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Morning Briefing Am Ende: US-Präsident Donald Trump – und der FC Bayern

14.01.2021 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

man kann vier Jahre Donald Trump auch als gescheiterten Versuch sehen, sich und der Welt seine Einzigartigkeit zu beweisen. Noch im Fallen widerfährt ihm als bisher einzigem US-Präsidenten das dunkle Schicksal, zweimal einem Amtsenthebungsverfahren unterzogen zu sein. Goodbye mit Rekord.

Sechs Tage vor der Amtseinführung von Joe Biden stimmten 232 Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus für die Amtsenthebung. Das Verfahren wurde natürlich angeführt von den Demokraten, darunter waren aber auch zehn Republikaner. Sogar Liz Cheney, Tochter des erzkonservativen Ex-Vizepräsidenten Dick Cheney, reihte sich hier ein. 197 votierten am Ende gegen das Amtsenthebungsverfahren. Der noch von den Republikanern dominierte Senat stimmt am 19. Januar ab – es bedarf hier am Ende einer Zwei-Drittel-Mehrheit, Trump wegen „Anstiftung zum Aufruhr“ zu verurteilen.

Das zweite Amtsenthebungsverfahren gegen Trump ist eröffnet. Der Senat wird wahrscheinlich vor der Inauguration keine Sitzung mehr einberufen. Quelle: AFP
Nancy Pelosi eröffnet das zweite Amtsenthebungsverfahren gegen Trump.

Das zweite Amtsenthebungsverfahren gegen Trump ist eröffnet. Der Senat wird wahrscheinlich vor der Inauguration keine Sitzung mehr einberufen.

(Foto: AFP)

Am verletzbarsten ist Trump bei Angriffen auf seine unternehmerischen Tätigkeiten. Umso misslicher für ihn, dass die Stadt New York schon bald alle Geschäftsverträge mit der Trump Organization kündigen will. Grund seien die Gewalttaten von Trump-Anhängern beim Sturm auf das Kapitol. Bisher betreibt Trumps Truppe im „Big Apple“ zwei Schlittschuhbahnen und ein Karussell im Central Park sowie einen Golfplatz in der Bronx. Der Gesamtumsatz pro Jahr liegt bei 17 Millionen Dollar.

Bürgermeister Bill de Blasio: „Wenn sich ein Unternehmen oder die Leitung eines Unternehmens an kriminellen Aktivitäten beteiligt, können wir dem ein Ende setzen.“ So oder ähnlich könnten die Leitenden der Deutschen Bank auch gedacht haben, als sie den Beschluss fassten, von diesem Kreditkunden lieber ganz die Finger zu lassen.

In Italien sind zu frühe Regierungswechsel eine Gewohnheit wie ein Espresso an der Tagesbar. Es gilt schon als Erfolg, wenn eine Koalition ein Jahr hält. Nun ist es wieder soweit, die römische Politikfalle schlägt zu. Der ehemalige Ministerpräsident Matteo Renzi spuckt dem amtierenden Ministerpräsidenten Giuseppe Conte in die Suppe und kündigt mit seiner Formation Italia Viva der seit 2019 arbeitenden Koalition die Unterstützung auf. Zwei Ministerinnen der Partei treten zurück.

Damit hat die Regierung im Parlament keine Mehrheit mehr. Renzi hatte sich mit seiner alten Partei, den Sozialdemokraten, sowie mit der Fünf-Sterne-Bewegung über die Coronahilfen der EU zerstritten. Seine Forderung, Italien sollte wenigstens einen Kredit aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) beantragen, blieb ohne Widerhall. Die damit verbundenen Auflagen sehen Kritiker als Einführung des „teutonischen Spardiktats“ durch die Hintertür an. Nun muss Conte eine neue Koalition oder Neuwahlen anstreben

Wenn wir Fortschritt preisen, geht es in diesen Zeiten fast immer um eine explosionsartige Vermehrung von Datenmengen. Dafür braucht man keine herkömmlichen Rechner, sondern Quantencomputer – die es in Deutschland noch zu bauen gilt.

Eine Expertenrunde aus Wirtschaft und Wissenschaft hat jetzt dem Kanzleramt eine Roadmap hierfür vorgelegt. „Die Welt wartet nicht auf Deutschland. Wir müssen jetzt starten“, heißt es in dem Dokument, das unserer Redaktion vorliegt. Den Expertenrat führt neben dem Physikprofessor Stefan Filipp auch der Unternehmer Peter Leibinger an, Miteigentümer und Entwicklungschef des Laserspezialisten Trumpf. Seine Forderung: „Wir müssen bereits heute die Weichen für den Wohlstand im Jahr 2030 stellen.“

Quelle: Max Boenke
Quantencomputer von IBM: Ein großes Unternehmen mit Zugkraft fehlt Europa bisher.
(Foto: Max Boenke)

