Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Die Tui-Aktionäre sollten das neue Bonus-System ablehnen

Der Reisekonzern will verhindern, dass Vorstandschef Fritz Joussen noch einmal leer ausgeht. Dabei geht die Misere auch auf sein Konto.
28.01.2020 - 08:39 Uhr Kommentieren
Tui: Die Aktionäre sollten das neue Bonus-System ablehnen Quelle: dpa
Friedrich Joussen

Die strategische Entscheidung, die üblicherweise Risiken birgt, ist Angelegenheit des Vorstandsvorsitzenden – und geht daher buchstäblich auf dessen Konto.

(Foto: dpa)

Der Vorgang bei Tui in Hannover erinnert entfernt an einen Vers von Bertolt Brecht. „Wäre es da nicht doch einfacher“, fragte der Dichter nach dem Volksaufstand in der DDR, „die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“

So absurd der Vorschlag bis heute klingt, die Grundidee schaffte es vor wenigen Tagen bis in den größten Reisekonzern Europas: Verfehlt das Spitzenpersonal die allseits bekannten Ziele, sollen sich nicht dessen Entscheidungen ändern, sondern kurzerhand die Spielregeln.

Im konkreten Fall verlangt Tui-Aufsichtsratschef Dieter Zetsche von seinen Aktionären, bitte schön den Weg frei zu machen für ein neues Vergütungssystem, obwohl das bisherige gerade einmal vor zwei Jahren von ihnen gebilligt wurde. Noch auf der Hauptversammlung vor einem Jahr gab es daran keine Beanstandungen.

Damals sorgten die neuen Regeln dafür, dass dem Vorstandsvorsitzenden neben seinem Grundeinkommen von 1,1 Millionen Euro über vier Millionen Euro zusätzlich zuflossen. Die Welt schien in Ordnung.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Nur, damit ist es nun vorbei. Weil diesmal der Ertrag um mehr als ein Viertel einbrach, statt wie angekündigt um mindestens zehn Prozent zu steigen, sind für Konzernchef Fritz Joussen sämtliche Bonusleistungen perdu.

    Einen Großteil der Misere hat er zugegebenermaßen externen Ereignissen zu verdanken, darunter dem Grounding seiner Boeing-737-Max-Maschinen, das für rund drei Viertel des Gewinnrückgangs steht.

    Für Joussen also ein unabwendbares Schicksal? Wohl kaum. Niemand zwingt den Chef des Hannoveraner Reisegiganten, eine Airline zu betreiben. Die strategische Entscheidung, die üblicherweise Risiken birgt, ist Angelegenheit des Vorstandsvorsitzenden – und geht daher buchstäblich auf dessen Konto.

    Im Jahr zuvor hatte Tuifly im Übrigen noch von externen Ereignissen profitiert – allen voran von der Pleite des Rivalen Air Berlin. Dass Joussen damals auf die Kürzung seiner Bonusbezüge drängte, ist nicht bekannt. Den Ruf nach einem neuen Vergütungssystem sollten Tui-Aktionäre daher besser überhören.

    Mehr: Weil ein Gewinneinbruch den Vorstandschef um sämtliche Bonuszahlungen bringt, sollen sich die Vergütungsregeln ändern. Unter Aktionärsschützern regt sich Widerstand.

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Die Tui-Aktionäre sollten das neue Bonus-System ablehnen
    0 Kommentare zu "Kommentar: Die Tui-Aktionäre sollten das neue Bonus-System ablehnen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%