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ÖsterreichKunstmesse „Spark“ trotzt der Konkurrenz

Österreich ist mit drei Kunstmessen fast überversorgt. Doch die Spark hat gute Chancen, sich als Ergänzung zu etablieren. Ihr Mix aus Avantgarde-Positionen und übersehener Nachkriegskunst überzeugt.Stefan Kobel 14.03.2024 - 12:09 Uhr
Denisa Lehockás Mischtechnik „Untitled“ präsentiert die Galerie Georg Kargl Fine Arts. Foto: kunst-dokumentation.com

Wien. Die Kunstmesse „Spark Art Fair“ mit ihrem Fokus auf Einzelpräsentationen hat sich nach dem Abgang ihres ehemaligen Direktors und dem Akquise bedingten Ausfall letztes Jahr wieder berappelt. Sie läuft noch bis 17. März.

Das Teilnehmerfeld ist respektabel, mit einigen internationalen Schwergewichten wie Mennour aus Paris, Dirimart aus Istanbul, Konrad Fischer aus Düsseldorf oder Walter Storms aus München. Das ist nur möglich, weil sich ein Teil der Wiener Galerie-Granden hinter die Messe stellte. Dadurch hat die Spark gute Chancen, sich als Ergänzung zur „Viennacontemporary“ im Herbst zu etablieren.

Das bisher schon durchaus erfolgreiche Konzept wurde von der neuen Leitungsmannschaft leicht umgewandelt und erweitert. Walter Seidl, einer der beiden künstlerischen Direktoren, möchte „diese Messe als kuratiertes Konzept in ihrer Gesamtheit gestalten.“

Das kann als gelungen gelten, auch durch den Einsatz der Kuratorin Marina Fokidis, die unter anderem durch die Documenta in Athen in der Kunstszene einen guten Ruf genießt und die sich in der Diskussion des vierköpfigen Kuratorenteams als durchsetzungsstark erwiesen haben soll.

Gemeinsame Anstrengungen

Das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen ist ein in zwei Hallen verteilter gelungener Mix aus Avantgarde-Positionen und Nachkriegskunst, die es mitunter noch zu entdecken gilt. So zeigt M77 aus Mailand die wenig bekannten Fotografien der als Designerin berühmten Charlotte Perriand in posthumen Abzügen von Originalen aus den 1930er-Jahren, in 25er- Auflagen ab 5000 Euro.

Pia Ferms von Hand getufteter Wandteppich „Das große Selbstporträt“ ist am Stand von Judith Andreae zu finden. Foto: Galerie Judith Andreae, Bonn

Panarte aus Wien wartet mit Marianne Aue auf, die am Niederrhein seit den frühen 1960er-Jahren von Zero geprägte eigenständige Reliefs geschaffen hatte, jedoch schon Ende des Jahrzehnts aufhörte, Kunst zu produzieren.

Mennour hat mit der 1988 geborenen New Yorkerin Elizabeth Jaeger eine Künstlerin ausgewählt, deren Arbeiten auch preislich ins hiesige Umfeld passen. Kleine Käferskulpturen gibt es schon für wenige Hundert Euro, die mittelgroßen Objektbilder kosten um 20.000 Euro. In Basel, Paris, London oder New York wäre so eine Präsentation eine zu teure Visitenkarte, da sich die dortigen Standkosten niemals einspielen ließen.

In die flauschigen Teppichbilder der 1986 geborenen Schwedin Pia Ferm sind zahlreiche Bedeutungsebenen verwoben. Die Galerie Judith Andreae ruft dafür Preise zwischen 1400 und 16.000 Euro auf. Bei Christine König aus Wien sind die piktogrammartigen grafischen Variationen der fiktiven Figur „Middleman“ von Honza Zamojski für 4000 Euro netto zu sehen. Das „Koenig2“ genannte Spielbein der Galerie zeigt mit den modulartig gereihten, großformatigen Bildern von Blumenwiesen von Maureen Kaegi puren Eskapismus.

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Als Eskapist in anderer Form kann auch das Werk von Refik Anadol gelten, den Pilevneli aus Istanbul mit einem Einfamilienhaushohen Bildschirmschoner im Rahmen des Skulpturen-Formats „Expanded“ zeigt. Fünf Videoarbeiten von Signe Pierce präsentiert Annka Kultys aus London, die als eine Vorreiterin in Sachen Phygitalität gilt, also der Verbindung von physischem und virtuellem Galerieraum.

Neue Impulse erhofft

Von dieser Mischung aus Establishment und Avantgarde erhoffen sich die Beteiligten neue Impulse für ihr jeweiliges Metier. Einer der jungen Galeristen erzählt, er baue darauf, dass sich diejenigen, die sich bisher nur für Hermann Nitsch oder Max Weiler interessierten, vielleicht auch einmal an die jüngere Kunst wagten. Dieses Publikum würde er ansonsten niemals in der eigenen Galerie sehen.

Eine Neuerung ist das Video-Programm im benachbarten Globe Theater, in dem die ausstellenden Galerien jeweils Arbeiten der von ihnen vertretener Künstler zeigen können, die nicht zwingend auf der Messe selbst gezeigt werden müssen.

Das Format ist ein Zuckerl für Besucher und Aussteller, denn es ist kostenfrei – bei ohnehin günstigen Standpreisen von unter 5000 Euro.

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Seidl stellt jedoch klar: „Von uns aus gibt es keinen Konkurrenzkampf. Wir haben unser Konzept, mit dem die Messe seit ein paar Jahren erfolgreich ist, und reden ansonsten gerne mit allen, die mit uns reden.“ Die Wettbewerber haben sich aber mit jeweils sehr klaren Profilen positioniert. Damit sind sie für auswärtige Galerien und Sammler interessant.

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