1. Startseite
  2. Meinung
  3. Morning Briefing
  4. Morning Briefing: Großbritannien testet Haushaltspläne von SPD und Grünen

Morning BriefingGroßbritannien testet Haushaltspläne von SPD und Grünen

Christian Rickens 31.10.2024 - 06:15 Uhr Artikel anhören
Handelsblatt Morning Briefing

Rekordübernahme: Siemens kauft Softwarefirma Altair

31.10.2024
Abspielen 08:05

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Siemens stärkt sein Software-Geschäft mit der zweitgrößten Übernahme der Firmengeschichte – und je nachdem, wie man draufschaut, ist es sogar die größte. Der Münchner Technologiekonzern kauft die US-Industriesoftwarefirma Altair Engineering für 113 Dollar je Aktie. Nach Angaben von Altair entspricht das einem Unternehmenswert von rund 10,6 Milliarden Dollar.

Eine Übernahme in ähnlicher Größenordnung hatte Siemens zuletzt 2015 mit dem Turbinenspezialisten Dresser-Rand gestemmt, damals für 7,6 Milliarden Dollar. Übertroffen wird der Altair-Deal bislang nur durch die Übernahme des Krebsspezialisten Varian durch Siemens Healthineers vor vier Jahren für 16,4 Milliarden Dollar. Die Medizintechnik-Sparte war zum Zeitpunkt des Deals allerdings bereits an die Börse gegangen und nur noch eine Mehrheitsbeteiligung von Siemens.

Zum aktuellen Deal sagte Siemens-Chef Roland Busch:

Durch die Kompetenzen von Altair in den Bereichen Simulation, Hochleistungsrechnen, Datenwissenschaft und künstliche Intelligenz zusammen mit Siemens Xcelerator entsteht das weltweit umfassendste KI-gestützte Design- und Simulationsportfolio.
Siemens-Chef Roland Busch will kräftig zukaufen. Foto: REUTERS/Liesa Johannssen

Falls Sie jetzt nicht auf Anhieb verstanden haben, was Busch damit meint: Nicht schlimm, unser Siemens-Versteher Axel Höpner erklärt es Ihnen in Ruhe.

Airbus bereitet einen Wechsel an der Spitze seiner Verkehrsflugzeugsparte vor. Lars Wagner, derzeit Vorstandschef des deutschen Triebwerksbauers MTU Aero Engines, soll spätestens Anfang 2026 den wichtigsten Geschäftsbereich bei Airbus übernehmen. Der 50-jährige Wagner wird auf den 62-jährigen Christian Scherer folgen, der nach dem Ende seiner Amtszeit in den Ruhestand gehen dürfte. Airbus-Chef Guillaume Faury bezeichnete Wagner am Mittwochabend als „großartige Ergänzung“ für das Führungsteam des Konzerns. Wagner hatte lange für Airbus gearbeitet, ehe er 2015 zu MTU wechselte.

Ein robustes Cloud-Geschäft hat Microsoft einen erneuten Wachstumsschub beschert. Die Gesamterlöse stiegen den Angaben zufolge im abgelaufenen Quartal überraschend deutlich um 16 Prozent auf 65,6 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Wachstum der Cloud-Sparte Azure fiel mit 33 Prozent in etwa doppelt so hoch aus und übertraf die Analystenprognosen ebenfalls.

Microsoft-Chef Satya Nadella (Archivfoto). Foto: Mark Lennihan/AP/dpa Foto: dpa

Das Werbegeschäft des Facebook-Konzerns Meta läuft ebenfalls weiter auf Hochtouren – aber die Milliardenverluste im Geschäft mit digitalen Welten türmen sich auf. Die Sparte Reality Labs, die vor allem für VR-Brillen bekannt ist, schrieb im vergangenen Quartal rote Zahlen von 4,4 Milliarden Dollar. Ihr Umsatz lag dabei lediglich bei 270 Millionen Dollar.

Trotz des Verlusts bei Reality Labs stieg der Konzerngewinn im dritten Quartal im Vorjahresvergleich um 35 Prozent auf rund 15,7 Milliarden Dollar. Der Umsatz wuchs um knapp ein Fünftel auf 40,6 Milliarden Dollar.

