Fintech: Software zur Geldwäschebekämpfung – Hawk sammelt frische Millionen ein
Frankfurt. Der Münchener Softwareanbieter Hawk hat frisches Kapital eingesammelt. Das Unternehmen erhält von Investoren 52 Millionen Euro. Das gab das Fintech am Dienstagmorgen bekannt.
„Durch die Finanzierungsrunde können wir weiter expandieren“, sagte Hawk-Chef Tobias Schweiger, der das Unternehmen gemeinsam mit Wolfgang Berner 2018 gegründet hat, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Vor allem in den USA wolle das Fintech künftig stark wachsen. „Das wird neben Europa unser zweiter Kernmarkt“, so Schweiger.
Zuletzt sammelte Hawk Anfang 2023 17 Millionen US-Dollar (etwa 15,5 Millionen Euro) ein und steigerte damit seine Bewertung um 120 Prozent auf 67 Millionen Euro. Wie hoch die Bewertung nun ausfällt, dazu wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Lediglich, dass sie „deutlich gesteigert“ wurde.
Hawk fokussiert sich auf zwei Kundengruppen
Hawk bietet Banken, Fintechs und weiteren Finanzdienstleistern eine eigens entwickelte Software an, um Geldwäsche zu bekämpfen. Die Firma verspricht, dass sie verdächtige Transaktionen erkennt, die andere Systeme übersehen, und gleichzeitig die Fehlalarmrate reduziert.
„Wir konnten die Vorhersagegenauigkeit in einigen Fällen auf fast 90 Prozent erhöhen und gleichzeitig die Anzahl der Fehlalarme halbieren“, sagte Schweiger.
Hawk fokussiert sich dabei auf zwei Kundengruppen: zum einen traditionelle Banken, zum anderen Fintechs. „Derzeit sehen wir eine hohe Nachfrage von Banken“, sagte der Hawk-Chef. „Fintechs werden aber immer ein Bestandteil sein.“
Zu den Kunden zählen unter anderem das Telekommunikationsunternehmen Vodafone und der Zahlungsverkehrdienstleister VR Payment, der zur genossenschaftlichen DZ Bank gehört. Insgesamt hat Hawk nach eigenen Angaben 80 Kunden.
Mit dem frischen Kapital soll unter anderem die Mitarbeiterzahl in den USA „mehr als verdoppelt werden“. Bislang beschäftigt Hawk insgesamt 130 Mitarbeiter, davon zwölf in den USA. Profitabel ist das Unternehmen nicht, derzeit steht nach eigenen Angaben noch das Wachstum im Fokus.