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Kommentar Trumps WHO-Politik birgt große Risiken – und hilft China

Die USA haben gute Gründe, die WHO zu kritisieren. Aber ihr hastiger Rückzug könnte für die Weltgemeinschaft schlimme Folgen haben.
19.05.2020 - 15:52 Uhr Kommentieren
Der US-Präsident kritisiert die WHO heftig. Quelle: REUTERS
Donald Trump im Weißen Haus

Der US-Präsident kritisiert die WHO heftig.

(Foto: REUTERS)

Donald Trump macht ernst. Mitten in der Corona-Pandemie droht der US-Präsident der angeschlagenen Weltgesundheitsorganisation mit einem endgültigen Stopp der Beitragszahlungen. Und dem Rückzug der USA. Zwar gewährt Trump der WHO und ihrem überforderten Generaldirektor Tedros noch eine Galgenfrist von 30 Tagen für tiefgreifende Reformen.

Doch in dieser kurzen Zeitspanne lässt sich die schwerfällige Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit 194 Mitgliedsländern kaum umbauen. Die USA werden die Tür zur WHO wohl zuschlagen. Mit einem lauten Knall. Damit verliert die wichtigste globale Gesundheitsinstitution ihren größten Geldgeber und ihre langjährige Führungsmacht, die den globalen Kampf gegen Killerkrankheiten wie Aids immer vorantrieb.

Trump wirft der WHO und Tedros Adhanom Ghebreyesus „extrem kostspielige Fehler für die Welt“ in der Bekämpfung des Corona-Ausbruchs vor. Zwar lenkt der US-Präsident von seinem eigenen Versagen in der Pandemie ab. Doch treffen einige zentrale Vorwürfe Trumps zu.

So verfolgte Tedros gegenüber dem Ursprungsland China, das den Ausbruch lange vertuschte, tatsächlich einen Schmusekurs. Tedros überschüttete das autoritäre Regime in Peking mit Lob für dessen angebliche „Transparenz“ und zögerte Ende Januar tagelang, bevor er endlich den internationalen Gesundheitsnotstand ausrief.

Trumps WHO-Politik birgt aber unkalkulierbare Risiken – für die USA und andere Länder. Denn ein US-Rückzug aus der WHO dürfte China in die Hände spielen. Das Riesenreich strebt immer offener eine globale Dominanz an und wird alles daransetzen, in das Vakuum vorzustoßen, das die USA in der Weltgesundheitsorganisation hinterlassen werden.

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Der imperiale Auftritt des Präsidenten Xi Jinping bei der Weltgesundheitsversammlung gab einen bitteren Vorgeschmack auf eine WHO, die den Vorgaben aus China noch mehr folgen wird. In der nächsten Pandemie, und sie wird kommen, könnte Peking die Nummer Eins in der WHO sein. Für die Welt bedeutet das nichts Gutes.

Mehr: Der Streit zwischen USA und China lähmt die Weltgesundheitsorganisation

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