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ForschungKoalitionspolitiker setzen sich für Großprojekt gegen Long Covid ein

Gesundheitspolitiker von CDU und SPD fordern eine „Dekade der postinfektiösen Erkrankungen“. Die volkswirtschaftlichen Schäden dieser Krankheiten sind hoch.Britta Rybicki 14.11.2025 - 17:05 Uhr Artikel anhören
Proteste zu Long Covid im Oktober 2025 in Berlin. Foto: Getty Images

Berlin. In den vergangenen Wochen sind Long- und Post-Covid-Erkrankte wiederholt auf die Straße gegangen. Unter dem Motto „Lebendig begraben“ stellten Demonstrierende Anfang Oktober rund hundert schwarze Leichensäcke vor dem Forschungsministerium auf, um auf ihr Leid aufmerksam zu machen.

Nun reagieren Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und der CDU-Abgeordnete Stephan Albani mit einem Eckpunktepapier, das den Titel „Nationale Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen“ trägt, unter die auch Long Covid und ME/CFS fallen.

Bis 2036 sollen laut Plan insgesamt 500 Millionen Euro von der Koalition gegen Long Covid und das Erschöpfungssyndrom ME/CFS zur Verfügung gestellt werden, wie der „Spiegel“ berichtet.

Viele Betroffene kämpfen mit Erschöpfungssymptomen, die sie so stark beeinträchtigen, dass sie weder ihrem Beruf noch ihrem privaten Alltag nachgehen können. Immer wieder gibt es Berichte über Suizide.

Die gesundheitlichen Folgen haben längst auch wirtschaftliche Dimensionen erreicht: Eine Studie der ME/CFS Research Foundation und des Unternehmens Risklayer schätzt die Kosten der Erkrankungen für das Jahr 2024 auf rund 63 Milliarden Euro – etwa 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Seit 2020 könnten sich die gesamtwirtschaftlichen Belastungen auf mehr als 250 Milliarden Euro summiert haben.

Der politische Handlungsdruck wächst also. Schätzungen zufolge leiden mehr als 1,5 Millionen Menschen in Deutschland an postinfektiösen Folgeerkrankungen. Mit der „Nationalen Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen“ soll die Bundesregierung nun gegensteuern. Die Forderung orientiert sich an der „Nationalen Dekade gegen Krebs“, die 2019 an den Start ging.

Mit der angedachten Dekade soll sich die Bundesregierung verpflichten, über ein Jahrzehnt hinweg Forschung und Versorgung deutlich zu verbessern.

Dorothee Bär mit Mund-Nasen-Schutz bei einem öffentlichen Auftritt. Foto: AP

Challenge bringt Experten zusammen

Auch eine zehnjährige „Gesundheits-Challenge“ schlagen die Autoren vor. Sie soll wissenschaftliche Fortschritte anstoßen und dabei staatliche Mittel mit privatem Kapital verbinden. In einer ersten Phase sollen interdisziplinäre Teams parallel daran arbeiten, die Grundlagen postinfektiöser Erkrankungen besser zu verstehen.

In einer zweiten Phase sollen die vielversprechendsten Projekte zusätzliches Geld erhalten, um Diagnostika und Therapien bis zur Zulassung weiterzuentwickeln.

Die Challenge knüpft an bestehende Strukturen an, etwa an geförderte Forschungsverbünde und die Post-Covid-Versorgungsforschung. Frauen und Kinder, die in medizinischen Studien oft unterrepräsentiert sind, sollen künftig gezielt einbezogen werden.

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Als besonders problematisch gilt die zersplitterte Datenlage in Deutschland. Während die USA mit Programmen wie „RECOVER“ Datenbanken aufgebaut haben, fehlen sie hierzulande. Mit der geplanten „Nationalen Kohorte PE“ soll eine bundesweite Plattform entstehen, die Gesundheitsdaten, Laborwerte, Bildgebungsergebnisse und Bioproben zusammenführt. Diese Daten sollen nach internationalen FAIR-Standards bereitgestellt werden.

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Schließlich wollen die beiden Abgeordneten einen Fehler früherer Programme beheben: die fehlende Einbindung der Betroffenen. Patientinnen und Patienten sollen künftig stärker beteiligt werden. So soll sichergestellt werden, dass Forschung und Versorgung besser zu der Realität der Erkrankten passen.

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