Kommentar: Trump verkauft den Frieden für eine Milliarde Dollar

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verweigert den Beitritt zu Donald Trumps neu ausgerufenem „Friedensrat“. Als Reaktion darauf droht der US-Präsident damit, französischen Champagner mit Strafzöllen von bis zu 200 Prozent zu belegen. Das sagt mehr über dieses Projekt aus als jede wohlklingende Charta: Trumps internationale Politik basiert auf erpresserischen Methoden und ist damit nur die logische Fortsetzung seiner Grönland-Politik.
Laut der Charta ist der Friedensrat „eine internationale Organisation, die sich für die Förderung der Stabilität und die Sicherung eines dauerhaften Friedens in von Konflikten betroffenen oder bedrohten Gebieten einsetzt“. Auch wenn die Ziele ehrenwert sind: Warum muss Trump seine potenziellen Mitglieder in das Gremium zwingen? Das entlarvt den Friedensrat als das, was er ist: kein multilaterales Instrument, sondern ein geopolitischer Klub nach amerikanischen Bedingungen.
Das Prinzip ist, diplomatisch gesagt, problematisch. Wer innerhalb eines Jahres eine Milliarde Dollar zahlt, erhält einen unbefristeten Sitz – verwaltet von Trump selbst, der zugleich den Vorsitz übernehmen will. Frieden gegen Geld, Einfluss gegen Loyalität. Was effizient klingt, unterläuft die Grundidee internationaler Ordnung. Sicherheit entsteht nicht durch die Zahlung von einer Milliarde Dollar.
Gemeinsames europäisches Signal erforderlich
Die USA sind die mächtigste Nation der Welt. Doch ein Gremium, das nur von der Zahlungsfähigkeit eines Landes abhängt und von Trump gesteuert wird, kann niemand wollen. An der UN mag man viel kritisieren, doch der Friedensrat ist keine Alternative dazu. Denn dort redet mit, wer zahlt – auch ohne demokratische oder völkerrechtliche Legitimation. Trump verkauft seinen Friedensrat als Alternative zu blockierten Organisationen wie den Vereinten Nationen. Tatsächlich aber droht er, diese weiter zu schwächen.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz wird sich positionieren müssen. Für ihn liegt die eigentliche Bewährungsprobe darin, Deutschland klar an der Seite Europas zu verorten. Wenn Frankreich Nein sagt, sollte Berlin nicht lavieren. Ein gemeinsames europäisches Signal wäre mehr wert als ein deutscher Sonderweg – und würde zeigen, dass Europa bereit ist, seine außenpolitische Handlungsfähigkeit selbst zu definieren.
Gerade für einen Kanzler, der wirtschaftliche Vernunft und Ordnungspolitik zur Leitlinie erklärt hat, sollte Trumps Modell alarmierend sein. Ein Friedensrat, der allein von Trump abhängt, schafft Unsicherheit – auch für Unternehmen, Investoren und internationale Lieferketten. Stabilität entsteht nicht durch Deals, sondern durch verlässliche Institutionen.