SPD: Wochenende der Entscheidungen – Wer wird SPD-Minister?
Berlin. Arbeitsminister Hubertus Heil gilt als treuer Parteimann. Zumindest nach außen lässt sich der 52-Jährige deshalb keinen Ärger darüber anmerken, dass er dem nächsten Bundeskabinett nicht mehr angehören wird. Das sei schon „in Ordnung“, sagte Heil den Sendern Pro Sieben Sat 1 und Kabel Eins – und lieferte eine pragmatische Begründung gleich mit. Schließlich könne man „nicht die gesamte Regierung mit niedersächsischen Männern aus der SPD besetzen“.
Mit Boris Pistorius, der wohl Verteidigungsminister bleibt, und dem designierten Finanzminister, Parteichef Lars Klingbeil, werden der künftigen Bundesregierung schon zwei Männer aus der Niedersachsen-SPD angehören. Heil muss wegen des Regional- und des Geschlechterproporzes weichen.
Heil möchte nicht für SPD-Fraktionsvorsitz antreten
Für den SPD-Fraktionsvorsitz, ein Amt für das der bisherige Arbeitsminister stattdessen gehandelt wurde, möchte er nicht antreten, sagte Heil am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. „Ein solches Amt kann in dieser Regierungskoalition und in diesen Zeiten nur erfolgreich ausgeübt werden, wenn man dafür die ausdrückliche Unterstützung der Parteispitze hat.“
Welche Pläne die SPD-Spitze hat und wer stattdessen die ausdrückliche Unterstützung genießen dürfte, wird sich an diesem Montag weisen. Dann will Klingbeil, der vom Parteipräsidium mit der Aufstellung der SPD-Ministerriege beauftragt wurde, seine Entscheidung verkünden. Übereinstimmenden Medienberichten am Sonntagabend zufolge soll Generalsekretär Matthias Miersch offenbar Fraktionsvorsitzender werden.