EZB: „Die Gründe für eine restriktive Geldpolitik schwinden“
Frankfurt. Am kommenden Donnerstag entscheidet die Europäische Zentralbank (EZB) zum letzten Mal in diesem Jahr über das Zinsniveau im Euro-Raum. Diesmal sind die Erwartungen klar definiert: Die Mehrheit der Experten und Beobachter rechnet mit einer Zinssenkung um einen Viertelprozentpunkt.
Mit Diskussionen über die Höhe des Zinsschritts kennt sich José Manuel Gonzalez-Paramo gut aus. Acht Jahre lang, von 2004 bis 2012, war er Teil des EZB-Direktoriums, des Entscheidungsgremiums der Notenbank. Seit 2012 lehrt er an der IESE Business School. Im Gespräch mit dem Handelsblatt blickt der erfahrene Geldpolitiker auf das Jahr 2025 – und zurück auf seine Amtszeit, als dem Euro-Raum der Kollaps drohte. Bei der Bewertung der Inflationsbekämpfung in den vergangenen Jahren kommt er zu einem gemischten Urteil.