Wohnungsmarkt: Raus aus der Stadt: Auch für Mieter wird das Umland attraktiver
In der schwäbischen Metropole sind die Mieten zuletzt gesunken.
Foto: ddp/Claudio DiviziaDüsseldorf. Jahrelang waren deutsche Großstädte bei Wohnungssuchenden die erste Wahl. Das ändert sich, wie aktuelle Zahlen des internationalen Immobiliendienstleisters JLL zeigen. Das Unternehmen dokumentierte den Anstieg der Angebotsmieten in acht deutschen Städten im zweiten Halbjahr 2020.
Das Ergebnis: Die Mieten legten über alle Metropolen – Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf und Leipzig – um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Das ist zwar mehr als der Bundesdurchschnitt von 2,8 Prozent. Tempo und Höhe des Anstiegs haben sich aber abgeschwächt: Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre betrug das jährliche Mietenplus in den Metropolen noch knapp fünf Prozent.
Ganz anders ist die Situation in den ländlichen Regionen Deutschlands: Dort ermittelte JLL einen Anstieg der Wohnungsmieten von 4,7 Prozent – und damit deutlich mehr als im landesweiten Durchschnitt.
Für das Ergebnis gibt es zwei Gründe: Zum einen sorge der starke Anstieg der Mieten in den Städten dafür, dass viele Wohnungssuchende aus finanziellen Gründen ins Umland ausgewichen seien, analysiert JLL-Wohnungsmarktexperte Roman Heidrich. Dort sind die absoluten Mieten noch immer günstiger als in den Metropolen.