Banken: Goldman-Manager hält US-Risiken für „besser kalkulierbar“
Washington. Die Investmentbank Goldman Sachs beobachtet bei Investoren wieder einen starken Fokus auf Anlagen in den USA. Nach den Marktturbulenzen im April hatte es hohe Abflüsse aus Amerika nach Europa und Asien gegeben, doch diese Entwicklung scheint schon wieder vorbei zu sein. Viele Anleger hätten zwar weiterhin Interesse an einer Diversifikation, sagte Goldman-Sachs-Spitzenmanager Kunal Shah dem Handelsblatt. „Doch die Umsetzung ist schwierig.“
In Europa und Asien sähen Anleger im Vergleich zu den USA weniger attraktive Investitionsmöglichkeiten, sagte Shah. Hinzu kämen neue politische Unsicherheiten wie die Regierungskrise in Frankreich. „Bei solchen Entwicklungen überlegen sich Investoren zweimal, ob sie signifikante Kapitalmengen außerhalb der USA anlegen wollen.“
Die amerikanische Wirtschaft habe auch dank des Booms bei Künstlicher Intelligenz Fahrt aufgenommen. Zudem reagierten Marktteilnehmer inzwischen weniger empfindlich auf einzelne Aussagen von Präsident Donald Trump. „Sie haben gelernt, zwischen Rhetorik und tatsächlicher Politik zu unterscheiden“, sagte Shah. „Die politischen Risiken in den USA sind jetzt besser kalkulierbar.“