Mit der Idee eines Rechts auf Homeoffice eckt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sowohl beim Koalitionspartner CDU/CSU als auch in der Wirtschaft an. Doch der Widerstand scheint die Durchsetzungslust des SPD-Politikers eher noch zu stärken. Im Einzelnen sagt er im Handelsblatt-Gespräch über…

  • die Folgen der Pandemie: „Wir müssen alles dafür tun, dass der Arbeitsplatz nicht zum Infektionsort wird. Deshalb gilt auch: so viel Homeoffice wie irgend möglich. Wo es nicht möglich ist, müssen die Covid-19-Arbeitsschutzstandards konsequent eingehalten werden.“
  • den Rechtsanspruch auf 24 Tage Homeoffice: „Wir wollen Rechtsklarheit für die Beschäftigten schaffen. Unternehmen müssen erhebliche betriebliche Gründe nennen, um mobiles Arbeiten zu verwehren.“
  • …höhere Löhne in der Pflege: „Applaus für die Heldinnen und Helden der Pandemie in der Pflege, in Supermärkten und in der Lagerlogistik zahlt keine Rechnungen und keine Miete. Deshalb müssen wir den Mindestlohn erhöhen und für mehr Tarifbindung sorgen.“

So gut das für den Wahlkampf klingt, Heil hat das gleiche Problem wie Jens Spahn: die konkreten Verkündigungen sind bei weitem nicht so schön wie die Ankündigungen. Hier hilft Gotthold Ephraim Lessing: „Beide schaden sich selbst: Der, der zu viel verspricht und der, der zu viel erwartet.“

Deutschland meldet das nächste „Einhorn“, also ein Start-up, das mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet wird. Es ist das 14. dieses Genres und es handelt sich dabei um die Berliner Logistik-Firma Sennder. Ihr gelang das Milliarden-Kunststück bei der jüngsten Finanzierungsrunde, die 160 Millionen Dollar erbrachte.

Im europäischen Markt für Lkw-Frachttransporte, der insgesamt 350 Milliarden Euro umfasst, hat sich Sennder durch den Kauf von Everoad aus Frankreich und des kontinentalen Speditionsgeschäfts von Uber gestärkt. „Über Akquisitionen bekommt man ein 20, 30 Jahre altes Netzwerk“, sagt Mitgründer David Nothacker unserer Redaktion.

Ein mögliches Ziel ist die Börse, wo mit Auto1 ein anderes Einhorn aus Berlin noch im ersten Quartal landen will. Der Online-Autohändler wird mit bis zu acht Milliarden Euro Wert taxiert. Die Ankündigung des Börsengangs sei ein „wichtiges und starkes Signal für Deutschland“, sagt Christian Miele, Präsident des Bundesverbands Deutsche Start-ups.

Überall im Land werden sich heute die Leute lachend darüber unterhalten, dass der Fußball-Pokalwettbewerb nun einmal seine eigenen Gesetze habe. Die Sensation gehört hier zum Spiel wie die Pfeife zum Equipment des Schiedsrichters.

Gestern erwischte es den erfolgsverwöhnten FC Bayern München. Der Rekordmeister und Triple-Sieger 2020 flog sensationell bereits in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen den Zweitligisten Holstein Kiel heraus – mit 5:6 im Elfmeterschießen. Im Spiel hatte es zum Schluss 2:2 gestanden. Bei der Blamage liefen die Bayern übrigens mit Retro-Shirts auf, die der Sänger Pharrell Williams designt hatte. Dessen Hit „Happy“ dürften die abgestürzten Münchener Fußballer erst mal nicht mitsingen.

Quelle: AP
Die kolumbianische Popsängerin Shakira verkauft die Veröffentlichungsrechte über 45 Songs der Musiklizenzfirma Hipgnosis in London.
(Foto: AP)

Und dann ist da noch die aus Kolumbien stammende Popsängerin Shakira, die sich einem Modetrend fügt und die Veröffentlichungsrechte von über 145 Songs einer Musiklizenzfirma verkauft, Hipgnosis in London. Der Streamingboom befördert solche Geschäfte. Über die Dealsumme wurde zunächst nichts bekannt. Angesichts von Hits wie „Waka, waka“, „Hips don’t lie“ oder „Whenever, wherever“ dürfte aber einiges zusammenkommen.

Die Leistung eines Songwriters sei gleich oder vielleicht noch größer als die Taten von Sängern, erklärte Shakira, die schon mit acht Jahren erste Lieder komponiert hat. „Ich ziehe die hässliche Wahrheit der schönen Lüge vor“, gibt sie noch als Lebensmotto an. Hipgnosis hatte erst in der vergangenen Woche angekündigt, für 150 Millionen Dollar 50 Prozent am Liedgut des Altstars Neil Young zu kaufen. Und man habe weitere Katalogrechte für Akquisitionen in diesem Jahr ausgemacht – wofür man mehr als eine Milliarde Pfund ausgeben möchte. Schon Gustav Mahler wusste: „Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.“

Ich wünsche Ihnen einen Tag mit Schwung und Wahrheit. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor

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