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Kommentar – ProTrump hat für Millionen den Albtraum im Nahen Osten beendet

Natürlich wirkt es paradox, einem Mann den Friedensnobelpreis zu geben, der selten Frieden im Herzen trägt. Aber der Preis ehrt keine Heiligen, sondern Menschen, die etwas bewirken.Thomas Sigmund 09.10.2025 - 17:13 Uhr
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Donald Trump: Sein Ego, sein Drang, Geschichte zu schreiben, könnte nun zum Motor des Friedens werden. Foto: Getty

Es war ein emotionaler Moment, als der deutsche Botschafter in Israel auf der Plattform X postete: „Danke an die Friedensstifter! Es ist schön, mit der Aussicht auf ein Ende des Albtraums aufzuwachen.“ Steffen Seibert, einst Regierungssprecher von Angela Merkel, hätte auch schreiben können: „Danke an den Friedensstifter Donald Trump.“

Doch genau das fühlt sich – völlig nachvollziehbar – falsch an. Trump, der polarisierende US-Präsident, dessen Kriegsrhetorik selbst den Amerikanern auf die Nerven geht, der politische Gegner und Medien einschüchtert und an diplomatischer Feinfühligkeit kaum zu unterbieten ist – ausgerechnet er soll jetzt als Friedensheld gelten?

Und doch: Fakt ist Fakt. Trump hat mit hoher Wahrscheinlichkeit geschafft, wovon andere in den vergangenen Jahrzehnten nicht zu träumen wagten. Den Albtraum für Millionen Menschen in Israel und Gaza zu beenden und den Grundstein für einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten zu legen – das ist eine historische Leistung.

Wenn es überhaupt eine Aufgabe gibt, für die der Friedensnobelpreis geschaffen wurde, dann ist es genau diese.

Natürlich wirkt es paradox, einem Mann den Friedenspreis zu geben, der selten Frieden im Herzen trägt. Aber der Preis ehrt keine Heiligen, sondern Menschen, die real etwas bewirken.

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Auch Barack Obama erhielt den Nobelpreis 2009 – noch bevor er überhaupt Gelegenheit hatte, Frieden zu stiften. Henry Kissinger wurde 1973 für den Waffenstillstand in Vietnam ausgezeichnet, obwohl er vorher der Bombardierung des Landes unter Präsident Nixon zugestimmt hatte. Umstritten waren beide Preisverleihungen – aber das ändert nichts daran, dass sie in entscheidenden Momenten zur Deeskalation beitrugen.

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Trump mag ein Narzisst und ein Populist sein. Doch gerade sein Ego, sein Drang, Geschichte zu schreiben, könnte nun zum Motor des Friedens werden. Wenn die Verleihung des Nobelpreises in diesem oder im kommenden Jahr ihn dazu bringt, auch in der Ukraine wirklich vermitteln zu wollen – wäre das wirklich verwerflich? Wenn durch diesen Antrieb auch nur ein einziger Krieg verkürzt, ein einziges Leben gerettet wird, wäre es das nicht schon wert?

Der Friedensnobelpreis ist nicht nach moralischen Kategorien einzuordnen. Er ist ein Anreiz für weitere Schritte in Richtung Verständigung. Trump hat, so widersprüchlich es klingt, den Weg dorthin geöffnet. Das verdient Anerkennung. Vielleicht ist es genau das Paradox, das Frieden manchmal braucht.

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