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KommentarDie leichtfertigen Klimasünden der Bahn – und ihrer Komplizen

Eine wichtige Möglichkeit für den Klimaschutz nutzen Bahn und Politik nicht: die grüne Schiene. Damit hinkt Deutschland seinen europäischen Nachbarn mal wieder hinterher.Isabelle Wermke 30.07.2024 - 18:17 Uhr
Foto: dpa

„Das ist grün“ heißt es auf der Nachhaltigkeitsseite der Deutschen Bahn (DB) im Internet. Eines kann die DB damit nicht meinen: die Schienen, auf denen die Bahn fährt. Denn diese bestehen eben nicht aus klimafreundlichem, grünem, sondern aus grauem Stahl – einem der größten Klimasünder weltweit. Die Stahlherstellung ist für acht Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich.

Schienennetzbetreiber könnten also ihre CO2-Bilanz deutlich verbessern. Bei einer Bestellung von 500.000 Tonnen Schienen sind es schon eine Million Tonnen CO2, die mit grünen Schienen vermieden werden. Und das ist immerhin so viel CO2, wie der gesamte Verkehrssektor in Deutschland durchschnittlich an zweieinhalb Tagen im Jahr 2022 ausgestoßen hat.

Natürlich trägt die DB an dem Umstand, dass die Schienen noch grau sind, nicht allein Schuld. Denn auch das Wirtschafts- und das Verkehrsministerium unternehmen kaum etwas in der Angelegenheit.

Die Argumente, auf die sie sich alle dabei stützen: Es gibt keine einheitliche europäische Definition für grünen Stahl, er ist gegenwärtig noch zu teuer und nicht ausreichend verfügbar. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass der Grünstahl die gleiche Qualität besitzt wie sein klimaschädlicher Vorgänger.

Eines haben all diese Argumente gemeinsam: In unseren Nachbarländern spielen sie keine Rolle. Schienennetzbetreiber aus Frankreich, Belgien, Österreich oder der Schweiz setzen bereits auf Schienen aus klimafreundlichem Stahl. Denn ob der verwendete Stahl nun als „grün“ bezeichnet werden kann oder nicht – es ist weniger CO2 darin enthalten als in herkömmlichem Stahl.

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Echter Klimaschutz braucht Verantwortung. Ob diese nun Politik oder Bahn übernimmt, ist zweitrangig. Was zählt, ist, dass bestehende Möglichkeiten wie die grüne Schiene genutzt werden.

Immerhin: Im Jahr 2030 will die DB beim Schienenstahl den Recyclinganteil von 25 Prozent auf rund 45 Prozent erhöht haben. Und vielleicht gibt es 2030 ja auch eine Definition für grünen Stahl.

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