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Morning Briefing Suche nach dem Schuldigen im Wirecard-Skandal

17.07.2020 - 06:00 Uhr 1 Kommentar

Liebe Leserinnen und Leser,

die Aufarbeitung des Wirecard-Skandals geht in die zweite Phase. Nach der Empörung von Aktionären, Aufsehern und Politikern hat jetzt die Suche nach den Schuldigen begonnen. Die juristische Klärung des Falls steht zwar noch ganz am Anfang, aber Finanzminister Olaf Scholz ist sich bereits sicher, wer keine eigenen Fehler begangen hat: die staatliche Finanzaufsicht. Die Bafin sei „wiederholt“ Vorwürfen der Bilanzmanipulation gegen Wirecard nachgegangen, lässt Scholz in einem Bericht an den Bundestag verbreiten. Ein anderes Ergebnis hätte auch überrascht. Schließlich untersteht die Bafin dem Bundesfinanzministerium.

Quelle: dpa
Als selbstgefühlter Kanzlerkandidat der SPD kommt die Wirecard-Affäre für Olaf Scholz reichlich ungelegen.

Als selbstgefühlter Kanzlerkandidat der SPD kommt die Wirecard-Affäre für Olaf Scholz reichlich ungelegen. Um möglichen Schaden abzuwenden, verortet der Vize-Kanzler entsprechend entschlossen die Verantwortung für den Bilanzskandal bei Dritten, den Wirtschaftsprüfern. Wirecard habe von 2009 bis 2018 „einen testierten und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk der EY Wirtschaftsprüfungsgesellschaft versehenen Abschluss und Lagebericht vorgelegt“, heißt es in dem Schreiben des Finanzministeriums. Kaum zu glauben, dass der Fall so einfach liegt.

Meinem Kollegen Felix Holtermann, der den Aufstieg und Fall von Wirecard intensiv begleitet hat, ist ein besonderer Coup gelungen. Ihm liegen die Chatprotokolle des früheren Wirecard-Vorstands Jan Marsalek aus den letzten zwei Wochen vor dem Absturz des Dax-Konzerns vor. Tausende Textnachrichten offenbaren das wahre Gesicht von Deutschlands meistgesuchtem Manager. Am Sonntag nach dem großen Crash schrieb der flüchtige Marsalek im Messenger Telegram: „Einer muss Schuld haben, und ich bin die naheliegende Wahl.“ Pflichtlektüre für alle, die wissen wollen, was hinter den Kulissen von Wirecard geschehen ist.

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    Kriminelle Energie war auch der Auslöser für einen erneuten Twitter-Skandal. Hackern war es in der Nacht zu Donnerstag gelungen, die Accounts von Prominenten wie Barack Obama, Joe Biden und Elon Musk zu knacken. Die Profile verschickten Tweets, die jedem, der an eine bestimmte Adresse Bitcoins sende, das Doppelte der Einzahlung versprachen. Twitter hat mittlerweile Fehler eingeräumt. Doch der Imageschaden bleibt.

    Gute Nachrichten gab es gestern aus China. Nach Angaben der staatlichen Statistikbehörde ist die Wirtschaft der Volksrepublik im zweiten Quartal um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewachsen. Doch die Unsicherheit bleibt. Nicht nur weil Chinas Bürger weiter wenig Konsumlaune zeigen, sondern weil die Angst vor einem Anstieg der Arbeitslosigkeit wächst. Es geht aufwärts in China, die Frage ist: wie lange noch?

    Auf eine Erholung der europäischen Wirtschaft setzt offenbar auch die Europäische Zentralbank. Die Währungshüter um Notenbankchefin Christine Lagarde entschieden gestern, dass es aktuell nichts zu entscheiden gibt. Im Notfall sei die Notenbank aber bereit, alle Instrumente anzupassen. Man kann nur hoffen, dass es nicht dazu kommt. Schließlich hat die EZB erst im Juni ihr Anleihekaufprogramm um 600 Milliarden Euro auf 1,35 Billionen Euro erhöht. Den Leitsatz ihres Vorgängers Mario Draghi in der Euro-Krise scheint Christine Lagarde eins zu eins übernommen zu haben: Whatever it takes.

    Quelle: Smetek
    Daimler-Chef Ola Källenius sieht die Zukunft des Konzerns im Luxussektor.
    (Foto: Smetek)

    Gewinnwarnungen, rote Zahlen, Kurseinbruch: Der Autokonzern Daimler ist in einem beklagenswerten Zustand. Anspruch und Wirklichkeit von Deutschlands Premium Automarke liegen weit auseinander. Daran hat auch Ola Källenius in seinem ersten Jahr als Konzernchef nicht viel ändern können – auch wenn die Ergebnisse im zweiten Quartal besser als erwartet ausgefallen sind. In der aktuellen Titelgeschichte haben meine Kollegen Franz Hubik und Martin Murphy Hintergründe und Folgen der verschleppten Sanierung recherchiert.

    Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt Källenius seine Strategie für den Turnaround. Mit Jobabbau, Werksschließungen und Modellveränderungen will der Daimler-Boss den angeschlagenen Autokonzern wieder auf Kurs bringen. Jetzt Artikel lesen...

    Ola Källenius‘ wichtigste Botschaften:

    • „Wir wollen zurück zu unserem Kern als Hersteller von modernen Luxusfahrzeugen. Wir wollen nicht mit Volumenherstellern konkurrieren, sondern die begehrenswertesten Autos der Welt bauen.“
    • „Auch bei uns geht Preis vor Menge. Wir werden künftig noch stärker als bisher auf die Rentabilität unserer Absätze achten.“
    • „Natürlich leidet unser Aktienkurs unter der Coronakrise. Aber selbst mit dem Niveau vor dem Ausbruch von Covid-19 war ich nicht zufrieden. Ich bin der festen Überzeugung: Für Daimler ist zukünftig mehr drin.“

    Ein Hinweis in eigener Sache: Bert Rürup ist seit Jahren der Chefökonom des Handelsblatts. Eine Funktion, die in dieser Form einzigartig in der deutschen Zeitungslandschaft ist. Ab sofort analysiert der ehemalige Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung noch häufiger als bisher aktuelle ökonomische Fragen – jeden Freitag. Den Auftakt macht ein Stück über Chinas Streben nach politischer und ökonomischer Weltmacht: Der kalte Wirtschaftskrieg.

    Quelle: AP
    Michelle Obama geht am 29. Juli mit einem eigenen Podcast auf Spotify auf Sendung.
    (Foto: AP)

    Und dann ist da noch Michelle Obama. Die frühere First Lady geht am 29. Juli mit einem eigenen Podcast auf Spotify auf Sendung. Der Streamingdienst verspricht besonders menschliche und persönliche Gespräche zwischen Obama und ihren Gästen. „Meine Hoffnung ist, dass die Serie ein Ort sein kann, um bedeutungsvolle Themen zusammen zu entdecken und die vielen Fragen zu sortieren, die wir alle in unserem Leben zu beantworten haben“, sagt Michelle Obama über das neue Format. Prädikat: verheißungsvoll.

    Ich wünsche Ihnen ein erholsames und inspirierendes Wochenende
    Herzliche Grüße
    Ihr

    Sven Afhüppe
    Chefredakteur

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    1 Kommentar zu "Morning Briefing : Suche nach dem Schuldigen im Wirecard-Skandal"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich kann die Berichterstattung bald schon nicht mehr hören! Erst wird Wirecard gelobt über alle Maßen , und dann endlos zerpflückt von Experten die es ja schon immer gewusst haben.

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