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Kommentar Hohe Immobilienpreise und steigende Zinsen machen Generationen zu Mietern

Weil Hauspreise und Bauzinsen steigen, werden Immobilien für viele immer unerschwinglicher. Wie die Probleme gelöst werden könnten.
09.07.2018 - 20:00 Uhr 3 Kommentare
Um den Mangel an erschwinglichen Immobilien zu bewältigen, müssten Städte auch Bauanträge schneller bearbeiten. Quelle: dpa
Neubauten am Niederrhein

Um den Mangel an erschwinglichen Immobilien zu bewältigen, müssten Städte auch Bauanträge schneller bearbeiten.

(Foto: dpa)

Drei Viertel aller Deutschen träumen von einer eigenen Immobilie. An diesem wohl klassischsten Wunsch der Deutschen können selbst die weiter stark steigenden Immobilienpreise nicht rütteln.

Doch vielen fehlt das nötige Eintrittsgeld – lies: Eigenkapital –, um am Immobilienmarkt mitzumischen. Sie können gar nicht schnell genug sparen, um mit den Preisen mitzuhalten. Und wegen steigender Zinsen droht Käufern künftig auch die heute noch günstige Baufinanzierung davonzulaufen. Es besteht Gefahr, dass große Teile einer Generation zu Mietern werden.

Dabei muss es nicht so weit kommen, wenn endlich an Lösungen statt Problemanalysen gearbeitet würde. Die Großstädte müssten Bauanträge schneller abarbeiten, mehr Bauland ausweisen. Die Stadtbürger dürften nicht jedes neue Bauvorhaben wegen der Feldhamster oder Juchtenkäfer blockieren.

Natürlich sollte eine Stadt grün sein, aber eben kein Nationalpark. Die Bundesländer könnten Selbstnutzer bei der Grunderwerbsteuer entlasten, die Zehntausende Euro pro Kauf verschlingt. Die Bundespolitiker könnten im Zuge der Grundsteuerreform die Grundstücksspekulation eindämmen.

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    Stattdessen werden Förder-Placebos wie das Baukindergeld beschlossen, das von Immobilienökonomen so einhellig zerrissen wird, dass man sich schon fragen muss, wen die Bundesregierung bei diesem Beschluss um Rat gefragt hat. Die Bauwirtschaft? Das Fazit zahlreicher Analysen jedenfalls lautet: Die Fördergelder werden auf die Preise durchschlagen.

    Immerhin: Im Umland der Großstädte gibt es noch vergleichsweise erschwingliche Immobilien. Dort lässt sich der Traum vom Haus verwirklichen – zumindest solange das Ballungszentrum nicht München heißt. Für die Städte ergibt sich daraus die nächste Herausforderung: Wollen sie attraktiv bleiben, müssen sie in Infrastruktur investieren – von der Verkehrsanbindung bis hin zu Schulen. Es bleibt noch viel zu tun, um das Schicksal der Generation Miete abzuwenden.

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    3 Kommentare zu "Kommentar: Hohe Immobilienpreise und steigende Zinsen machen Generationen zu Mietern"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sehr geehrter Herr Streit,

      es ist einfach schrecklich, nur Mieter zu sein. Da ist man doch nur ein Mensch dritter Klasse. Die Nachbarn grüßen einen nicht und die Geschäftskollegen behandeln einen wie den letzten Dreck.

      Ganz anders ist der Fall, wenn man sich kein neues Auto leisten kann. Dann least man eben eine Karre und fährt mit einem Untersatz, der einem Autohändler gehört. Das ist ehrenhaft. Genauso ehrenhaft wie alle Anschaffungen auf Pump (Ratenkredite). Ganz zu schweigen von Studiendarlehen. Völlig in Ordnung ist auch die riesige Überschuldung vieler Firmen und unseres Staates.

      Gerade deshalb ist es ein Skandal, wenn manche Banken bei Hypothekenkrediten an Häuslebauer so zugeknöpft sind. Bonitätsprüfungen sind ein völliger Quatsch. Ich kann nicht verstehen, dass eine Bank das entliehene Geld zurück will. Meiner Meinung nach müßten Gratis-Hypothekendarlehen in den Katalog der Grundrechte aufgenommen werden.

    • Wenn die Politik endlich aufhören würde, die Verstädterung zu fördern,könnte das Problem einfach gelöst werden. Derzeit fließen in NRW ein Großteil der Wirtschafts- und Kulturförderung in die Großstädte, statt in den ländlichen Raum. Dabei ist hier reichlich erschwingbarer Wohnraum erhältlich. Wäre in der Stadt eine 100qm Wohnung schnell über 300.000€ kostet, bekommt oft 50km entfernt ein Haus mit 150qm für 100.000€. Hier muss die Politik ansetzen, damit unser Land so vielseitig bleibt, wie es ist. Doch leider wohnen die relevanten Politiker zumeist auch in der Großstadt. Wenn es eine kräftige Förderung für das Verlegen von Arbeitsplätzen aufs Land gebe und höhere Pendlerpauschalen, wäre günstiger Wohnraum für viele ein erreichbares Ziel.

    • Warum jetzt das Baukindergeld total schlecht sein soll, wenn die Grunderwerbsteuer-Senkung so gut ist? Für den Privat-Käufer ist die Diskussion tendentiell ein Nullsummenspiel. Für die großen Immobilienfirmen ist eine Senkung der Grunderwerbsteuer aber ebenso gut.

      Und ich glaube da liegt genau das Problem: die Preise steigen nicht wegen dem Spannungsverhältnis von Angebot und Nachfrage, sondern sie steigen vor allem deswegen, weil internationale Großfirmen mit dem Geld der EZB ausgestattet, den Privat-Bauherren einfach überbieten. Und die sind in den deutschen Markt eingedrungen und haben zuerst die bekannten Metropolen und jetzt immer mehr die Mittelstädte erreicht. Ach ja... die ganzen Ersparnisse der Südeuropäer, die sie in Deutschland in Sicherheit brachten (siehe Target 2) und hier Wohnungen kauften, taten ihr übriges.

      Richtig wäre es also, die Gelddruck-Orgie zu beenden. Wenn das nicht gelingt, dann andere Maßnahmen, aber ich sehe es dann schon richtig, den Privat-Anleger zu helfen (Baukindergeld), DER ist nämlich gegenüber den Investment-Gesellschaften durch die Politik benachteiligt.

      Und noch was: die Rechte der dann nur noch Mieter, werden auch immer mehr geschliffen. Alle Streit-Themen werden im Zweifel von den Rechtsabteilungen der großen Firmen bearbeitet. Und die arbeiten nicht nach Recht, sondern nach dem Zermürbungsprinzip. Aus meinem Bekanntenkreis: selbst mir Rechtschutzversicherung gibt einen der Anwalt den Rat: Sie haben zwar Recht, und sind versichert, aber lassen Sie es einfach.

      WIR BRAUCHEN GESETZE GEGEN DIESE ART DER ABZOCKE MIT EIGENER JURA-ABTEILUNG.

      Im Versicherungsbereich (Versicherung will nicht zahlen) funktioniert das ähnlich!

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