bieter
Ein Telefonbieter übernahm diese von Pierre Roussel gefertigte Lackkommode mit Chinoiserie-Szenen bei 157.440 Euro.
Foto: ArtcurialParis. Es war eine außergewöhnliche Sammlung aus einem Londoner Wohnsitz, die das französische Versteigerungshaus Artcurial am 20. Oktober in Paris versteigerte. Ihr Titel: „Eclectic Eye. Une collection européenne“.
Das Gesamtergebnis und einzelne Zuschläge für umkämpfte Objekte sind nicht minder außergewöhnlich. Denn die einliefernde Person verstand es mit sicherem Geschmack, moderne und zeitgenössische Kunst mit Antiquitäten und Asiatika zu mischen. Sie stellte eklektische, elegante Salons zusammen, die der Globalisierung ihre schönsten Seiten abgewannen.
80 Prozent der 167 katalogisierte Kunstwerke sorgten für 6.216.787 Euro Gesamtumsatz inklusive Aufgeld. Der höchste Zuschlag galt einer blauen abstrakten Papierarbeit von Frantisek Kupka, für die maximal 80.000 Euro erwartet wurden. Der Andrang der Bieter war so groß, dass einer gleich ein sechsstelliges Angebot machte. Am Ende musste der Käufer 437.440 Euro brutto bezahlen, ein Rekordpreis.
Zu den Topnotierungen zählen ferner eine Ölskizze von Maurice Denis, die sich das Nationalmuseum in Stockholm zu 92.956 Euro sicherte. Begehrt war auch eine Lackkommode mit Chinoiserie-Szenen von Pierre Roussel. Die konnte ein vom Direktor der Möbelabteilung betreuter Telefonbieter erst bei 157.440 Euro übernehmen.
Fast alle Zuschläge wies Auktionator Arnaud Oliveux im nur locker besetzten Saal Telefonbietern zu, so auch ein Paar „Eichelhäher“ aus Meissen für 129.865 Euro. Dieser steile Anstieg ihres Preises war der Unterbieterin im Saal dann doch zu viel.
Weniger stark war die Nachfrage bei der zeitgenössischen Kunst. Das Überangebot an Arbeiten etwa von Olafur Eliasson führte zu Zuschlägen an der unteren Taxe und zu Rückgängen.