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Kommentar Für EY wird das Schweigen im Fall Wirecard immer gefährlicher

Die Vorwürfe gegen EY im Wirecard-Skandal werden konkreter – doch die Firma schweigt weiter dazu. Jetzt ist auch der Bundesgerichtshof gefragt.
29.11.2020 - 17:23 Uhr Kommentieren
Mitarbeiter äußern sich im Wirecard-Untersuchungsausschuss nicht konkret zu ihrer Arbeit, weil sie sich nicht wirksam von der Verschwiegenheitspflicht entbunden sehen. Quelle: AFP
EY-Gebäude in London

Mitarbeiter äußern sich im Wirecard-Untersuchungsausschuss nicht konkret zu ihrer Arbeit, weil sie sich nicht wirksam von der Verschwiegenheitspflicht entbunden sehen.

(Foto: AFP)

In der Causa Wirecard wird es für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY eng. Bisher waren es nur Vermutungen, dass die Abschlussprüfer beim Bilanztestat Fehler begangen haben. Nun aber erhärtet sich der Verdacht. Die Prüfer-Aufsichtsbehörde Apas sieht Straftatbestände bei der Abschlussprüfung von Wirecard. EY droht nun ein Ermittlungsverfahren. Dazu kommen Details, die der Wirecard-Untersuchungsausschuss des Bundestages in seiner letzten Sitzung offengelegt hat.

Dort trat der KPMG-Partner auf, der die Sonderprüfung der Wirecard-Bilanzen geleitet und letztlich dafür gesorgt hat, dass der Betrug bei dem Zahlungsdienstleister aufflog. Die Aussagen von Alexander Geschonneck hinterließen nicht nur bei den Ausschussmitgliedern den schwerwiegenden Eindruck, dass EY nicht ausreichend genug geprüft hat, insbesondere was die Existenz der Treuhandkonten in Asien angeht. Man habe keine ausreichenden Prüfungsnachweise für die Konten von Wirecard vorgefunden, sagt er, was wie ein Tritt in Richtung EY wirkte.

Ganz anders der Auftritt der EY-Mitarbeiter: Sie sagten nicht konkret zu ihrer Arbeit bei Wirecard aus, weil sie sich nicht wirksam von der gesetzlich auferlegten Verschwiegenheitspflicht entbunden sehen. Es ist verständlich, dass dies die Abgeordneten erzürnte – schließlich hatten Insolvenzverwalter und Teile der früheren Wirecard-Organe zuvor EY von der Schweigepflicht entbunden.

Doch es gibt einen ungeklärten Rechtsstreit in dieser Frage, weil mehrere Oberlandesgerichte in früheren Verfahren eine Aufhebung der Verschwiegenheitspflicht durch einen Insolvenzverwalter nicht für ausreichend sahen.

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    Der Untersuchungsausschuss muss akzeptieren, dass die EY-Prüfer in einer solchen Unsicherheit nicht aussagen. Die Verschwiegenheitspflicht ist ein hohes gesetzliches Gut, bei dessen Verletzung Haftstrafen und hohe Bußgelder drohen.

    Für EY wird es nun allerdings immer gefährlicher. Die Vorwürfe häufen sich, werden konkreter – und die Firma schweigt weiter dazu. Für die mehr als 11.000 deutschen Mitarbeiter, die nichts mit dem Fall Wirecard zu tun haben, ist diese Situation unerträglich, denn ihr Arbeitgeber verliert an Image.

    Immerhin: Mehrere EY-Prüfer haben unterstrichen, dass sie vor dem Untersuchungsausschuss aussagen wollen, wenn Rechtssicherheit hergestellt ist. Diese muss der Bundesgerichtshof nun herbeiführen. Es ist im Interesse aller, dass es hier kein monatelanges Verfahren gibt, sondern dass zügig entschieden wird. Der Untersuchungsausschuss ist zwar kein Gericht, seine Arbeit hat aber als eine Art öffentliche Tatortbegehung eine wichtige Aufklärungsfunktion.
    Mehr: Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek und der Coup des Jahrhunderts.

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