In Großbritannien regiert seit einigen Monaten die Labour-Partei, und das merkt man. Die britische Finanzministerin Rachel Reeves kündigte in London Steuererhöhungen in Höhe von 40 Milliarden Pfund (etwa 48 Milliarden Euro) an, sie treffen insbesondere Finanzinvestoren, Unternehmen und Firmenerben. Auf diese Weise sollen die Staatsfinanzen in Ordnung gebracht und gleichzeitig die öffentlichen Leistungen verbessert werden. Zudem will die Regierung mit kreditfinanzierten Investitionen die chronische Wachstumsschwäche in Großbritannien überwinden.

Die britische Finanzministerin Rache Reeves plant, Steuern zu erhöhen. Foto: via REUTERS

Insgesamt also ziemlich genau das Programm, das wahrscheinlich auch SPD und Grüne umsetzen würden, wenn in Berlin nicht die FDP mit in der Regierung säße.

Ähnlich wie Deutschland leidet auch Großbritannien seit Jahren unter einer Wirtschaftsflaute. Das Wirtschaftswachstum kommt auf der Insel kaum über ein Plus von einem Prozent hinaus, die Arbeitsproduktivität stagniert seit Langem. Da ist der neue Finanzplan der Regierung von Keir Starmer schon fast so etwas wie ein natürliches Experiment: Mal sehen, ob Großbritannien damit tatsächlich sein Wachstum in Schwung bringt, oder ob am Ende vor allem die Steuerlast und die Staatsschulden wachsen.

Russland und die Ukraine versuchen sich womöglich darauf zu verständigen, die Energieinfrastruktur des jeweils anderen Landes künftig nicht mehr anzugreifen. Einem Bericht der „Financial Times“ zufolge befinden sich beide Länder in ersten Gesprächen dazu. Ursprünglich waren solche Gespräche offenbar bereits im August geplant, wie die „Washington Post“ damals berichtete. Doch das überraschende Vordringen ukrainischer Streitkräfte in die russische Region Kursk führte zu einem Abbruch der Initiative, bei der Katar zwischen Russland und der Ukraine vermitteln wollte.

Laut „Financial Times“ hat Kiew dann aber versucht, die Verhandlungen mithilfe des Emirats fortzusetzen. Es gebe in der Tat Gespräche in diese Richtung, die über Katar moderiert würden, sagten ukrainische Sicherheitskreise dem Handelsblatt. Der Ausgang sei offen.

Gerade für Russland wäre es kurz vor dem Winter eine Abkehr von der bisherigen Kriegstaktik. Für die Ukraine wäre ein solcher Deal, sollte er eingehalten werden, eine große Entlastung. Ein erheblicher Teil der Kraftwerke im Land ist durch Angriffe der russischen Armee zerstört oder beschädigt worden. Dies betreffe 80 Prozent der Kraftwerkskapazität, hieß es.

Vorhersagen sind bekanntlich schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen. Insofern ist es mutig, was die Kapitalmarktstrategen von JP Morgan Asset Management machen: Sie wagen alljährlich eine Prognose, wie sich die wichtigen Anlageklassen in den kommenden 15 Jahren entwickeln werden.

So prophezeien sie, dass ein Anleger im Euro-Raum mit einem gemischten Portfolio aus 60 Prozent globalen Aktien und 40 Prozent globalen Anleihen unter dem Strich pro Jahr eine Rendite von 5,1 Prozent erzielen wird – nominal, also vor Abzug der Inflation. Wirtschaftliche Einbrüche seien dabei eingepreist, sagt Tilmann Galler von JP Morgan Asset Management:

Wenn es in den nächsten zehn bis 15 Jahren zu zwei Rezessionen kommt, wirft das unsere langfristigen Annahmen nicht über den Haufen, weil wir genau damit rechnen.

Auch zu allen anderen Anlageklassen liefert JP Morgan eine 15-Jahres-Prognose – von den wichtigsten Aktienindizes und Anleihetypen bis hin zu Gold und Immobilien.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC führt den jüngsten Kolibakterien-Ausbruch bei der Fast-Food-Kette McDonald's in den USA auf Zwiebeln als mutmaßliche Ursache zurück. McDonald's hatte bereits zuvor angekündigt, den betroffenen Rindfleisch-Burger ohne die normalerweise darin befindlichen geschnittenen Zwiebeln wieder anzubieten.

Für überzeugte Fast-Food-Fans dürfte der Vorfall den lange gesuchten Beweis erbringen: Das ungesündeste am Burger ist das Gemüse.

Verwandte Themen
SPD
Airbus
Siemens
USA
Großbritannien
Roland Busch

Ich wünsche Ihnen einen gehaltvollen Tag.

Herzliche Grüße,
Ihr

Christian Rickens
Textchef Handelsblatt

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt