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Deutscher Wirtschaftsbuchpreis „Gute Ökonomie für harte Zeiten“ ist das beste Wirtschaftsbuch des Jahres

Esther Duflo und Abhijit V. Banerjee haben den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2020 gewonnen. Die Jury lobt ihr Buch als eine „Werbeschrift für die Ökonomie“.
15.10.2020 - 20:00 Uhr Kommentieren
Der deutsche Wirtschaftsbuchpreis 2020 geht an Esther Duflo und Abhijit V. Banerjee. Quelle: UPI/laif
Preisgekröntes Ehepaar

Der deutsche Wirtschaftsbuchpreis 2020 geht an Esther Duflo und Abhijit V. Banerjee.

(Foto: UPI/laif)

Rom Alles ist anders in diesem Jahr 2020. Die Pandemie hat stärker in das Leben eingegriffen, als es noch vor einem Jahr denkbar war. Die ökonomischen Folgen sind groß, Reisen wird zum Problem und zur Gefährdung. Der Austausch zwischen Menschen hat sich immer mehr in Richtung Videokonferenz verlagert. Das trifft auch die Frankfurter Buchmesse. Sie findet in diesem Jahr als „Special Edition“ statt, digital, virtuell und ohne Publikum.

Ein Trost für die gesamte Branche ist immerhin, dass in diesem Jahr viel mehr Zeit zum Lesen zur Verfügung stand. Seit Ende des Lockdowns verzeichnen die Buchhändler in vielen Ländern Europas eine deutlich gestiegene Nachfrage. Sie können so die Minuswerte aus dem Frühjahr reduzieren, hat eine Studie der GfK Entertainment in dieser Woche ergeben.

Die Folgen der Pandemie treffen auch den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis. Die Sieger werden in diesem Jahr nicht wie sonst bei einer Preisverleihung in Frankfurt verkündet und gefeiert. Die drei Partner Handelsblatt, Frankfurter Buchmesse und Goldman Sachs, die den Preis ausloben, waren sich einig darin, dass kein Risiko eingegangen werden soll – nicht für die Gäste, nicht für die Autoren, nicht für die Verleger.

Gefeiert und gratuliert wird trotzdem. „Wir haben uns nicht entmutigen lassen“, sagt Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse. „Gerade jetzt ist es ein besonderes Zeichen, dass der Wirtschaftsbuchpreis verliehen wird. Wir reden in diesen Zeiten viel über Wirtschaft und wir reden über Bedrohung. Umso wichtiger ist es, dass wir Wirtschaft verstehen können. Und das ist das Ziel unseres Preises“, so das Jury-Mitglied.

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    Die zehn Titel der Shortlist hätten trotz des Corona-Jahres eine sehr hohe Qualität gehabt, meint der Jury-Vorsitzende Hans-Jürgen Jakobs, Senior Editor des Handelsblatts. „Der Fokus der Bücher liegt eindeutig darauf, einen Neustart in der Gesellschaft zu versuchen. Wir sollen mutig werden und uns neu orientieren.“

    Abhijit V. Banerjee, Esther Duflo: Gute Ökonomie für harte Zeiten. Sechs Überlebensfragen und wie wir sie besser lösen können.
    Penguin
    München 2020
    560 Seiten
    26 Euro

    Die Wahl fiel mehrheitlich auf ein Buch, das alle Kriterien für den Preis – unter anderem Verständlichkeit und ein neuer Blickwinkel – perfekt verkörpert: „Gute Ökonomie für harte Zeiten – Sechs Überlebensfragen und wie wir sie besser lösen können“, erschienen im Penguin-Verlag, ist das beste Wirtschaftsbuch des Jahres.

    Ausgezeichnet wird ein Paar: die Ökonomen Esther Duflo und Abhijit V. Banerjee, die für ihre Forschungen im vergangenen Jahr den Wirtschaftsnobelpreis erhalten haben. Sie arbeiten beide am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit dem Forschungsschwerpunkt Armutsbekämpfung. Auf der Homepage des Preises ist das Interview zu sehen, das der Juryvorsitzende Jakobs mit ihnen geführt hat.

    Die Jury aus hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Medien und Wissenschaft, die wir auf dieser Seite vorstellen, entschied sich für das Buch, weil die Autoren eine realistische Bestandsaufnahme der drängendsten wirtschaftlichen Probleme unserer Zeit mit praktischen Handlungsempfehlungen und Lösungsmöglichkeiten verbinden.

