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  5. USA wollen Krisenbank First Republic offenbar durch Verkauf retten

US-BankRettungspläne für First Republic konkretisieren sich: Ein Käufer könnte schon am Montag verkündet werden

Die Einlagensicherung FDIC will anders vorgehen als bei der Übernahme der Silicon Valley Bank und einen Kauf vermitteln. Damit sollen Kosten gespart werden.Astrid Dörner 29.04.2023 - 23:32 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Bank soll durch einen Verkauf gerettet werden.

Foto: Reuters

Denver. Für die krisengeschüttelte US-Regionalbank First Republic soll noch an diesem Wochenende eine Lösung gefunden werden. Der Einlagensicherungsfonds FDIC will dabei jedoch anders vorgehen, als bei der Pleite der Silicon Valley Bank (SVB) und der New Yorker Signature Bank im März.

Das wahrscheinlichste Szenario sieht vor, dass die First Republic am Sonntag der FDIC unterstellt und Teile davon unmittelbar weiterverkauft werden, wie es in Finanzkreisen heißt. Kaufinteressenten könnten bis Sonntagnachmittag Gebote abgeben, wie der Börsensender CNBC am Samstag berichtete. Zu den Interessenten würden unter anderem die größte US-Bank JP Morgan Chase gehören sowie die Regionalbank PNC Financial. Auch die Bank of America würde erwägen, sich an dem Bieterprozess zu beteiligen.

Sollten akzeptable Angebote abgegeben werden, dann könnte schon am Montagmorgen der neue Eigentümer der First Republic bekannt gegeben werden. Dieses Szenario hätte für die Kunden der Bank einen geregelten Übergang, weil sie gleich zu Beginn der Woche wüssten, dass das Institut in einem größeren, stabileren aufgeht. Das könnte auch Abflüsse der Kunden reduzieren.

Die FDIC ist sehr an einer schnellen und möglichst kostengünstigen Lösung interessiert. Dem Fonds sind durch die Übernahme der SVB und der Signature Bank bereits Kosten von rund 20 Milliarden Dollar entstanden. Eine komplette Übernahme der First Republic könnte weitere 30 Milliarden Dollar kosten, schätzen Analysten von Morgan Stanley.

Bei der SVB hat es zwei Wochen gedauert, bis ein Käufer gefunden wurde. Die Regionalbank First Citizens übernahm schließlich Einlagen und Kredite der SVB, allerdings nur, weil die FDIC große Zugeständnisse machte und bereit war, einen großen Teil der Verluste zu schultern. Wenn bei der First Republic direkt ein Käufer gefunden werden kann, könnte das auch die Zugeständnisse für die FDIC mindern.

Keine Garantie der Einlagen

Zudem wollen FDIC, die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) und Finanzministerin Janet Yellen dieses Mal offenbar vermeiden, alle Einlagen zu 100 Prozent garantieren zu müssen, wie CNBC weiter berichtet. Das hatten sie bei den Pleiten von SVB und Signature über eine Ausnahmegenehmigung getan, weil sie Sorge hatten, dass sich die Unsicherheiten über das US-Bankensystem rapide auf andere Institute ausbreiten könnte.

Seitdem hat sich die Lage jedoch stabilisiert. Wenn direkt ein Käufer gefunden wäre, dann wären Einlagen auch nicht in Gefahr. In den USA sind Einlagen regulär bis zu 250.000 Dollar pro Kunde und Bank versichert.

Die First Republic war im Zuge der Turbulenzen um die SVB im März selbst in Schieflage geraten. Ähnlich wie die SVB hatte auch die First Republic einen großen Anteil vermögender Kunden, die ihr Geld aus Sorge um die Stabilität der Bank im März schnell abgezogen haben. Die kalifornische Bank, deren Bilanzsumme bei 233 Milliarden Dollar liegt, war bekannt dafür, ihren Kunden große Hypotheken zu günstigen Konditionen auszustellen.

In den USA werden Häuserkredite oft zu festen Zinssätzen und mit einer Laufzeit von 30 Jahren vergeben. Durch die zuletzt deutlich gestiegenen Leitzinsen der Notenbank Fed haben diese Hypotheken jedoch massiv an Wert verloren. Morgan Stanley zufolge belaufen sich die Buchverluste durch die Kredite und Anleihen der Bank auf 27 Milliarden Dollar, was zu einem negativen Eigenkapital führte.

Elf große Finanzhäuser hatten im März bereits Einlagen in Höhe von insgesamt 30 Milliarden Dollar bei der First Republic geparkt, um das Institut zu stabilisieren und um ein Signal des Vertrauens zu senden. Den gewünschten Erfolg hat das nicht gebracht. Die Institute, darunter JP Morgan Chase und PNC, aber auch Bank of America und Goldman Sachs, waren nicht bereit, sich an einem weiteren Rettungspaket zu beteiligen.

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Die Aktie der First Republic hatte in den vergangenen Tagen heftige Kurseinbrüche erlebt und war am Freitag erneut um 43 Prozent eingebrochen. Nachbörslich ging es dann noch einmal um 33 Prozent abwärts. Damit hat sie seit Anfang des Jahres rund 99 Prozent an Wert verloren.

Die Bankenaufseher stehen derzeit besonders im Fokus. Am Freitag veröffentlichte die Fed einen Bericht zu der Frage, wie es zu der Pleite der SVB kommen konnte. Dabei räumte die Notenbank, die auch ein wichtiger Bankenregulierer ist, eigene Fehler ein. Die Aufseher hätten „nicht schnell und entschlossen genug gehandelt“, hieß es. Die FDIC veröffentlichte einen Bericht zu den Fehlern, die rund um die Signature Bank gemacht wurden. Dort habe es unter anderem an qualifiziertem Personal gefehlt.

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