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Morning Briefing Die richtige Frau für Joe Biden

12.08.2020 - 06:34 Uhr Kommentieren
Quelle: AP
Die kalifornische Senatorin Kamala Harris soll die demokratische Vizepräsidentschaftskandidatin werden.
(Foto: AP)

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

sie war 2017 die zweite Afroamerikanerin im US-Senat und die erste mit indischen Wurzeln – nun soll sie für den designierten demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden die nötigen Stimmen sichern. Die kalifornische Senatorin Kamala Harris wird „running mate“ und stiege damit bei einem Wahlerfolg im November zur US-Vizepräsidentin auf. Sie wäre, kaum zu glauben, die erste Frau in diesem Amt. Vorausgegangen war eine intensive Suche, die Biden jetzt mit einem markigen Statement abschließt: „Ich habe die große Ehre anzukündigen, dass ich Kamala Harris ausgewählt habe. Sie ist ein furchtloser Kämpfer für den kleinen Mann.“

Die 55-jährige Tochter eines aus Jamaika stammenden Wirtschaftsprofessors und einer tamilischen Wissenschaftlerin hat als Anwältin und Generalstaatsanwältin gearbeitet. Im politischen Kampf der Demokraten gegen Donald Trump und seinem Adlatus Mike Pence gibt es jetzt auf einmal „diversity“. Anders gesagt: Die weißen, mehr oder minder weisen Männer sind nicht mehr unter sich.

Auf Wladimir Putin, russischer Regent auf Lebenszeit, trifft ein Bonmot von Winston Churchill zu: „Diktatoren reiten auf Tigern hin und her und wagen nicht abzusteigen. Und die Tiger werden hungrig.“ In dem von Corona und einer Wirtschaftskrise gebeutelten Land muss Putin geradezu zwanghaft Erfolgsnews zaubern – die er jetzt im Kampf gegen die Pandemie gefunden haben will. Ohne die international üblichen drei Erprobungsstufen lässt Putin einen in Moskau entwickelten Impfstoff zu. Unter anderem habe seine Tochter das Serum schon ausprobiert. Kirill Dmitriew, Chef des russischen Staatsfonds RDIF, spricht uns gegenüber vom „Sputnik-Moment“: Mit dem gleichnamigen Satelliten hatte die Sowjetunion 1957 erstmals eine Erdumlaufbahn erreicht – zum Kummer der USA. Die russische Assoziation für klinische Forschungen (Aoki) befürchtet allerdings eine Gefährdung der Endverbraucher und warnt, der globale Impfstoffwettbewerb sei ein „Relikt des Heldenparadigmas“ alter Zeiten. Von wegen Sputnik.

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    Bei der Jagd auf das Serum ist bekanntlich das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac dabei, an dem sich der Bund mit 23 Prozent beteiligt hat. Die Tübinger bereiten den Börsengang an der US-Technologiebörse Nasdaq vor und wollen dabei 345 Millionen Dollar erlösen. Mehrheitsaktionär Dietmar Hopp hat zugesagt, für 100 Millionen Euro Curevac-Aktien zum Emissionspreis zu erwerben. Der IPO der mit 2,7 Milliarden Dollar Wert taxierten Firma wird von Bank of America, Jefferies und Credit Suisse begleitet. Auch hier führt uns die Hoffnung weiter als die Angst.

    Quelle: Reuters
    Die Coronakrise hat Airbnb schwer zugesetzt. Das Unternehmen verfolgt seine Börsengang-Pläne aber scheinbar weiter.

    Noch ein Börsengang steht an, offenbar bis Jahresende: der des Wohnraumvermittlers Airbnb. Die US-Firma kann das Geld in der Coronakrise gut gebrauchen, schließlich brachen Umsatz und 1900 Jobs weg. Die Bewertung von Airbnb ist angesichts des Troubles sogar von 26 Milliarden Dollar im Frühjahr auf nur noch 18 Milliarden zurückgegangen. Der Antrag auf den IPO – führende Konsortialbank Morgan Stanley – soll noch im August bei der Börsenaufsicht SEC gestellt werden, verbreiten Eingeweihte. Alles in allem ist Airbnb für diese Aktion überfällig: Schon vor drei Jahren hat man von der Börse geredet.

