Nvidia-Aktiensplit 2024: Das müssen Nvidia-Anleger zum Split wissen
Der Chiphersteller hat einen Aktiensplit angekündigt.
Foto: Andrej Sokolow/dpaNvidia-Aktiensplit 2024 – das Wichtigste im Überblick
- Nvidia hat am Mittwoch, den 22. Mai 2024, einen Aktiensplit im Verhältnis eins zu zehn angekündigt.
- Der Chiphersteller erhöht gleichzeitig die Dividende von vier auf zehn Cent je Aktie.
- Der Nvidia-Aktiensplit wird am 7. Juni 2024 durchgeführt.
Düsseldorf. Die Nvidia-Aktie ist seit Jahresbeginn um mehr als 110 Prozent gestiegen. Grund für den Anstieg des Aktienkurses ist der anhaltende KI-Boom. Nun hat der Chiphersteller einen Aktiensplit angekündigt. Durch den Aktiensplit könnte Nvidia neue Kleininvestoren für sich gewinnen, da die Nvidia-Aktie danach optisch günstiger wird. Bereits investierte Anleger hoffen wiederum auf eine noch größere Nachfrage und somit steigende Rendite. Hier lesen Sie die wichtigsten Fragen rund um das Thema Aktiensplit.
Was bedeutet ein Aktiensplit konkret?
Bei einem Aktiensplit wird die Zahl der Aktien erhöht. Wer vor dem Split, am 6. Juni 2024, eine Nvidia-Aktie hält, hat also nach dem Aktiensplit zehn Aktien des Unternehmens im Depot statt nur eine. Der Wert der zehn neuen Aktien entspricht dabei aber dem Wert der ursprünglichen Aktie.
Ein Aktiensplit bedeutet also, dass der Wert einer Aktie durch die Ausgabe neuer Stammaktien günstiger wird. Wer am Stichtag zehn Nvidia-Aktien im Depot hat, verfügt nach dem Aktiensplit über 100 Anteile des Chipherstellers. An der Marktkapitalisierung, also dem Wert aller ausstehenden frei handelbaren Aktien, ändert sich hingegen nichts.
Wann war der letzte Nvidia-Aktiensplit?
Der amerikanische Grafikkartenhersteller hatte seinen letzten Aktiensplit am 21. Mai 2021 angekündigt. Dieser wurde in Form einer Stockdividende durchgeführt. Das bedeutet, dass anders als bei einem klassischen Aktiensplit zusätzliche Aktien ausgeben wurden. Diese zusätzlichen Aktien wurden am 19. Juli 2021 nach US-Börsenschluss an die Aktionäre ausgeschüttet. Die Anzahl der Nvidia-Stammaktien hat sich damit von zwei Milliarden auf vier Milliarden erhöhen, wie der Konzern mitteilte.
Warum führte Nvidia den Aktiensplit durch?
Der Aktiensplit diente dazu, die Aktie für Kleinaktionäre attraktiver zu machen. Das erschien gerade bei Nvidia sinnvoll. Der Wert der Aktien des Grafikkartenherstellers hatte sich im Verlauf der Coronakrise innerhalb eines Jahres in der Spitze mehr als verdreifacht. Grund dafür ist die die Digitalisierung, die besonders durch die Coronakrise einen Schub erfahren hat. Grafikkarten, Chips und Prozessoren sind starke Wirtschaftstreiber, weil sie in fast allen technischen Geräten vorhanden sind. Zusätzlich sorgt der aktuell anhaltende KI-Boom für steigende Kurse der Nvidia-Aktie.
Dies zeigen auch die starken Quartalszahlen, die Nvidia zuletzt präsentierte.
Das Wichtigste zu den Quartalszahlen von Nvidia in Q1
Das Geschäftsjahr von Nvidia endet am 31. Januar. Darauf folgt bereits das nächste Geschäftsjahr. Das bedeutet, die aktuell veröffentlichten Quartalszahlen beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2025, auch wenn sie noch im Kalenderjahr 2024 liegen.
- Die Zahlen zu Q1 erschienen am 22. Mai 2024.
- Der Gewinn von Nvidia liegt in Q1 2025 bei 15 Milliarden US-Dollar.
- Im ersten Quartal 2025 erzielte das US-Unternehmen einen Umsatz von 26 Milliarden US-Dollar.
- Der verwässerte Gewinn je Aktie liegt bei 5,98 US-Dollar.
Müssen Nvidia-Aktionäre aktiv werden?
Nein. Alle, die am Donnerstag, den 6. Juni 2024, Nvidia-Aktien nach US-Börsenschluss halten, bekommen für jede Aktie neun zusätzliche Aktien ins Depot gebucht. Wirksam wird der Nvidia-Aktiensplit am Freitag, den 7. Juni 2024, nach US-Börsenschluss. Dann kostet jede Nvidia-Aktie nur noch ein zehntel des vorherigen Wertes.
Kommen Aktiensplits öfter vor?
Ja, es gibt viele Beispiele. In den USA hat im August 2022 Tesla einen Aktiensplit im Verhältnis eins zu drei durchgeführt. Das Unternehmen wollte die Aktie damit explizit einer breiteren Investorenbasis zugänglich machen.
Auch der US-Versandriese und Streaminganbieter Amazon hat 2022 einen Aktiensplit durchgeführt. Der Aktiensplit wurde im Verhältnis eins zu 20 durchgeführt - mit Erfolg. Der Amazon-Kurs stieg daraufhin an.
Ähnlich wie Tesla splittete der Strahlen- und Medizintechnikspezialist Eckert und Ziegler im August 2020 seine Aktien im Verhältnis eins zu drei. Auch Dax-Konzerne wie SAP, Siemens, Beiersdorf, Henkel, BASF, Merck, Eon und Fresenius haben schon ihre Aktien gesplittet – das ist allerdings schon Jahre her.
>> Lesen Sie auch: Amazon Prime-Kosten: Das kostet ein Amazon-Prime-Abonnement 2024
Verzerrt ein Aktiensplit nicht den Kurschart?
Nein. Theoretisch hätte ein Aktiensplit zwar im Kurschart einen deutlichen Kurseinbruch zufolge, da der Wert einer Aktie schlagartig fällt. „Tatsächlich werden die Charts von Finanzdatenanbietern aber geglättet, das heißt: Die historischen Kurse werden entsprechend dem Split-Verhältnis angepasst“, erklärt Frank Klumpp, Aktienstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).
Was passiert mit Stop-Loss-Orders?
Auch hier gibt es Anpassungen. Die Stop-Loss-Marken wurden bei Banken und Brokern gemäß der Allgemeinen Geschäftsbedingungen gelöscht, damit die Aktien nicht aus dem Depot gebucht werden, wenn die an den ursprünglichen Aktienkurs angepasste Marke unterschritten wird.
Dieser Artikel erschien bereits am 28.05.2021. Der Artikel wurde am 24.05.2024 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.