Märkte-Insight: Die Märkte hoffen auf ordnende Worte vom Fed-Chef
Von sechs auf eins: An den Kapitalmärkten sind die Erwartungen einer ersten Zinssenkung der US-Notenbank zusammengeschmolzen wie der Schnee im Frühjahr. Im Dezember hatten Strategen und Investoren noch mit sechs Zinsschritten der Fed nach unten für dieses Jahr gerechnet, befeuert durch Aussagen von Chef Jerome Powell, der eine Zinswende mehr oder weniger angekündigt hatte.
Doch davon ist vier Monate später fast nichts mehr übrig. Viele gehen davon aus, dass die Fed sich nun erst im Dezember zu einer Senkung ihrer Leitzinsen durchringt. Einige erwarten ab September zwei Schritte, manche keinen. Es kommen sogar wieder Stimmen auf, dass die Leitzinsen noch angehoben werden können. Daher gehören die Aussagen Powells am Mittwochabend zu den wichtigsten Ereignissen der Woche für die Kapitalmärkte.
Die zuletzt wieder hartnäckigeren Inflationszahlen lösten das wilde Spekulieren aus. Im März war die Teuerungsrate auch wegen höherer Importpreise überraschend kräftig auf 3,5 Prozent gestiegen, nach 3,2 Prozent im Februar. Und Powell brachte mit seiner Aussage, dass die Zuversicht der Fed in das Abnehmen der Inflation „eindeutig nicht größer geworden ist“ und sie sich mit Zinssenkungen daher länger als erwartet Zeit lassen wolle, nicht gerade Ruhe an die Märkte.