    Die Bundesrepublik und Russland haben derzeit jede Menge Streitpunkte – und ein großes Solidaritätsthema. Das ist die Vollendung der Erdgas-Pipeline Nord Stream 2, gegen die Amerikas Wirtschaftskrieger im Weißen Haus mit allerlei Sanktionsandrohungen querschießen. Außenminister Heiko Maas erklärte jetzt in Moskau: „Kein Staat hat das Recht, der EU ihre Energiepolitik zu diktieren, und das wird auch nicht gelingen.“

    Und Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, kündigt an, den Pipelinebau möglichst rasch abschließen zu lassen: „Wir sind im höchsten Maße verärgert über die Erpressungsversuche aus den USA.“ Das sind deutliche Ansagen an US-Außenminister Mike Pompeo, der in diesen Tagen Tschechien, Slowenien, Österreich und Polen besucht.

    Reisen bildet – der Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter erhofft er sich dadurch Vertrauenskapital von den Spitzen der deutschen Wirtschaft. Der Politiker startet heute eine einwöchige Industrietour, erste Station Thyssen-Krupp. Im Handelsblatt-Interview liefert er eine Einschätzung der Lage:

    • „Ich halte es für verfrüht, mehr als ein Jahr vor der Abwahl den Wahlkampf einzuläuten. Wir sind mitten in einer Pandemie, die Menschen sorgen sich um ihren Arbeitsplatz (zu möglichen Kanzlerkandidaten der Grünen).“
    • „Olaf Scholz hat zur Aufklärung bislang wenig beigetragen und ist im Finanzausschuss in seiner üblichen schmallippigen Art aufgetreten (zum Wirecard-Skandal).
    • „Schon heute ist es möglich, Stahl CO2-frei mit grünem Wasserstoff zu produzieren. Bislang ist das aber zu teuer. Also muss den Unternehmen diese Differenz ausgeglichen werden (zur Industriepolitik).“

    Für gefährliche Verschwörungstheorien sind weltweit vor allem QAnon-Gruppen zuständig – die sich im Reich des Mark Zuckerberg rapide ausbreiten. Nach Recherchen des „Guardian“ sind über 170 solcher Formationen bei Facebook und der Konzernschwester Instagram mit insgesamt rund 4,5 Millionen Menschen aktiv. Zu den größten Untergruppen gehören jene in Deutschland, Italien, Polen, Holland, Australien und Großbritannien. Das Wachstum rührt auch daher, dass Twitter dem Treiben ein Ende gesetzt hat. Noch unterstützt der Facebook-Algorithmus die Dynamik von QAnon, aber angeblich sind auch hier radikale Stopp-Maßnahmen geplant. Zu dem größten in diesen Kreisen verzapften Irrsinn gehört die These, Donald Trump führe einen Geheimkrieg gegen einen „Deep State“ der Demokraten mit den Hollywood-Stars, die sich an Pädophilie und Sexhandel delektieren würden.

    Quelle: dpa
    Apple-Mitgründer Steve Wozniak feierte seinen 70. Geburtstag in der Nacht zum Mittwoch mit einer gigantischen Online-Party.

    Und dann ist da noch Apple-Mitgründer Steve Wozniak, der in der Nacht zum Mittwoch seinen 70. Geburtstag gebührend feierte – mit einer gigantischen Online-Party, zu der die ganze Welt eingeladen war. Darunter macht es „Woz“ nicht. Eigens für das Birthday-Projekt wurde die Internetseite Wozbday.com und eine Schnitzeljagd auf Twitter („11 Days of Wozdom“) gestartet. Unter den virtuellen Gästen konnte die Personal-Computer-Legende Prominente wie Opernsänger Andrea Bocelli, TV-Größe Jay Leno und Ex-Basketball-Profi Shaquille O‘Neal begrüßen. Steve Jobs (1955-2011) hatte den Jubilar so geehrt: „Woz war der erste Mensch, den ich traf, der mehr über Elektronik wusste als ich.“

    Ich wünsche Ihnen einen erlebnisreichen Tag mit schönen Einladungen.

    Herzliche Grüße

    Ihr

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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