Dow Jones, Nasdaq, S&P 500: Angst vor Coronavirus bringt US-Börsen deutliche Verluste
Den USA könne eine „längere Periode“ mit niedrigem Wachstum und stagnierender Einkommen drohen, warnt Fed-Chef Powell.
Foto: APNew York. Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der neuartigen Lungenkrankheit in China hat auf die Stimmung der Anleger in den USA gedrückt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,6 Prozent tiefer auf 28.535 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 1,9 Prozent auf 9139 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 1,6 Prozent auf 3243 Punkte ein.
Viele Anleger brachten ihr Geld am Anleihe- und am Goldmarkt in Sicherheit. „An den weltweiten Aktienmärkten war nach den jüngsten Kursgewinnen seit Anfang Oktober das Risiko einer Korrektur hoch, und das Coronavirus war jetzt der Auslöser“, sagte Rupert Thompson, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung Kingswood.
Das Angstbarometer schnellte auf den höchsten Stand seit Oktober. David Bahnsen, Chefinvestor bei The Bahnsen Group, schrieb an seine Kunden: „Der Dow hat unglaubliche 3000 Punkte in gerade einmal gut drei Monaten zugelegt – es braucht kaum eine Entschuldigung, um hier eine höhere Volatilität zu sehen.“
Einzelwerte im Fokus
Aus Branchensicht standen Aktien aus dem Reise- und Freizeitsektor besonders unter Verkaufsdruck. So büßten American Airlines und United Airlines jeweils mehr als 5 Prozent ein. Die Papiere des Kreuzfahrtenanbieters Royal Caribbean Cruises fielen um 7,6 Prozent. Die Titel der Hotel- und Casino-Betreiber MGM Resorts und Las Vegas Sands sackten um knapp 4 beziehungsweise fast 7 Prozent ab.
Für die Anteilscheine von Boeing ging es letztlich um 2 Prozent nach unten. Zwischenzeitlich hatten sie sich etwas erholt, nachdem der TV-Sender CNBC gemeldet hatte, dass sich der Flugzeugbauer von verschiedenen Banken Finanzierungen über insgesamt 12 Milliarden US-Dollar gesichert habe.
Aktien von Sprint verloren mehr als 4 Prozent. Der US-Mobilfunkanbieter und T-Mobile-Fusionspartner hatte im dritten Geschäftsquartal erneut einen Verlust eingefahren.
Gegen den massiven Abwärtstrend sprangen die Aktien von Beyond Meat mehr als vier Prozent in die Höhe. Die US-Fastfood-Kette Denny's nimmt die Fleischersatz-Burger des Unternehmens aus Kalifornien in sein Angebot auf. Nach einem erfolgreichen Versuch in Los Angeles sollen die veganen Bratlinge in 1700 Restaurants in den USA und Kanada verkauft werden.
Anleger kehrten dagegen Fast-Food- und Kaffee-Ketten den Rücken, die Filialen in der vom Coronavirus besonders heimgesuchten chinesischen Region um die Stadt Wuhan haben. Luckin Coffee fielen rund neun Prozent. Yum China büßte fünf Prozent sowie Starbucks fast vier Prozent ein. Die Ketten hatten vergangene Woche angekündigt, ihre Filialen in Wuhan angesichts der Ausbreitung des neuen Erregers vorübergehend zu schließen.
Angesichts der raschen Ausbreitung des Coronavirus in China deckten sich Anleger mit Pharmawerten ein. Die Aktien von BioCryst, die ein Mittel gegen das Virus entwickeln, stiegen um 13 Prozent. Die Papiere des Impfstoff-Anbieters Novavax klettern um knapp zehn Prozent.
Die Federal Reserve wird zudem ihre Zinsentscheidung am Mittwoch bekanntgeben. Eine Zinsänderung wird nicht erwartet. Konjunkturseitig stehen heute die neuen Hausverkäufe aus den USA auf der Agenda.