    „Das Buch hat uns beeindruckt, weil es sehr intensiv, ausbalanciert und gut verständlich die großen Themen wie die wachsende Ungleichheit, Migration, Freihandel, Wachstum und Klimaschutz behandelt“, urteilen die Juroren.

    „Die diesjährigen Preisträger haben ein hochrelevantes Buch über die Verantwortung der Wirtschaftswissenschaften geschrieben, wenn es um die Lösung drängender Herausforderungen geht“, erläutert Jurymitglied Wolfgang Fink, der Vorsitzende des Vorstands der Goldman Sachs Bank Europe SE, die den Preis seit zehn Jahren sponsert.

    „Die beiden analysieren intelligent und verständlich die wachsende Ungleichheit in Industrieländern, Globalisierungsfragen oder den Klimawandel – alles Themen, die vor dem Hintergrund der Coronakrise nur an Brisanz gewonnen haben. Gerade jetzt, wo es darum geht, die Erholung und Reorientierung der europäischen Wirtschaft zu gestalten, liefert das Buch wichtige Fakten und erfrischende Denkanstöße“, so Fink.

    Der Jury-Vorsitzende Jakobs bringt das Votum auf den Punkt: „Zwei Nobelpreisträger schaffen es, ökonomische Theorien auf ihre praktische Anwendung herunterzubrechen, das ist sehr gut gemacht“, erklärt er, „das Buch ist in gewisser Weise eine Werbeschrift für die Ökonomie, eine Rehabilitierung der Wirtschaftswissenschaften, weil es zeigt, was gute Ökonomie zu leisten vermag.“

    Die beiden Autoren sehen die Ökonomie in der Pflicht, gerade in Krisenzeiten Vorschläge zu machen, um das Leben der Menschen zu verbessern. Konkret geht es um diejenigen, die in den Industrieländern vom technologischen und wirtschaftlichen Fortschritt abgehängt werden. „Es ist ein Buch darüber, wo die Wirtschaftspolitik versagt hat, wo uns die Ideologie geblendet hat und wo uns das Offensichtliche entgangen ist“, schreiben sie im Vorwort, „aber auch wo und warum eine kluge Ökonomie sinnvoll und nützlich ist.“

    Deutscher Wirtschaftsbuchpreis 2020 - Das ganze Gespräch mit den Preisträgern im Video

    Zum ersten Mal verlieh die Jury in diesem Jahr auch einen undotierten Sonderpreis für das beste Unternehmerbuch des Jahres. Ausgezeichnet wird Verena Pausder für ihr Buch „Das neue Land. Wie es jetzt weitergeht“, erschienen im Murmann-Verlag. Die Jury lobt den Appell der Autorin, etwas zu tun, statt zu klagen, als überzeugend und innovativ.

    „Das ist das Thema der Stunde“, so das Urteil der Jury, „eine Unternehmerin schreibt über ihr Leben, schreibt über Wirtschaft und wie sie Wirtschaft erlebt und verändern möchte. Das ist authentisch und mitreißend.“

    Der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis, der mit 10.000 Euro dotiert ist, wird in diesem Jahr zum 14. Mal verliehen. Die drei Partner wollen mit der Auszeichnung die Bedeutung des Wirtschaftsbuches bei der Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge unterstreichen und einen Beitrag zur ökonomischen Bildung in der Gesellschaft liefern. Verständlichkeit ist ein wichtiges Kriterium.

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    Das Motto des Preises lautet denn auch „Wirtschaft verstehen“. Jurymitglied Fink: „Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, dass Autoren, die teilweise über Jahre ihr Wissen und ihr Herzblut in ihre Arbeit stecken, von einer breiteren Öffentlichkeit gelesen und diskutiert werden.“

    Ein Highlight jeder Preisverleihung in Frankfurt war der „Elevator Pitch“, bei dem die zehn Finalisten oder ihre Verleger ihr Buch kurz präsentiert haben. Auch hier wird der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis in diesem Corona-Jahr virtuell: Die Videos über die Nominierten und ihre Bücher sind ebenso wie das Interview mit den Preisträgern auf der Website des Preises zu finden.

    „Signal der Hoffnung“ lautet das Motto der diesjährigen Buchmesse. Das heißt für die drei Organisatoren: Im nächsten Jahr findet nicht nur die 73. Buchmesse in Präsenz statt, sondern auch die 15. Verleihung des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises.

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