Pandemiebekämpfung: Deutschland droht im Herbst ein Corona-Déjà-vu
Die Sommersaison nimmt Fahrt auf. Doch noch ist unklar, ob die Corona-Krise im Herbst mit Wucht zurückkehrt.
Foto: dpaBerlin. Der Sommer erinnert an seinen unrühmlichen Vorgänger im Jahr 2020. Er ging als verpasste Chance in die Geschichte der Pandemiebekämpfung ein.
Die Zeit niedriger Fallzahlen blieb ungenutzt, um Schulen, Pflegeheime und die Bevölkerung auf den Herbst und Winter vorzubereiten – auf jene Zeit, in der es Viren leichter haben. Deutschland raste unvorbereitet in die zweite und dritte Welle. Droht bald ein ähnliches Szenario?
Zumindest in diesem Jahr will es die Politik besser machen. Bereits im Juni hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor einem „Sorgenherbst“ gewarnt und Maßnahmen gefordert, um Deutschland auf die nächste Welle vorzubereiten.
Hinter den Kulissen arbeitet das Ministerium gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und weiteren Verbänden sowie führenden Epidemiologen und Virologen an einer Initiative, um sich ein Bild über die mögliche Entwicklung im Herbst und Winter zu verschaffen.
Sie wollen etliche Fragen klären: Wie werden sich die Fall- und Impfzahlen genau entwickeln – und damit die Intensivbettenbelegung, die in der zweiten und dritten Welle an ihre Grenzen kam? Welche Maßnahmen müssen wieder reaktiviert werden, welche sind verzichtbar? Die Antworten sollen helfen, verhältnismäßige Entscheidungen zu fällen.