Konjunktur: EZB-Chefin Lagarde lobt Deutschland für Staatsausgaben
Düsseldorf. Christine Lagarde, Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), hat Deutschland für die geplanten zusätzlichen Staatsausgaben gelobt. Staatlich getragene Investitionen werden „eine unterstützendere Rolle spielen in den kommenden Jahren“, sagte sie am Sonntag bei der IWF-Jahrestagung in Washington.
„Das trifft ganz besonders auf die Länder zu, die ihre Verteidigungsinvestitionen anheben, und das ist ganz sicher der Fall – in großem Maß – für Deutschland“, sagte Lagarde einem Bericht von Bloomberg zufolge. In den kommenden drei Jahren solle viel Geld in Verteidigung und Infrastruktur fließen, sagte Lagarde mit Bezug auf das Sondervermögen des Bundes.
„Deutschland nutzt seine Bilanz und seine Fähigkeit, sich Geld zu leihen“, sagte Lagarde und zeigte sich überrascht: „Deutschland bringt den Wandel – wer hätte das gedacht?“
Auch IWF-Chefin Kristalina Georgieva lobte Deutschland. „Meine Botschaft ist: Bravo, Bravo, Bravo“, sagte sie. „Denn was Deutschland zeigt ist, dass Ungleichgewicht bearbeitet werden können. Das ist eine Frage des Willens – des politischen Willens zumeist.“
Bundeskanzler Friedrich Merz sprach sich in der vergangenen Woche während einer Regierungserklärung im Bundestag dafür aus, eine europäische Börse zu schaffen. Nur so könne man verhindern, dass vielversprechende europäische Unternehmen in den USA an die Börse gingen und den europäischen Kapitalmarkt verließen.
„Wenn ich das höre – das bedeutet eine Menge“, sagte Lagarde auf die Aussage von Merz angesprochen. „Aber wie sich das umsetzen lässt und wie das funktioniert, weiß ich nicht.“